Mittwoch, 9. Dezember 2009

22.11.2009 Vorbereitet sein

Familiengottesdienst am 22. 11. 2009
Text: Matthäus 25, 1ff.

Die Bibel sagt uns: Christen sollen vorbereitet sein! Das zeichnet sie aus. Der große Unterschied zwischen den klugen und den törichten Jungfrauen in unserer Geschichte ist nicht, dass die Klugen wach blieben oder netter wären, dass sie die schnelleren Schuhe hätten oder einfach das Glück auf ihrer Seite war. Unsere Geschichte sagt: der Unterschied liegt darauf, dass die einen vorbereitet waren und die anderen nicht.

Aber nun einmal der Reihe nach. Zunächst fragen wir: Worauf waren sie denn vorbereitet?

1. Jesus kommt wieder als König
Jesus sagt: Der Bräutigam kommt. Es schaut lange so aus, als käme er nicht. Scheinbar hat er sich verspätet? Möglicherweise ist ihm was dazwischengekommen? Aber vielleicht wollte er auch gar nicht früher kommen. Die Gründe, die zu dieser Verzögerung führen, scheinen unwichtig zu sein. Wichtig ist nur eins: Der Bräutigam kommt! Auch wenn man das gar nicht mehr für möglich hält. Er kommt! 100 %ig! Todsicher!
Wir fragen natürlich weiter: Wer ist mit dem Bräutigam gemeint? Bereits im Alten Testament wird in einem Bild davon gesprochen, dass Gott zu seinen Leuten kommt wie ein Bräutigam zu seiner Braut (Jesaja 62, 5) – er freut sich so an seiner Gemeinde, dass er kommen und bei ihr bleiben will. Gott will mit seinen Menschen zusammenleben.

Nun könnten wir fragen: Na, wo wird er denn dieses mal geboren? Vielleicht denkt einer: „Au fein! Jetzt feiern wir bald zweimal Weihnachten! Vielleicht kommt er ja Anfang Mai – da wären Ferien richtig genial!“
Die Bibel sagt uns aber: Jesus kommt nicht noch einmal als Baby, als kleines Kind und wird langsam groß. Er kommt dieses Mal so, dass man ihn sofort erkennt. Jesus kommt wieder als König, als starker Herr, als ein mächtiger Herrscher. Eben als Bräutigam! Und er kommt so, dass man nicht darüber spekulieren muss, ob er es nun ist oder nicht – er kommt eindeutig. Sein Kommen wird begleitet von mächtigen Zeichen.

Zurück zu unserer Geschichte: Die Klugen sind also auch nicht gescheiter als die anderen und schreiben bessere Noten, sondern es sind die „Sehenden“ – sie haben offene Augen dafür, dass der Bräutigam wiederkommt. Sie rechnen damit und deshalb haben sie Öl mitgebracht, weil man ja in der Dunkelheit Öl brauchte, um eine Fackel oder eine Lampe am Leuchten zu halten.

Wir stellen die nächste Frage: Was ändert sich dadurch, dass Jesus wiederkommt? Warum soll man darauf warten?

2. Wenn Jesus wiederkommt, gibt es eine große Freude und ein seltsames Staunen.
Die Geschichte sagt uns: Wenn der Bräutigam kommt, dann gibt es ein großes Fest und alle sollen dabei sein.
Nun fragen wir natürlich auch: Was braucht ein Bräutigam? – genau: er braucht eine Braut.
Die Bibel sagt, dass sein Volk seine „Braut“ ist. Sie leben hier in Angst und sind bedrückt. Sie leben in der Dunkelheit und machen sich so viele Sorgen. Sie sehnen sich nach jemand, der ihr Leben sicher macht! Sie sehnen sich nach dem „Bräutigam“! Der Bräutigam wird von der Braut ja sehnsüchtig erwartet. Sie liebt ihn. Sie kennt keinen anderen, mit dem sie lieber zusammen wäre. Sie weiß: Wenn er da ist, dann ist alles gut!
Die Braut hat also lange gewartet. Es ist nicht leicht, scheinbar alleine zu sein. Vielleicht haben andere gelacht und gesagt: „Ha, der kommt doch nie! Nimm dir doch einen anderen!“ Aber die Braut weiß, dass es keinen gibt wie eben diesen einen. Und so wartet sie. Es ist manchmal schwer.

Doch eines Tages hat das Warten ein Ende. Der Bräutigam kommt zur Hochzeit. Er will endlich bei seinen geliebten Menschen wohnen. Er will endlich für sie da sein. Bei seiner Ankunft wird all das sehnsüchtige Warten der Menschen erfüllt werden.

Diese Geschichte sagt uns: In unserem Leben geht es nicht darum, viel tolle Dinge zu besitzen, viele Spielsachen oder mindestens zwei Autos in der Garage zu haben. In unserem Leben geht es darum, auf diesen König zu warten. Es geht darum, diesen König kennen zu lernen. Es geht darum, dass wir entdecken: Dieser König wählt uns als seine geliebten Menschen und möchte nun, dass wir von seinen Gaben leben. Er möchte uns Erfüllen. Er möchte uns später beim Fest des Lebens alle dabei haben. Er freut sich schon auf uns. Nicht nur wir warten auf ihn – auch er wartet auf uns und sehnt sich danach, endlich bei uns zu sein und uns mit seiner Güte und Freundlichkeit zu begegnen. An seiner Barmherzigkeit kann man richtig satt werden.

