Mittwoch, 9. Dezember 2009

06.12.2009 Kopf hoch – ER kommt!

Predigt am 6. Dez. 2009
Lukas 21, 25 – 33

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sei werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, 26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 27 Und alsbald werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. 28 Wenn aber dies alles anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: 30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. 31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.
32 Wahrlich, ich sage euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. 33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Kopf hoch – das klingt so: ist doch alles halb so schlimm! Komm, reiß dich zusammen! Das Leben muss weitergehen!
Das sind alles leicht daher gesagte Floskeln. Oberflächlich. So viel Herzlo-sigkeit tut weh – wie auf diesem Cartoon (Bild einblenden).

Wir wissen doch, dass Wunden ausheilen und Schmerzen getragen werden müssen. Leid huscht nicht nur leichtfüßig durch unser Leben – es legt sich träge und schwer darüber. Manchmal hat das Leid uns Menschen regel-recht in der Zange. Man steckt fest. Sehnsucht nach Lösungen und Hilfe ergreift uns – Gebete zu Gott, Fürbittengebete von Freunden; aber die Mut machenden Zusagen, die uns Gott für ein Leben im Leid gegeben hat, bleiben unerfüllt – jedenfalls für das sofortige hier und jetzt. Es ändert sich nichts. Der ausschlaggebende Grund für das, was in unserem Leben so schmerzt, bleibt bestehen.

Liebe Geschwister, es gibt in unserer Gemeinde seit einiger Zeit einige Menschen, die vom Leid gebeutelt sind. Ihre Situation ist kaum zu ertra-gen. Es ist keine Lösung in Sicht. Es scheinen Mächte am Zug zu sein, de-nen wir hoffnungslos unterlegen sind. Es muss nicht gleich der ganze Kosmos ins Schleudern geraten – es gibt auch Ereignisse in unserem Le-ben, die uns so erschüttern, dass wir verzagen und uns bange ist.
Nein – Kopf hoch greift nicht – es verletzt! Wie aber gewinnen wir in die-sen Situationen Kraft zurück? Wie können wir wieder Mut fassen? Wie kann uns Trost widerfahren? Wie können wir wieder Hoffnung gewinnen? Wie können wir in einem Leben in Leid bestehen?

1. Bleibt bei dem, was stark genug ist euch zu tragen
Angesichts der starken Erschütterungen, die über unser Leben immer wie-der kommen werden, braucht es einen sicheren Grund.
Es gibt viele Bereiche des Lebens, die grundlegende Bedeutung für uns haben, die uns tragen und fördern, mit denen es sich einfach gut leben lässt: Gesundheit, lohnende Aufgaben am Lebensabend, eine Arbeitsstelle in der Lebensmitte, mit der wir unseren Lebensunterhalt sichern können oder ein Ausbildungsplatz in jungen Jahren. Dann sind Beziehungen zu Menschen wesentlich und die Familie. Doch all diese Dinge können wir auch wieder verlieren – das alles ist sehr zerbrechlich. Sie bestehen vorü-bergehend – Grund, dankbar zu sein und Anlass genug, diese Dinge zu pflegen und zu schützen. Aber auf diesen Dingen lässt sich nicht unser Le-ben bauen. Das alles kann nicht tragen. Ein Fundament muss stabil sein – stellen sich Schäden am Fundament ein, wäre das dramatisch.
Was also trägt? Was gibt Halt? Was weckt unsere Hoffnung und was lässt uns im Leid nicht zerbrechen? Wo liegt dieser sichere Grund?
Unser Bibelwort weist uns die Spur: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.“ Das Wort Gottes bleibt!
Und da haben wir wieder die Christen und ihre Bibel! Bibel – Wort Gottes – was gibt das her, angesichts beruflicher Krisen, zerrissenen Beziehun-gen, gescheiterten Hoffnungen, bedrohlichen Erkrankungen? Wir wollen doch die sofortige Hilfe und die schnelle Lösung – was gibt da dieses Wort Gottes her?
Interessant ist, dass uns das Neue Testament auf eine neue Spur bringt. Wort Gottes sind nicht Vokabeln – das Wort Gottes, so lesen wir im Jo-hannesevangelium, ist Mensch geworden. Jesus ist das Wort Gottes. Wenn Jesus hier also sagt, dass seine Worte Bestand haben, dass heißt das: ICH HABE BESTAND! Er steht zu dir! Er steht neben dir! Er schützt dich in sei-ner Hand! Der einzige sichere Ort in unserem Kosmos ist in seiner Hand zu sein und aus den Worten seines Mundes Trost und Hoffnung zu schöp-fen! Hier auf Erden gibt es nichts Sicheres – wir rasen durch das All, bis zum Tag der kosmischen Erschütterung.

