Donnerstag, 29. Januar 2009
25.01.2009 Wie viel muss ich sehen, um glauben zu können?
Um den Predigttext gut verstehen zu können, ist es wichtig, zu wissen, in welche Situation hinein der Hebräerbrief geschrieben wurde. Deshalb möchte ich uns, bevor ich den Text lese, erst noch etwas vor Augen führen, wer diese „Hebräer“ waren.
Man vermutet, dass es sich um eine judenchristliche Gemeinde oder zumindest eine Gemeinde mit starker Nähe zum Judentum handelt. Denn im Brief werden immer wieder Motive verwendet, die für Juden leicht verständlich waren. Im Zentrum steht dabei Jesus Christus, der durch sein Opfer als Hohepriester für uns den neuen Bund mit Gott geschlossen hat.
Interessanterweise wird in Bezug auf die Gemeinde immer von zwei unterschiedlichen Zeiten gesprochen: Da sind zum einen „die früheren Tage“, in denen die Gemeinde Verfolgung ausgesetzt war. Die Gemeindemitglieder mussten für den Glauben Opfer bringen. Von Demütigungen in der Öffentlichkeit bis hin zu Enteignungen ihres eigenen Besitzes mussten sie vieles Schweres in Kauf nehmen.
Möglich war ihnen das unter anderem auch dadurch, dass sie in einer starken Naherwartung lebten. Sie waren fest davon überzeugt, dass Jesus sehr bald wiederkommen würde. Mit ihrem ganzen Leben waren sie darauf ausgerichtet, was ihnen Kraft gab, die Schwierigkeiten durchzustehen und in Kauf zu nehmen.
Nun vergingen die Jahre und ihre Erwartung wurde nicht erfüllt. Dass Jesus nicht wiederkam, wurde ihnen zur Anfechtung!
Als Folge daraus entstand die Situation, die nun die Gegenwart der Gemeinde beschreibt: Eine nachlassende Begeisterung greift um sich. Gemeindemitglieder kommen nicht mehr zu den Versammlungen. Es gibt Spannungen mit den Vorstehern der Gemeinde. Und die Bereitschaft, für den Glauben einzustehen geht immer mehr verloren. Im Brief wird dafür das Bild von den „erschlafften Händen und ermüdeten Knien“ verwendet. Genau in diese Situation hinein geht der Hebräerbrief. Der Verfasser möchte mit seinen Worten die Gemeinde ermutigen, nicht aufzugeben, und sich in Geduld zu üben. Und genau darum geht es auch in unserem Text heute:
Lesung von Hebr 11,1-6 nach der „Neues Leben“-Übersetzung
Wie viel muss ich sehen, um glauben zu können? Der Verfasser des Hebräerbriefs hat Menschen vor Augen, denen die Spannung des Glaubens zur Anfechtung wurde: Jesus kommt nicht wieder. Ist jetzt die Botschaft von dem Sohn Gottes, die mich zum Glauben geführt hat, etwa auch nicht wahr?
Genau diese Zweifel nimmt der Briefschreiber ernst. Und er möchte den Hebräern Mut machen, am Glauben und am Leben mit und für Gott festzuhalten.
Deshalb schreibt er ihnen diese „Glaubensdefinition“, und führt ihnen gleichzeitig Beispiele von Glaubensvätern des Alten Testaments vor Augen.
Damit soll klar werden: Die Spannung zwischen Glauben und Sehen ist etwas, was zum Leben als Christ dazugehört! Im Glauben zu leben heißt, in der Überzeugung und festen Hoffnung zu leben, dass Gott da ist und dass er in dieser Welt und in unserem Leben wirkt. Allein durch diesen Glauben ist es möglich, Gt als Schöpfer dieser Erde zu erkennen (Vers 3) und ihm mit unserem Leben zu gefallen (Vers 6).
Was bedeutet das für uns heute?
1. GlaubensZweifel
Unsere Anfechtung ist nicht dieselbe wie die der Hebräer (dass Jesus noch nicht wiedergekommen ist), aber Zweifel sind für uns genauso ein Thema!
Und zwar aus 2 Gründen: Erstens aufgrund der Erfahrungen, die wir als Christen zwingend machen, wenn wir mit Gott leben.