Und die Geschichte sagt auch: lebe so, dass der kommende König sich an dir freut. Das ist doch eine entscheidende Frage: Worum geht es in diesem Leben? Viel Geld zu verdienen? Berühmt zu werden? Immer ein Haribo in der Tasche zu haben?
Es geht darum, in der Liebe dieses Königs jetzt schon zu lieben. Es geht darum, sich von ihm diese Liebe schenken zu lassen. Es geht darum, in dieser Liebe den Menschen zu begegnen.
Es gibt über eine Milliarde Hungernde auf dieser Welt – Jesus würde sich über sie erbarmen. Was könnten wir tun? Es gibt auch Hungrige in unserer Stadt! Es gibt Schwache in unserer Stadt – niemand hilft ihnen! Es gibt welche, die sind nicht so schön und reich – keiner will ihr Freund sein. Es gibt welche, die sind sehr krank und können nicht auf der Straße spielen. Man sieht sie überhaupt nicht. Hungernde, Schwache, Kranke – zu denen ging Jesus und hat ihnen gesagt: Gott hat euch lieb und er vergisst euch nicht. Einigen hat er auch gezeigt, wie stark die Liebe Gottes ist – da hat er aus zwei Broten und fünf Fischen ein Kaltes Büfett für 6 Hungrige gemacht. Er ist Schwachen beigestanden. Aber viele hatten nur seine Zusagen. Viele halten sich fest an den Versprechen, die er gibt – aber sie sind immer noch hungrig, sie bleiben krank, sie kommen um. Aber eines Tages werden sie erleben: Jetzt ist die Zeit der schmerzlichen Sehnsucht vorbei. So lange habe von seiner Nähe nichts gesehen. Aber jetzt!

Aber: da gibt es auch welche, die mit ihm feiern sollten, die sich mit ihm freuen sollten, die er sogar beauftragt hat: Leuchtet mir zu meiner Braut, zu meinen Freunden! Aber was für ein Unglück: Die Tür ist zu. Die Party hat begonnen. Sie stehen nicht auf der Gästeliste. Tragisch.
Das soll nicht sein! Deshalb sollen wir bereit sein. Deshalb sollen wir auf Jesus warten. Die letzte Frage lautet deshalb: Wie schaut dieses „bereit“ sein aus? Wie ist man „bereit“?

3. Vorbereitet sein heißt, schon jetzt mit dem kommenden König zu leben!

Euer Licht leuchtet, nicht mit Feuer und Öllampe, sondern mit einem liebenden Herzen. Wo Jesus im Herzen eines Menschen ist, dort leuchtet das Licht seiner Liebe. Wo man darauf vertraut: Er ist bei mir, weil er es gesagt hat – dort leuchtet eine Ruhe und Gelassenheit auf – vor allem aber Güte!
Weißt du, wie schön es ist, Güte zu erleben. Es tut so gut, wenn einer dir hilft.
Das ist ein Leuchten, wenn man jemanden Hilft, der einem darum bittet! Das ist ein Leuchten, wenn man nicht mitlacht, wenn einer verspottet wird, sondern zu ihm geht und sagt: Komm mit, lass uns gehen! Das ist ein Leuchten, wenn man sein Pausenbrot teilt und dem was abgibt, der immer nur einen Kaugummi kaut – Kaugummi macht nicht satt!

Die Leuchtkraft gibt es nicht im Ruhrpark. Die Leuchtkraft schenkt Gott. Deshalb hat er Jesus in diese Welt gebracht und es mitten in der Nacht leuchten lassen. Deshalb feiern wir Weihnachten als ein helles und frohes Fest, weil Gott uns Angst nehmen will und sich an unsere Seite stellt.
Deshalb sagt Jesus: Ich bin das Licht der Welt!
Dieses Licht will unser Leben prägen.

Vorbereitet sein heißt: diesen Jesus festhalten. An seinem Wort festhalten. An seiner Gemeinde festhalten. Jetzt sieht man ihn nicht – er ist verborgen – aber da. Es ist so unscheinbar – das Abendmahl, der Gottesdienst, in dem Wort der Bibel, in der Kinderstunde: Aber er ist da und will uns stärken, erfüllen, erfreuen und gewiss machen. Er will uns seine Gegenwart schenken und uns mit seiner Liebe erfüllen, damit wir leuchten können in dieser Welt. Er will uns berühren mit Güte und Freude. Er will uns zeigen: So seid ihr vorbereitet. So könnt ihr ein helles Licht sein. So könnt ihr darauf hinweisen:
Jesus ist König. Er kommt wieder. Er lädt schon jetzt zu einem festlichen Leben ein. Und am Ende der Zeit zu einem Fest ohne Ende!

Amen

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