Also: Haltet euch an dieses Wort.
Wir haben Fastenzeit – Fastenzeit bedeutet, dass man sich Zeit nimmt für das Wesentliche. Lass dich nicht trennen vom Wort Gottes. Lass dich nicht wegdrängen von Herzen Gottes! Hör, was sein Wille ist und höre auf das, was er dir in deiner Situation zu sagen hat. Höre das immer wieder neu, dass er an deiner Seite steht und sagt: Fürchte dich nicht! Nimm, wenn es nötig ist, in deinem Leben Umbaumaßnahmen vor. Gründe dich auf das Wort des lebendigen Gottes.
Was sind Kennzeichen für ein Leben, das auf dem Wort Gottes besteht?
a. ich bleibe im Danken für die Dinge, die mir verliehen sind; sie tra-gen weder mein Leben, noch beherrsche ich sie – sie sind Gaben, die ich dankbar aus Gottes Hand nehmen darf. Wenn ich mir wichti-ge Dinge wieder loslassen muss, dann ist das schmerzlich – aber es wird gelingen; denn ich habe sie nie besessen!
b. bleibe im ausführlichen Bibelstudium. Es gibt nichts anderes, was uns den Ertrag dieser Investition geben könnte. In der Fastenzeit täglich; nach der Fastenzeit einmal in der Woche.
c. Bleibe in Kleingruppen, die über der Bibel zusammenkommen, hören und beten. Kleingruppen oder Bibelkreise – das ist keine Frage des geistlichen Geschmacks, sondern eine Frage des Überlebens.

2. Werde tragfähig im Leid
Nicht das rasche Loswerden von Leid und Schmerz sind Zeichen des Glau-bens – sondern das Bestehen im Leiden ist ein Indiz für das Gehaltensein durch Gottes Wort.
Die Herausforderung an dieser Stelle heißt: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Vers 28
„Kopf hoch“ bedeutet hier nicht: „Das wird schon wieder. Alles halb so schlimm.“ „Kopf hoch“ heißt: es kommt ganz dick, deshalb benötigst du einen klaren Durchblick und die richtige Perspektive! Lass dich jetzt nicht „gefangen nehmen“ vom Leid und von die Dingen in deinem Leben, die so schmerzen und die Sehnsucht schüren, dass Gottes Macht sich behauptet und die Dinge so verändert, dass es gut ist. „Kopf hoch“ bedeutet: „richte dein Leben neu aus!“ Jesus hat gesagt, dass schwere Zeiten kommen, in denen es nicht leicht sein wird, sich zu bewähren. Aber er hat immer zum Ausdruck gebracht, dass er in diesen Zeiten in besonderer Weise nahe ist.

Das wirkt sich praktisch aus. Menschen, die diesen Gott erfahren, die sind gehalten im Leid. Und es sind Menschen, die können mit anderen mit-leiden. Weil Jesus an unserer Seite ist, deshalb zerbrechen wir nicht mehr im Leid – wir gewinnen Kraft in den Hoffnungen seiner Zusagen. Kopf hoch – das heißt deshalb auch: Schaue angesichts von Leid und Schmerz, von Angst und Sorge auf die Zusagen unseres Herrn in seinem Wort – hier schaust du ihm in die Augen!
Erhebe dein Haupt – das bedeutet auch: Schau auf den gekreuzigten Gott, der ins Leid eingetaucht ist, um dich zu retten. Dieser Gott kommt wieder, um dich zu lösen von der Macht des Todes und des Leides! Tod und Leid haben ihre Zeit; sie bleiben nicht ewig!
Kopf hoch – das bedeutet auch: nicht alles, was dir wehtut, bedroht dein Leben. Es gibt vieles, das nicht so ist, wie wir es uns wünschen. Aber wir können es einordnen und ihm damit den rechten Stellenwert geben. Es gibt auch Unangenehmes, das wir einfach ertragen können; unangenehm, aber halt nicht schlimm!
Und: Wer im Leid getragen wird, der wird auch tragfähig für das Leid und für Menschen im Leid. Hier lernen wir, mit-Leid zu haben! Hier gewinnen wir die Kraft, die Menschen in ihrem Leid nicht alleine zu lassen sondern uns mit hineinzubegeben in ihr leidvolles Erleben. Wir stehen an ihrer Sei-te und wir tragen etwas mit – aber wir sagen auch, was es von Gott her zu sagen gibt: „Erhebt euere Häupter, weil sich eure Erlösung naht!“