Jeder von uns erlebt es, wie es ist, das Gefühl zu haben, Gott wäre nicht da. In unserem Leben gibt es Gebete, die nicht erhört werden. In unserem Leben gibt es schmerzvolle Erfahrungen von Verletzungen, von Trennung, von Tod, von schweren Lasten und scheinbar unlösbaren Problemen. Und wir alle kennen Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, nicht vorwärts zu kommen. Wir alle kennen Zeiten, in denen wir den Eindruck haben „Ich wachse überhaupt nicht in meinen Schwächen und Fehlern, obwohl ich doch Gott um Veränderung bitte.“
Der zweite Grund, der auch uns immer wieder zum Zweifeln bringen lässt, ist unsere Vernunft. Mir ist dazu ein interessantes Zitat begegnet: „Wer noch nie gezweifelt hat, der hat auch noch nie gedacht.“ Glaube ist aber etwas, das über das rationale Denken hinaus geht! Genau das macht unser Predigttext heute auch besonders deutlich. Beim Glauben geht es nicht nur um Wissen, Durchschauen und Verstehen. Beim Glauben geht es um Vertrauen und um Gewissheit, beides Dinge, die wir uns nicht aus uns selbst heraus erwerben können. Durch Nachdenken allein lässt sich Glaube nicht verstehen oder begreifen. Wie also umgehen mit solchen Zweifeln?
Die Antworten, die der Hebräerbrief hier seinen Lesern gibt, passen auch für uns: Auch uns helfen „Zeugen“. Drei solcher Zeugen sind mir wichtig geworden:
Als erster Zeuge: Die Schöpfung (Vers 3). Wenn wir die Welt und die Natur betrachten, erkennen wir dahinter den Schöpfer: Z.B. eine Art des Goldregenpfeifers, die zum Überwintern 4000km weit von Alaska nach Hawaii fliegt. Dabei müssen sowohl die Fluggeschwindigkeit als auch die Flugrichtung exakt stimmen. Sonst würde der Vogel nicht an seinem Zielort ankommen, sondern irgendwo im Meer ertrinken. Kann das Zufall sein?
Oder ganz simple Dinge wie das Verheilen einer Wunde. Es ist faszinierend, dass unser Körper in der Lage ist, ganz von sich aus neue Zellen zu bilden, die Fleisch und Haut so wiederherstellen, dass z.B. eine Schnittwunde wieder komplett verschwindet. Aber überhaupt all die komplexen Zusammenhänge in der Biologie von Tieren und Menschen oder in den Ökosystemen der Natur. Kann das Zufall sein?
Wenn du es nicht mehr glauben kannst: Schau dir die Schöpfung an!
Als zweiter Zeuge: Wie hier, die Väter des Glaubens: Die Menschen der Bibel, die mit unserem Gott unterwegs waren, haben immer wieder sein Wirken, seinen Beistand und seinen Segen erfahren. Sie werden uns zum Vorbild, indem sie selbst aus der Kraft eines Glaubens lebten, der nicht am Gegenwärtigen und Sichtbaren hängen bleibt. Sie lebten aus einem Glauben, der sie im Vertrauen am Unsichtbaren und Verheißenen festhalten ließ. Dieser Glaube gab ihnen Kraft, Schritte ins Ungewisse zu tun und für Gott zu leben und zu leiden.
Aber nicht nur in der Bibel, auch bei Christen in der Geschichte oder ganz direkt bei den Menschen um uns herum, die mit Gott unterwegs sind, finden wir solche Glaubensväter. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns gegenseitig Zeugnis über das geben, was wir mit Gott erleben, um uns so im Glauben zu stärken und zu ermutigen.
Wenn du es nicht mehr glauben kannst: Schau dir Väter des Glaubens an!
Als dritter Zeuge: Gott wirkt in unserem eigenen Leben! Wir alle haben das schon erlebt, deshalb sitzen wir hier. Es hilft, sich an das zu erinnern, was Gott in meinem Leben bereits getan hat. Wo ich seine Hilfe, sein Wirken, seine Kraft erlebt habe. So wird auch unser eigenes Leben zu einem Zeugen für den Glauben.
Wenn du es nicht mehr glauben kannst, schau dir dein Leben an!
