Dienstag, 1. Juli 2008

22.06.2008 Gemeinde nach dem Herzen Gottes

Gemeinde nach dem Herzen Gottes
2. Thessalonicher 3, 1-5

Predigt in Lobetal am 22. Juni 2008 von Roland Schindler


1 Weiter, liebe Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch

2 und dass wir erlöst werden vor den falschen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding.

3 Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

4 Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten.

5 Der Herr aber richte euere Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.


Treffen sich zwei alte Bekannte
. Vor ihnen ein begläserter Tisch in irgendeinem Restaurant. Nach kurzem Austausch fasst der eine in die Innentasche seines Jacketts, und blättert Bilder wie Trumpfkarten auf den Tisch: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot!“ – Sie kennen sicher diese vielsagende Werbung.

Kennen sie auch die: Treffen sich zwei bekannte Gemeinden. Einer der Prediger geht nach vorne und greift in die Inntasche seines Jacketts: „Unsere Vision, unsere Mitarbeiterliste, unsere Spendeneingänge aus den vergangenen zwei Wochen!“


Aber Nein! Das sind nicht wir! Wir gehen ohne Neid miteinander um und belegen nicht einmal die heiratswilligen und heiratsfähigen Mitarbeiter mit einem „Gemeindeausgeverbot“! Wir sind völlig frei – freuen uns mit, wenn in der anderen Gemeinschaft nach vorne geht, wenn Krisen gemeistert werden und neue Mitarbeiter gewonnen werden.

Denn wir leben nicht von dem, was wir tun und machen, sondern davon, dass „… der Herr treu ist, dass er uns stärkt und vor dem Bösen bewahrt“.

Jesus ist treu – von ihm her leben wir! Wir leben von seiner Güte, von seinen Ideen, aus seiner Kraft und in seinem Sieg. Unser Mitwirken in seiner Mannschaft ist keine Zitterpartie – wir leben auf Grund seines Sieges! Seine Treue hat er durchgehalten, seine Liebe hat er nicht aufgekündigt und sein Leben hat er ganz für uns eingesetzt. Und so – sagt Paulus – so ist der Herr! So ist Jesus! Er ist ganz für uns! Er ist treu! Dieses Wort kann man auch mit „gläubig“ übersetzen – er glaubt an euch! Er glaubt an diese Gemeinde, er glaubt an diese Mannschaft und er glaubt daran, dass er euch optimal in dieser Welt aufgestellt hat!

Paulus sagt – in seiner Treue macht er euch „stark“ – und stark sein bedeutet in der Bibel „fest mit Gott verbunden“ sein. Er macht euch fest! In einer Welt, in der alles auseinander bricht und auseinander drängt, macht er fest und hält er zusammen! Es ist ein starkes Zeichen, wenn Menschen in ihrer Gemeinde bleiben und wenn Menschen in ihrer Beziehung bleiben – das macht Gott!

Und dieser treue Herr wacht über uns, dass wir der Macht des Bösen nicht erliegen. Die Bibel macht an dieser Stelle sehr deutlich, dass wir das Böse nicht besiegen können – auch nicht bekämpfen. Aber wir können durch Christus dem Bösen widerstehen. Dem Bösen widerstehen bedeutet: in seinem Angesicht Halt haben in der Treue des Herrn Jesus und in seiner Gemeinde die Erfahrung machen: diese Macht bindet nicht mehr, sondern ich darf immer wieder neu Jesus dienen!

Angesichts dieses treuen Herrn macht Paulus aber auch sehr deutlich, was jetzt zu tun ist: lasst es zu, dass „der Herr euere Herzen ausrichtet auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi“.

Ausrichten bedeutet so viel wie „das Leben eindeutig mach, Geradlinigkeit schenken, Profil geben“! Jesus soll so wirken können, dass euer Leben von der Liebe Gottes und der Geduld und Tragkraft Jesu geprägt wird!

Bleibt in dieser Kurs- und Lebenskorrektur!

Lebt in dieser Ausrichtung und lebt mit diesem „Ausrichter“ – mit diesem Steuermann! Zeichen dafür ist, dass man sich von Geschwistern auch etwas sagen lässt. Man hört gut hin, wenn andere etwas sagen und bedenkt das in aller Ruhe.

Und weil wir diese Ausrichtung haben, deshalb können wir einander dienen – wir Lobetaler euch Hattingern und auch umgekehrt. Wir können diese Dienst in zweierlei Hinsicht einander gewähren:

1. Wir können im Gebet für die jeweils andere Gemeinde bleiben, damit das Evangelium dort bezeugt und geglaubt wird.

In unserem Gemeindegottesdienst wird immer etwas vom Herzen Gottes sichtbar: wir haben die Freiheit, für die anderen Gemeinden zu bitten, für den Siegeslauf der Jesusnachricht einzutreten und dafür, dass Gott lauter applaudiert wird als einem Sieg der Nationalmannschaft!

Macht Gott nicht arm, indem ihr nur an euch denkt! Verliert die anderen nicht aus dem Herzen – denn es ist ja ein Herz, ganz nach dem Geschmack Gottes!

2. Betet dafür, dass die andern bewahrt werden von „falschen und bösen“ Menschen. Hier geht es um Leute, die in der Gemeinde sind, aber einfach nicht an dem Platz, an dem sie Gott dienen sollen. Es sind Leute, die am falschen Platz sind – sie stehen anderen im Wege, sie blockieren und beschweren. Sie spielen Theater. Sie leben nicht eindeutig.

Und dann gibt es noch die bösen Leute – sie sind das Gegenteil der „wohltuenden und barmherzigen“. Sie haben ein hartes Herz – die Schönheit Gottes leuchtet nicht aus ihrem Innern!

In dieser Weise sollen wir nun füreinander da sein!

Und wenn wir uns wieder Begegnen, dann können wir sagen:

Unser Halt, unser Profil, unsere Verbundenheit!


Amen

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