3. Behalte eine hoffnungsfrohe Erwartung
Wir warten nicht auf den Weltuntergang – wir warten auf den Liebhaber des Lebens, auf unseren stärksten Verbündeten und auf unseren Mutma-cher!
Jesus kommt. Das Bild, das den Jüngern im Gedächtnis bleiben soll, ist ein Hoffnungsbild. Knospen sind die Vorboten des Frühlings. Sie deuten dar-auf hin, dass nicht Kälte und Dunkelheit das Leben nicht auf Dauer blo-ckieren und zerstören können. Sie deuten darauf auf die stärker werdende Kraft der Sonne hin. Der Sommer kommt! Die Mächte, die alles Leben scheinbar lähmen, sind im Rückzug – sie haben keine Chance gegen diese Anrückende Macht des Lebens!

Lass dir bitte deine Hoffnung nicht zerstören! Nähre sie immer wieder am Wort Gottes! Erneuere sie immer wieder in der Gemeinschaft von Men-schen, die mit dir zusammenkommen, um als kleine Schar ihrem Gott zu-jubeln, der in der unsichtbaren Welt schon im Aufbruch ist. Er kommt. Der König kommt! Der Tröster kommt! Es kommt die Macht der Liebe! Es kommt Gott mit sichtbarer Macht und sichtbarem Glanz.

Seine Macht ist aber auch schon jetzt in deinem Leben! Sein Heiliger Geist hält dich in der Kraft seiner Liebe! Er liebt dich. Diese Liebe hält deine Lie-be am Leben. Du kannst deshalb lieben – sogar in einer Umgebung, in der dir diese Liebe nicht gedankt wird. Du kannst trösten an Orten, wo es scheinbar keinen Trost gibt und du kannst tragen, auch wenn du ohn-mächtig bist.

Die Dunkelheit dieser Welt ist gewaltig! Doch das Licht und die Liebe Got-tes sind haushoch überlegen – auch wenn jetzt alles dagegen zu sprechen scheint.
Jeder Fußballfan weiß: ein Spiel dauert 90 Minuten plus Nachspielzeit. Der Halbzeitstand sagt noch nichts über den Spielausgang aus. Erst mit dem Schlusspfiff sehe ich das Ergebnis klar. So ist es auch mit dieser Welt und unserem Leben. Erst mit dem Schlusspfiff ist das Spiel des Lebens been-det. Und mit dem Schlusspfiff wird der siegbringende Angriff Gottes das Spiel drehen! Deshalb – Kopf hoch – ER kommt!