Solche und andere Zeugen können uns Mut machen, am Leben im Glauben festzuhalten. Und doch ist der Glaube nicht etwas, was wir aus uns heraus selbst machen könnten. In Vers 6 hört sich das Ganze fast wie eine Forderung an. „Wer zu Gott kommen möchte, muss glauben…“ Aber so ist es nicht gemeint. Auch die Glaubensväter aus dem Alten Testament, die hier (und im gesamten elften Kapitel) genannt werden, erlebten ihren Glauben als eine Gewissheit, die sie sich nicht selbst geben konnten. Der Glaube wurde ihnen von Gott geschenkt! Alles, was wir dazu tun können, ist uns nach Gott ausstrecken und uns ihm zuwenden. Sprich, Glaube kann gar nicht etwas sein, wo es um reines Wissen oder Fürwahr halten geht! Und deshalb:
2. Glaube heißt Beziehung
Das ganze elfte Kapitel des Hebräerbriefs zielt auf Hebr 12,2 hin: Leben im Glauben heißt, zu Jesus aufschauen. Er ist der Gründer und der Grund unseres Glaubens!
Zu Jesus aufschauen, das heißt auch wegschauen von mir, von meinen eigenen Möglichkeiten und Begrenzungen, das heißt auch wegschauen von dieser Welt und all dem, was in ihr schief läuft. Es heißt, unseren Blick zu ihm zu wenden und nicht nur an ihn, sondern auch ihm selbst zu glauben! Ihm, der zu uns sagt: „Lass dir an meiner Gnade genügen.“
Ich denke, mit den beiden Beispielen von Abel und Henoch wird genau das auch deutlich: Bei Abel sehen wir, dass seine innere Haltung das Entscheidende war. Er glaubte, er vertraute Gott. Wir können Gott nicht mit unserem Tun beeindrucken. Sondern wir gefallen Gott, in dem wir in einer Erwartungshaltung ihm gegenüber leben. Indem wir wie der Zöllner aus dem Gleichnis Jesu Gott unsere leeren Hände hinhalten und ihn bitten: „Mach du etwas aus meinem Leben.“
Mit dem Beispiel von Henoch ist es ähnlich: Er taucht im Alten Testament nur ganz kurz auf, und zwar im fünften Kapitel des ersten Mosebuchs: Das Besondere an ihm war, das er „mit Gott wandelte“. Das heißt, er lebte in enger Gemeinschaft mit Gott. Glaube heißt nicht Wissen, Glaube heißt nicht Überzeugt sein, Glaube heißt mit Gott in enger Beziehung zu leben! Wer so lebt, der bekommt einen ganz neuen Blick für die unsichtbare Wirklichkeit Gottes: Er ist der Schöpfer dieser Welt, er ist derjenige, der in unserem Leben wirkt. Er ist derjenige, der mit uns leben will!
Glaube heißt Beziehung. Gleichzeitig ist aber auch noch eine dritte Sache wichtig:
In der „Glaubensdefinition“ von Vers 1 auch noch: Glaube ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird. Es geht also nicht nur um das Gegenwärtige, sondern auch um die Zukunft, um das, was noch kommen soll:
3. Das Ziel des Glaubens
Jesus ist nicht nur der Anfänger, sondern auch der Vollender unseres Glaubens. Er ist derjenige, der wiederkommen wird und der sich zeigen wird als der König, der das, was in uns bereits begonnen hat, vollends zu Ende bringen wird. All das ist für uns (noch) unsichtbar. Und gerade deshalb wird hier unser Verlangen und unser Begehren geweckt. Dass wir uns danach ausstrecken, dass Gott selbst in diese Welt kommt und die Macht der Sünde ein für alle mal beendet! Dass er sichtbar wird, und das die neue Schöpfung vollendet wird! Im Glauben sehen wir schon jetzt einen Teil, aber es soll alles sichtbar werden. Die Spannung, der wir jetzt noch ausgesetzt sind, soll ein Ende haben! Genau dass bewirkt in uns die Sehnsucht nach der Vollendung. Wichtig ist dabei: Das Neue hat bereits begonnen. Durch Jesus konnten wir bereits Gott als den Schöpfer und den Herrn dieser Welt erkennen. Durch Jesus leben wir schon jetzt in Verbindung mit Gott. Schon jetzt und gleichzeitig „noch nicht“. Aber das wir noch nicht alles sehen, dass Sünde und Leid in dieser Welt noch Raum haben soll nicht das entscheidende für uns sein: Denn es geht um ein „Schon jetzt & dann erst recht“! Dass wir nicht an dem hängen bleiben, wo wir jetzt spüren „noch nicht“. Sondern dass wir uns im Schauen auf Jesus ausstrecken nach dem „dann erst recht“. Dass wir schon jetzt auf dieses Ziel ausgerichtet leben.