Amen

29.11.2009 Schuldenfrei leben – keine Illusion

Predigt in Lobetal am 29. Nov. 2009
Römer 13, 8-12

8 Seid niemanden etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist (2. Mose 20, 13-17): „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehen; du sollst nicht begehren“, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19, 18): „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
11 Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzu-stehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. 12 Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
Kennen sie Hans-Georg Schellinger (45); er hat in diesem Jahr seinen Titel als Deutscher Monopoly-Meister verteidigt. Der Brettspieler aus Reutlingen über-stand unbeschadet am Samstag in der Vorhalle des Frankfurter Hauptbahnhofs zwei Vorrunden und schickte in der Finalrunde seine «Mit-Monopolysten» der Reihe nach in den Bankrott. Der Kälteanlagenbauer hatte damit eine Reise nach Las Vegas gewonnen. Dort wurde vom 20. bis 22. Oktober die Weltmeisterschaft im Monopoly ausgespielt. Sieger wurde allerdings Björn Knappskog.
Apropos USA: kennen sie den Staat, der am höchsten verschuldet ist: 11,4 Billi-onen USD – so hoch ist aktuell die Summe der US-Staatsverschuldung. Das ent-spricht in etwa 37.000 USD für jeden US-Bürger. (Tipp: unter usdeptclock.org können sie sich bei Interesse die rasend wachsende US-Staatsverschuldung in real time anschauen – wirklich faszinierend).
Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland liegt in den Kommunen Meck-lenburg-Vorpommerns: 4.619.- Euro betrug sie laut Bertelsmannstiftung (laut Finanz- und Schuldenreport 2008).
Schulden sind in aller Munde. 2008 waren in Deutschland 3,5 Mio. Haushalte ü-berschuldet – im Schnitt lagen die Schulden bei den einbezogenen Personen bei 37000 Euro.
Schulden prägen Menschen. Menschen die – verschuldet oder unverschul-det – in finanzielle Not geraten sind, verlieren häufig ihren sozialen Sta-tus, und nicht selten kommt es zur gesellschaftlichen Ausgrenzung. Schul-den sind eine Last.
Und nun sagt unser Bibelwort: Ihr seid den Menschen schuldig, dass ihr sie liebt! Ihr habt dicke Schulden – tragt die mal ab! Ihr seid Menschen ein Licht in ihrer Dunkelheit schuldig!
Darum geht es in der Adventszeit, dass es in unseren Herzen ganz Hell ist und aus ihnen ein helles Licht in diese Welt scheint. Landläufig meint man immer, dass die Häuser hell sind und die Vorgärten im weihnachtlichen Glanz erstrahlen. Doch darum geht es nicht – es geht darum, dass wir un-sere Herzen schmücken. Deshalb ist die Adventszeit auch eine Fastenzeit. Schon die „Väter und Mütter im Glauben“ haben gewusst, dass die Herzen nur so für Gott und die Menschen „geschmückt“ werden können, wann man mit Sorgfalt und Leidenschaft Gottes Wort aufnimmt. Bibellesen nicht im Vorbeigehen – Bibellesen mit Tiefgang; mit Zeit, in Wachheit, mit Lei-denschaft.
Das Geheimnis eines leuchtenden Herzens ist, „dass das Licht der Welt“ hell aus diesem Herzen scheint. Darauf zielt das ganze „Gesetz“ ( = AT): dass wir Gott und den Menschen in dienender Liebe begegnen. Die Gebote fordern also auf: lebe entschieden und ganzheitlich in dienender Liebe zu Gott und zu deinem Nächsten. Entweder bemühen wir uns, dies aus eige-ner Kraft zu tun – oder wir überlassen und ganz diesem Jesus Christus, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht mehr in der Finsternis leben, sondern wird das Licht des Lebens ha-ben.“ (Johannes 8, 12). Wer also beginnt, sich auf diesen Jesus zu verlas-sen, der wird eine erstaunliche „Erhellung“ seines Lebens wahrnehmen. In wem dieser Christus Lebensraum findet, in dem wird durch Gottes Geist auch die Liebe Gottes ausgegossen. Nun kann ich in der Liebe Gottes Men-schen begegnen und Gott darin ehren. Paulus bringt den Lebensprozess, um den es hier geht, auf dem Punkt: „Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir!“ (Galater 2, 19f.)
Wer selbst versucht, dem Gesetz zu genügen, der wird ein Schuldner blei-ben. Wir bekommen es vielleicht hin, nicht die Ehe zu brechen, aber wie ist es mit einem begehrlichen Blick? Wir bekommen es hin, einen Men-schen am Leben zu lassen, wie ist es aber mit unseren Gedanken über ihn? Es geht nicht darum, etwas christlich durchs Leben zu gleiten – es geht darum, Christus in dieser Welt zu verherrlichen. Deshalb lasst ihn durch euer Leben leuchten!
Wenn nun jemand kommt und dich beleidigt oder verletzt, dann kannst du ganz ruhig bleiben – er trifft dich nicht mehr. Du bist ja nicht mehr da. Du hast dich ja verlassen. Jetzt ist Christus da. Er wird verletzt. Christus sagt: Vergib ihm, er hat keine Ahnung, was er da tut! Und wenn dich jemand enttäuscht, dann reagiere nicht, wie du´s gewohnt bist – mit Rückzug o-der mit angriff, zynisch oder hart. Segne ihn einfach - Jesus tut das im-mer. Wir können uns erlauben, den Ehepartner nicht erziehen zu wollen – wir beginnen nun, ihm zu dienen, ihn zu stärken. Wir sagen Jesus, was wir am Partner mit unseren Augen sehen und dann bitten wir ihn, dass wir Jesu Augen bekommen – sonst sind wir blind. Aber mit den Augen Jesu erkennen wir den andern als geliebtes Kind Gottes. Er ist mit mir in eine Lebensgemeinschaft gestellt, damit er durch mich von Gott erfährt, was er benötigt.
Darum geht es im Christsein: Christus soll in uns leben. Nicht wir sollen Christus werden – er darf ICH werden! Das ist meine Frage an dich heute Morgen: Möchtest du diesem Christus neu Raum in deinem Herzen geben – Herz ist das Zentrum deiner Person, der Ort deiner Entscheidungen und der Sitz deiner Lebensplanung. Willst du Jesus neu oder erneut sage: Komm, Herr! Lebe in mir! Nimm mich in deine Hand! Bitte vergib mir mei-nen Berg an Lieblosigkeiten und schuldig gebliebenen Liebestaten. Nimm mir diese Last ab. Entbinde mich. Befreie mich, damit ich wieder dir in meinem Leben Raum geben kann. Vergib, dass ich dich so lange ausge-sperrt habe.
Und dann kommt dieser Herr in seinem Heiligen Geist und erfüllt Dich neu! Komm, Schöpfer Geist! Erfülle mich!
Advent heißt: Ankunft! In Jesus ist die Liebe Gottes zu uns gekommen und hat uns befreit von der Last eines lieblosen Lebens. Im heiligen Geist ist Jesus in uns gekommen in der Kraft seiner Liebe. Und nun sagt unser Wort, dass wir uns auf noch eine Ankunft einstellen sollen: Die Ankunft dieses Königs steht vor uns! Das soll uns vor allem motivieren – Jesus kommt als eindeutiger König. Er richtet seine Herrschaft der dienenden Liebe auf. Er wird jeden zur Verantwortung ziehen, der auf dieser Welt ge-lebt hat.
Im Advent richtet sich die Gemeinde Jesu auf den kommenden König aus. Nicht Weihnachten ist das Ziel! Christen drehen sich nicht im Kreis. Chris-ten richten sich aus auf den, der da kommt! Sie lernen ihn mehr und mehr kennen und geben ihm mehr und mehr Raum. Sie freuen sich, weil er kommt und dann endlich Schluss sein wird mit der fatalen Lieblosigkeit, dem harten Egoismus, dem Sich-Selbst-Behaupten und dem „sich selbst der Nächste sein“! Wenn dieser Herr kommt, dann fängt das Leben ei-gentlich erst richtig an. Dann hat alles „Üben“ ein Ende. Dann hat alles „Versagen“ ein Ende. Dann hat alles „Halbherzige“ ein Ende.
Auf dieser Welt geht unsere Liebe immer wieder pleite. Aber Jesus kommt und entbindet uns von unserer Schuld. Er kommt und trägt. Er kommt und füllt uns neu. Mit ihm ist es keine Illusion, schuldenfrei zu leben!
Jesus kann unsere Schulden tragen. Wir sollten das nicht selbst in die Hand nehmen – Lasst Jesus machen!
Amen