Wer ein Ziel vor Augen hat, lebt anders im Hier und Jetzt. Ein Marathonläufer, der weiß, auf welches Ziel er hinarbeitet, der bekommt eine ganz andere Motivation für sein Training und für das Durchhalten im Lauf selbst. So bleibt er nicht an den Schmerzen und Strapazen hängen, sonder fiebert auf das hin, was er erreichen möchte. Schon jetzt und dann erst recht!
Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Aber mit diesem Glauben ist es möglich, unsere Zweifel zu überwinden; mit diesem Glauben ist es möglich, in Beziehung und Vertrauen auf Gott zu leben, in unserem Alltag, eng verbunden mit ihm. Und mit diesem Glauben ist es möglich, auf das Ziel der Vollendung ausgerichtet zu sein und uns danach auszustrecken.
Amen.
Montag, 12. Januar 2009
11.01.2009 Der Himmel auf Erden
Matthäus 3, 13-17
Predigt am 11. Januar 2009 in Lobetal von Roland Schindler
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von Dir getauft werde, und du kommst zu mir?
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er´s geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
Einstieg: Das Anspiel „Drei Wünsche Fee“
Tja, immer diese Bedingungen. Sie können sich vielleicht noch an die kleine Bedingung erinnern, die Jesus dem Mann gegenüber nannte, damit er ins Leben einsteigen konnte. Dieses „eine“, das ihm noch fehlte. Alles war perfekt. Erstaunliche Qualitäten brachte er mit. Er hatte einiges vorzuweisen – er stand scheinbar auf der Sonnenseite des Lebens. Aber da tauchte er urplötzlich in dunkle Wolken ein als er das hörte: „Gehe hin, verkaufe alles was du hast und gib es den Armen; und dann komm, und folge mir nach!“ Nein, er schaffte es nicht, in den Himmel zu kommen. Es gelang ihm nicht, in Gottes leidenschaftliches, bedingungsloses und barmherziges Lieben hineinzuschlüpfen.
Wie soll man da überhaupt in den Himmel kommen? Das Evangelium der letzten Woche lautete: „Wenn wir an dieser Stelle am Ende sind und nichts können – Gott kann; er hat Möglichkeiten, dass wir schaffen, was wir nicht schaffen können!
Wie können wir in den Himmel kommen? Die frohe Botschaft von heute lautet: Wir brauchen uns nicht zum Himmel aufmachen. Der Himmel kommt zu uns!
Birgit überschrieb das, was sie uns heute sagen wollte mit „Der Himmel auf Erden“. Das stimmt. Der Himmel kommt auf die Erde.
Nun ist das mit dem Himmel auf Erden ja so eine Sache. Himmel auf Erden – das stellt man sich schlaraffenlandmäßig vor, idyllisch und lieblich, alles harmonisch. Wir malen uns den Himmel so aus. Wir packen alles hinein, was wir gerne hätten. Himmel – das ist der Ort unserer Träume aber nicht das Gebiet unseres Lebens! Das Fazit: Der Himmel ist weit weg. Hier auf Erden findet man ihn nicht. Hier findet man nur die Hölle!
Der Himmel auf Erden? Damit hat man ein Problem. Denn hier ist es nicht einfach, nicht harmonisch, nicht idyllisch, nicht lieblich – wir erfahren doch jeden Tag die Wucht des alltäglichen Lebens. Die Kluft zwischen meinem persönlichen Leben in so vielen Spannungen und mit so elementaren Schwierigkeiten und der Himmel-auf–Erden-Idylle ist so gewaltig, dass es einfach nicht zusammen passt. Himmel und Erde passen nicht zusammen.
„Himmel“, das würde doch bedeuten: kein Leid, keine Unzufriedenheit, keine Selbstzweifel, keine Schuld, kein Versagen, keine Ohnmacht, genug Kohle, siegreicher VfL, keine Problem, liebe Kinder, noch liebere Eltern, keine Einsamkeit…. Alles, worunter wir hier leiden, würde es doch im Himmel nicht geben.
Gerade Christen, die vom Himmel wissen, tun sich oft mit dem Leid so schwer. Leid ist doch eine Un-Möglichkeit! Leid ist nicht vorgesehen im Himmel – und wenn der Himmel auf die Erde gekommen ist, warum leide ich dann noch. Etwas passt da nicht zusammen. Wer passt da nicht auf? Da wird man unzufrieden. Da lebt man ja im Defizit. Manche Christen neigen dazu, zwei verschiedene Lebensweisen aufzubauen: eine christlich Harmonische – Gemeinde als Idylle, ein lieblicher Geruch… und dann die Alltägliche mit all ihren Spannungen und Halbheiten. Ergebnis: Man wird unzufrieden!
Übrigens gibt es das gleiche Unzufriedenheitssyndrom auch beim Ansehen von Filmen. Wer sich viele Filme ansieht, in denen am Ende alles glatt läuft, alle Probleme gelöst werden und die Liebe siegt, der wird unzufrieden.
Der WDR brachte an Weihnachten folgende Meldung: „Wer ein Fan von romantischen Liebeskomödien ist, dessen Beziehung oder sogar Ehe ist in Gefahr. In den Hollywood-Filmen seien Beziehungen von Anfang an aufregend und hätten eine Qualität, die sonst erst nach Jahren entwickelt würde. Dies fanden Forscher der "Harriet Wood Universität" in Edinburgh heraus. Die Forscher hatten Paare und Paartherapeuten zu ihrem Liebesfilm-Konsum befragt und dann 200 romantische Hollywoodfilme analysiert. Aber nicht nur Filme beeinflussen die Menschen, auch Videos, Bücher und Liedertexte übten Faszination aus. Viele Paare sähen nicht, dass es intensiver Kommunkation bedarf, um eine vertrauensvolle Partnerschaft zu entwickeln.“ Sie erwarten etwas für die eigene Beziehung, was man sich erst über viele Jahre hinweg erwerben muss, in dem man miteinander redet, miteinander sich den Problemen stellt und den andern mehr und mehr entdeckt und versteht.
Aber statt dessen wird man mit dem andern unzufrieden. Sie kommt nicht ständig zum Kuscheln, er trägt nicht den Müll raus und macht auch keinen Kochkurs, sie liest ihm nicht die Wünsche von den Lippen ab, er macht keinen Tanzkurs und die Kinder zündeln in diesem explosiven Beziehungsgemisch ständig herum.
Der Moderator riet: „Schauen sie sich öfters ein Drama an.“ Tragödien eignen sich ebenfalls, um dem IST-Zustand seines Beziehungslebens doch noch etwas abringen zu können.
Himmel auf Erden – gibt es nicht!“
Sehen wir uns unser Wort einmal genauer an. Lassen wir uns darauf ein, dass unsere „Himmel-auf-Erden-Vorstellung“ heute morgen korrigiert wird.
Unsere Geschichte Endet damit, dass der gesamte Himmel auftritt und deutlich macht: Jesus aus Nazareth ist Gottes geliebter Sohn. Gott öffnet den Vorhang der Verborgenheit und wird hörbar: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Gott sieht Jesus an und strahlt: sehr gut!
Der unsichtbare ewige Gott outet sich als Vater dieses Mannes. Aber nicht nur das. Gottes Kraft und Schöpfermacht kommt auf diesen Mann. Der Geist Gottes, indem Gott alles Geschaffen hat kommt wie eine Taufe herab auf diesen Jesus.
In dieser Geschichte erkennen wir: Himmel ist total ausgefüllt von Gott! Und in diesem Jesus aus Nazareth kommt der Himmel zu uns!
Aber nun sehen wir uns einmal an, was das denn bedeutet!
1. Jesus teilt unser Menschsein und unser Schicksal
Jesus ist also auf die Erde gekommen. Er sonderte sich nicht ab. Er errichtete nicht irgendwo am Tempelrand ein Büro und gibt seine Sprechzeiten aus: himmlische Ratschläge für gelingendes Leben!