22.11.2009 Vorbereitet sein

Familiengottesdienst am 22. 11. 2009
Text: Matthäus 25, 1ff.

Die Bibel sagt uns: Christen sollen vorbereitet sein! Das zeichnet sie aus. Der große Unterschied zwischen den klugen und den törichten Jungfrauen in unserer Geschichte ist nicht, dass die Klugen wach blieben oder netter wären, dass sie die schnelleren Schuhe hätten oder einfach das Glück auf ihrer Seite war. Unsere Geschichte sagt: der Unterschied liegt darauf, dass die einen vorbereitet waren und die anderen nicht.

Aber nun einmal der Reihe nach. Zunächst fragen wir: Worauf waren sie denn vorbereitet?

1. Jesus kommt wieder als König
Jesus sagt: Der Bräutigam kommt. Es schaut lange so aus, als käme er nicht. Scheinbar hat er sich verspätet? Möglicherweise ist ihm was dazwischengekommen? Aber vielleicht wollte er auch gar nicht früher kommen. Die Gründe, die zu dieser Verzögerung führen, scheinen unwichtig zu sein. Wichtig ist nur eins: Der Bräutigam kommt! Auch wenn man das gar nicht mehr für möglich hält. Er kommt! 100 %ig! Todsicher!
Wir fragen natürlich weiter: Wer ist mit dem Bräutigam gemeint? Bereits im Alten Testament wird in einem Bild davon gesprochen, dass Gott zu seinen Leuten kommt wie ein Bräutigam zu seiner Braut (Jesaja 62, 5) – er freut sich so an seiner Gemeinde, dass er kommen und bei ihr bleiben will. Gott will mit seinen Menschen zusammenleben.