Nein, Jesus teilt das Leben der Menschen. Er sucht diese Menschen. Er öffnet ihre Augen für seinen Vater und den Himmel. Er zeigt ihnen Zeichenhaft etwas von der Güte und Barmherzigkeit Gottes. Er zieht umher. Er hat kein Zuhause. Er wird hungrig. Er muss vor den Nachstellungen der Mächtigen fliehen. Er wird zum Außenseiter, weil er der Religion des Landes nicht entspricht. Er flieht vor der Willkür eines Tyrannen. Er leidet am Jammer der Menschen. Der ständige Vertrauensbruch der Leute schmerzen ihn. Er leidet an der Lieblosigkeit. Er leidet an den tausend Leiden, unter denen Menschen sich quälen. Er wird verraten. Er wird verspottet. Er wird geschunden und gefoltert. Er wird hingerichtet. Er wird verscharrt.
Jesus gibt sich in unser Dasein hinein. Er trägt es. Er erleidet es. Er teilt es mit uns.
Deshalb suchte er damals Johannes auf. Dieser Johannes taufte Menschen zum Schutz. Er sagte den Menschen: Der Himmel kommt, deshalb ändert euer Leben, denn sonst überlebt ihr seine Ankunft nicht. Führt ein Leben nach den Lebensordnungen Gottes! Übt euch im Alltag in tätiger Liebe gegenüber denen, die Euch begegnen. Lasst euch taufen! Fällt eine Lebensentscheidung: lebt wieder nach dem Herzen Gottes und nicht mehr nach dem, was euch in den Sinn kommt. Wascht das Alte ab – es würde in der Glut der Liebe Gottes vergehen. Zeigt ab jetzt, zu wem ihr gehört! Beugt euch unter das, was Gott von Euch fordert!
Und da kommt Jesus und stellt sich zu all den Menschen, die angesichts des nahenden Himmels ihre ganze Ohnmacht erklären und nur noch rufen können: Gott, erbarm dich über mich und über das, was ich da Jahr für Jahr zusammenlebe!
Und nun geht Jesus hinein in das ganze Leid dieser Welt. Stellt euch das bitte so vor: Jesus taucht in das Leid ein. Der Himmel kommt ins Leid! Wir meinen immer, im Himmel ist kein Leid.
Wir haben keine Ahnung!
Im Himmel wird geliebt, und deshalb leidet man dort ohne Ende. Was tut es Gott im Herzen weh, wenn er sieht, was hier Menschen mit Menschen tun, wenn er die harten Herzen sieht, an denen seine geliebten Menschen zu Grunde gehen. Im Himmel wird Rotz und Wasser geheult – ständig! Oder meint ihr, Gott ist Schnitzel und schaut auf den Gazastreifen, schaut auf Simbabwe, auf Afghanistan, auf den Irak, schaut auf die frierenden Menschen in Rumänien und in der Türkei, auf die arbeitslosen Nokianer und auf die vielen Leute, die einfach überfordert sind mit dem, was ihnen ständig begegnet und abverlangt wird, auf die unzähligen Tränen seiner geliebten Menschen. Gott muss schlecht aussehen! Er leidet!
2. Jesus erfüllt, was wir zu tun hätten und er bezahlt für alles, was wir verbockt haben.
Deshalb bat er seinen Sohn auf die Erde. Deshalb stand Jesus damals vor Johannes. Der sieht Jesus und erkennt sofort, wer da vor ihm steht – das ist erstaunlich, denn so richtig begegnet sind sie sich noch nicht. Als Babys sind sie sich mal nahe gekommen. Aber schon da hat der kleine Johannes im Bauch seiner Mama einen Freudentanz veranstaltet. Johannes hat ein feines Gespür – und er sieht: da kommt Gott aus seinem Himmel auf die Erde. Wieso will er sich taufen lassen. Das hat er doch nicht nötig. „Ich bedarf doch viel dringender, dass, du Jesus, mich taufst!“
Und jetzt hören wir das Motiv, um das es Jesus geht. Und er schließt in dieses Motiv auch Johannes ein und zeigt, dass die Sendung des Johannes dieses eine Ziel hatte: Den Weg bereiten, damit die Gerechtigkeit Gottes in unserem menschlichen Dasein geübt und erfüllt wird. Die Taufe des Johannes ist für Jesus wie ein „Tor“, durch das er in unser Leben eintritt um es auszufüllen und zu erhellen mit der Güte, der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes. Denn das ist ja das, was Gott zu recht fordert: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig zu sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8).