Nun könnten wir fragen: Na, wo wird er denn dieses mal geboren? Vielleicht denkt einer: „Au fein! Jetzt feiern wir bald zweimal Weihnachten! Vielleicht kommt er ja Anfang Mai – da wären Ferien richtig genial!“
Die Bibel sagt uns aber: Jesus kommt nicht noch einmal als Baby, als kleines Kind und wird langsam groß. Er kommt dieses Mal so, dass man ihn sofort erkennt. Jesus kommt wieder als König, als starker Herr, als ein mächtiger Herrscher. Eben als Bräutigam! Und er kommt so, dass man nicht darüber spekulieren muss, ob er es nun ist oder nicht – er kommt eindeutig. Sein Kommen wird begleitet von mächtigen Zeichen.

Zurück zu unserer Geschichte: Die Klugen sind also auch nicht gescheiter als die anderen und schreiben bessere Noten, sondern es sind die „Sehenden“ – sie haben offene Augen dafür, dass der Bräutigam wiederkommt. Sie rechnen damit und deshalb haben sie Öl mitgebracht, weil man ja in der Dunkelheit Öl brauchte, um eine Fackel oder eine Lampe am Leuchten zu halten.

Wir stellen die nächste Frage: Was ändert sich dadurch, dass Jesus wiederkommt? Warum soll man darauf warten?

2. Wenn Jesus wiederkommt, gibt es eine große Freude und ein seltsames Staunen.
Die Geschichte sagt uns: Wenn der Bräutigam kommt, dann gibt es ein großes Fest und alle sollen dabei sein.
Nun fragen wir natürlich auch: Was braucht ein Bräutigam? – genau: er braucht eine Braut.
Die Bibel sagt, dass sein Volk seine „Braut“ ist. Sie leben hier in Angst und sind bedrückt. Sie leben in der Dunkelheit und machen sich so viele Sorgen. Sie sehnen sich nach jemand, der ihr Leben sicher macht! Sie sehnen sich nach dem „Bräutigam“! Der Bräutigam wird von der Braut ja sehnsüchtig erwartet. Sie liebt ihn. Sie kennt keinen anderen, mit dem sie lieber zusammen wäre. Sie weiß: Wenn er da ist, dann ist alles gut!
Die Braut hat also lange gewartet. Es ist nicht leicht, scheinbar alleine zu sein. Vielleicht haben andere gelacht und gesagt: „Ha, der kommt doch nie! Nimm dir doch einen anderen!“ Aber die Braut weiß, dass es keinen gibt wie eben diesen einen. Und so wartet sie. Es ist manchmal schwer.

Doch eines Tages hat das Warten ein Ende. Der Bräutigam kommt zur Hochzeit. Er will endlich bei seinen geliebten Menschen wohnen. Er will endlich für sie da sein. Bei seiner Ankunft wird all das sehnsüchtige Warten der Menschen erfüllt werden.

Diese Geschichte sagt uns: In unserem Leben geht es nicht darum, viel tolle Dinge zu besitzen, viele Spielsachen oder mindestens zwei Autos in der Garage zu haben. In unserem Leben geht es darum, auf diesen König zu warten. Es geht darum, diesen König kennen zu lernen. Es geht darum, dass wir entdecken: Dieser König wählt uns als seine geliebten Menschen und möchte nun, dass wir von seinen Gaben leben. Er möchte uns Erfüllen. Er möchte uns später beim Fest des Lebens alle dabei haben. Er freut sich schon auf uns. Nicht nur wir warten auf ihn – auch er wartet auf uns und sehnt sich danach, endlich bei uns zu sein und uns mit seiner Güte und Freundlichkeit zu begegnen. An seiner Barmherzigkeit kann man richtig satt werden.