3. Jesus tauft uns mit dem Heiligen Geist
Johannes weiß: „Ich taufe mit Wasser; doch danach tritt der auf, der mit dem Heiligen Geist tauft!“
Das ist das Ziel der Sendung Jesu: Der Heilige Geist soll sich in unserem Herzen niederlassen. Jesus schickt ihn uns, wenn wir ihm vertrauen und uns seine Gerechtigkeit schenken lassen.
Die Taufe ist Übereignung meines Lebens an diesen Jesus – weil ich weiß, dass es ohne ihn nicht gelingen wird. Mein Leben wird scheitern an den Herzproblemen dieser Welt und an meinen Herzproblemen; kalte Herzen, harte Herzen, verletzte Herzen, weinende Herzen – und am Ende Herzstillstand.
Aber durch den Heiligen Geist gießt Gott seine – seine ganz Persönliche – Liebe in unser Herz! Gott opfert seine Liebe! Die Taube war das kleinste Opfertier als Versöhnungs- und Dankopfer. Das Opfer des „kleinen Mannes“! Gott opfert sich und gibt sich in unsere Herzen, in das Herz des erbärmlichsten Mannes und der zerbrochensten Frau. Wer zu Gott sagt: Herr erbarme dich!, der wird übergossen mit der Liebe und Barmherzigkeit Gottes, der muss nun nicht mehr aus sich leben, sondern der findet in seinem Leben die „Kraft Gottes“ – und das ist die Kraft, die Liebe durchzuhalten!
Wer sich nun in der Taufe ganz Gott übereignet, der darf in seinem Leben von dem Leben, was Jesus für ihn getan und vollbracht hat. Er kann in der Gemeinde und in seinem Alltag die Liebe Gottes ins Spiel bringen, in Geduld schwierige Situationen und Menschen ertragen, immer wieder seine Kraft einsetzen, um die Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen!
Ich schließe mit einem Zitat aus einem Interview mit Udo Jürgens (TV Hören und Sehen Nr. 3 vom 17. – 23. Jan. 2009). Da sagt Udo Jürgens auf die Frage: „Wer ist denn ihr ganz persönliches Supertalent?“ „…und ältere Ehepaare, die sind für mich die wahren Helden.“ Und auf die Frage „Warum?“ begründet er: „Weil ich das nicht geschafft habe. Wenn ich sehe, wie sie Händchen halten, schaue ich ihnen oft hinterher. Mich berührt das sehr. Da habe ich etwas verpasst in meinem Leben – das macht mich traurig. Nachdenklich. Denn sie haben trotz all ihrer Probleme ihre Liebe nicht in den Müll geworfen…“
In dieser Welt kann man wieder leben mit dem langen Atem der Liebe Gottes. In dieser Welt kann man wieder vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes und dieses Vertrauen auf ihn durchhalten. In diesen Koordinaten sein Leben gestalten: Gott vertrauen; auf Gott seine Hoffnung setzen; Gott und die Menschen lieben und dienen. Jesus halt dafür alles getan. Mit ihm ist der Himmel auf die Erde gekommen – und in unser Leben!
Amen
Montag, 5. Januar 2009
04.01.2009 Alles ist möglich – Yes, HE can!
Lukas 18, 27
„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“
Jahreswechsel sind oft Anlass für starke Sprüche. Da gibt es im Rückblick auf das alte Jahr die Sprüche des Jahres. Die Hörer des NDR haben über die Vorschläge Ihres Senders abgestimmt. Im abgelaufenen Jahr hat Ba-rak Obama das Rennen gemacht. Sein „Yes, we can!“ ist in alle Munde. Platz zwei belegte sozusagen die deutsche Variante dieses Ausspruchs – natürlich von einem deutschern Politiker: Sie lautet: „Heißes Herz und klare Kante! Das riecht nach Schweiß und Anstrengung. Aber das ist besser als Hose voll!“ Dieses Zitat stammt aus einer Rede von Franz Müntefering bei seinem politischen Comeback im Münchner Hofbräukeller am 3. Sept. des letzten Jahres. Tja, irgendwie sind die US-Politiker doch prägnanter.