Und die Geschichte sagt auch: lebe so, dass der kommende König sich an dir freut. Das ist doch eine entscheidende Frage: Worum geht es in diesem Leben? Viel Geld zu verdienen? Berühmt zu werden? Immer ein Haribo in der Tasche zu haben?
Es geht darum, in der Liebe dieses Königs jetzt schon zu lieben. Es geht darum, sich von ihm diese Liebe schenken zu lassen. Es geht darum, in dieser Liebe den Menschen zu begegnen.
Es gibt über eine Milliarde Hungernde auf dieser Welt – Jesus würde sich über sie erbarmen. Was könnten wir tun? Es gibt auch Hungrige in unserer Stadt! Es gibt Schwache in unserer Stadt – niemand hilft ihnen! Es gibt welche, die sind nicht so schön und reich – keiner will ihr Freund sein. Es gibt welche, die sind sehr krank und können nicht auf der Straße spielen. Man sieht sie überhaupt nicht. Hungernde, Schwache, Kranke – zu denen ging Jesus und hat ihnen gesagt: Gott hat euch lieb und er vergisst euch nicht. Einigen hat er auch gezeigt, wie stark die Liebe Gottes ist – da hat er aus zwei Broten und fünf Fischen ein Kaltes Büfett für 6 Hungrige gemacht. Er ist Schwachen beigestanden. Aber viele hatten nur seine Zusagen. Viele halten sich fest an den Versprechen, die er gibt – aber sie sind immer noch hungrig, sie bleiben krank, sie kommen um. Aber eines Tages werden sie erleben: Jetzt ist die Zeit der schmerzlichen Sehnsucht vorbei. So lange habe von seiner Nähe nichts gesehen. Aber jetzt!

Aber: da gibt es auch welche, die mit ihm feiern sollten, die sich mit ihm freuen sollten, die er sogar beauftragt hat: Leuchtet mir zu meiner Braut, zu meinen Freunden! Aber was für ein Unglück: Die Tür ist zu. Die Party hat begonnen. Sie stehen nicht auf der Gästeliste. Tragisch.
Das soll nicht sein! Deshalb sollen wir bereit sein. Deshalb sollen wir auf Jesus warten. Die letzte Frage lautet deshalb: Wie schaut dieses „bereit“ sein aus? Wie ist man „bereit“?

3. Vorbereitet sein heißt, schon jetzt mit dem kommenden König zu leben!

Euer Licht leuchtet, nicht mit Feuer und Öllampe, sondern mit einem liebenden Herzen. Wo Jesus im Herzen eines Menschen ist, dort leuchtet das Licht seiner Liebe. Wo man darauf vertraut: Er ist bei mir, weil er es gesagt hat – dort leuchtet eine Ruhe und Gelassenheit auf – vor allem aber Güte!
Weißt du, wie schön es ist, Güte zu erleben. Es tut so gut, wenn einer dir hilft.
Das ist ein Leuchten, wenn man jemanden Hilft, der einem darum bittet! Das ist ein Leuchten, wenn man nicht mitlacht, wenn einer verspottet wird, sondern zu ihm geht und sagt: Komm mit, lass uns gehen! Das ist ein Leuchten, wenn man sein Pausenbrot teilt und dem was abgibt, der immer nur einen Kaugummi kaut – Kaugummi macht nicht satt!

Die Leuchtkraft gibt es nicht im Ruhrpark. Die Leuchtkraft schenkt Gott. Deshalb hat er Jesus in diese Welt gebracht und es mitten in der Nacht leuchten lassen. Deshalb feiern wir Weihnachten als ein helles und frohes Fest, weil Gott uns Angst nehmen will und sich an unsere Seite stellt.
Deshalb sagt Jesus: Ich bin das Licht der Welt!
Dieses Licht will unser Leben prägen.

Vorbereitet sein heißt: diesen Jesus festhalten. An seinem Wort festhalten. An seiner Gemeinde festhalten. Jetzt sieht man ihn nicht – er ist verborgen – aber da. Es ist so unscheinbar – das Abendmahl, der Gottesdienst, in dem Wort der Bibel, in der Kinderstunde: Aber er ist da und will uns stärken, erfüllen, erfreuen und gewiss machen. Er will uns seine Gegenwart schenken und uns mit seiner Liebe erfüllen, damit wir leuchten können in dieser Welt. Er will uns berühren mit Güte und Freude. Er will uns zeigen: So seid ihr vorbereitet. So könnt ihr ein helles Licht sein. So könnt ihr darauf hinweisen:
Jesus ist König. Er kommt wieder. Er lädt schon jetzt zu einem festlichen Leben ein. Und am Ende der Zeit zu einem Fest ohne Ende!

Amen