Von Jesus war kein Zitat unter den ersten 10 – dafür aber von Papst Be-nedikt XVI. – und wenn er gut ist, dann war doch ein Zitat von Jesus da-bei – hören wir es einmal. Es handelte sich um ein Wort in Bezug auf die Finanzkrise: „"Auf Sand baut, wer sich nur an sichtbaren Dingen orien-tiert, am Erfolg, an Karriere, an Geld."
Es gibt auch schon starke Sprüche für das neue Jahr – ein Wort von Otto von Bismarck wird sehr hoch gehandelt. Er sagte einmal „Es wird nie so viel gelogen wie vor einer Wahl, während des Krieges oder nach der Jagd.“ Eine gute Vorbereitung auf unser Superwahljahr – oder?
Ist nun unsere Jahreslosung auch eines von vielen starken Sprüchen. „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Prägnan-tes Wort. Das klingt irgendwie nach „Toyota“ – sie wissen schon: „Nichts ist unmöglich….!“
Sehen wir unser Wort aber etwas genauer an. Es steht im Zusammenhang einer spannenden Begegnung. Ein wohlhabender Mann aus der jüdischen Oberschicht kommt zu Jesus und fragt ihn: „Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?“
Zuerst möchte ich klären, worum es bei dieser Frage geht: Ewiges Leben. Was ist damit gemeint? Damals war den Menschen bewusst: Gott schenkt das Leben. Er hat es eingehaucht. Es ist Gabe Gottes. Und das Leben der Menschen ist das Ziel Gottes. Was Gott schafft, das soll bleiben. Der Mensch hat die Gabe Gottes zerstört, weil er Gott den Rücken zugekehrt hat. Der Mensch orientiert sich in seinem Leben nicht mehr an dem, was Gott sagt, was Gott will oder was Gott am Herzen liegt. Trennung von Gott bedeutet Trennung von dem, der Leben schafft und schenkt, bedeutet: Trennung vom Leben!
Doch Gott hat dem Menschen wieder seinen Willen offen gelegt und ihm seine Lebensregeln mitgeteilt. Das ist ein Weg zurück zu Gott. Das ist ein Weg, zurück zu einem Leben mit ihm, zurück zu einem bleibenden Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
Was ist also von uns her gesehen zu tun, damit wir wieder in die Gemein-schaft mit Gott zurückfinden und dem Leben auf die Spur zu kommen, ei-nem Leben, das nicht mit dem Herzstillstand endet, sondern mit einem neuen Herzen ausgezeichnet wird?
Jesus zählt einige dieser Gebote auf. Die Antwort verblüfft: „Das habe ich von Kind auf gehalten.“
Jesus spricht: „Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gebe es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Und komm, und folge mir nach!“ (Lukas 18, 22)
Das hat getroffen. Des griechische Wort, das hier die Empfindungen des Mannes beschreibt, könnte man auch mit dem Wort „Schmerz“ überset-zen. Die Einladung Jesu empfand er wie einen Tiefschlag, wie eine Zumu-tung, wie einen plötzlichen Wetterwechsel. Plötzlich steht er im Regen. Ein Übersetzer schreibt: „ein Schatten legte sich über sein Gesicht“.
Die Bibel nennt sogleich auch den Grund des Wetterumschwungs und den Ort der Erschütterung: „… er war sehr reich.“ Und deshalb schmerzt die Einladung Jesu. Der Hang am Reichtum macht die Armut an Liebe im Herzen deutlich. Nein, so groß ist seine Liebe nicht! – und an dieser Stelle fragt man sich, wie war es denn mit seiner Liebe bestellt, wenn es doch in den Geboten Gottes nur um die Liebe geht und um nichts weiter? Scheinbar ist der Mangel an Liebe das „Kamel“ in unserem Bild-wort. Der Lieblose ist viel zu beladen, als dass er durch das Tor des Le-bens passt. Das ahnt er und macht sich traurig davon. Er trägt Trauer – aber er ist nicht fähig, an dieser Situation irgendetwas zu ändern.
Liebe Geschwister, an dieser Stelle verlassen wir die Zuschauerrolle und werden in diese Geschichte mit einbezogen. Jesus ruft uns in seine Nachfolge und fordert uns auf, der Liebe in unserem Herzen freien Lauf zu lassen und die Benachteiligten in dieser Welt ein Hoffnungszeichen zu schenken. Und plötzlich tut es weh. Bedingungslos in Jesu Gemein-schaft einzutreten – und bedingungslos zu lieben – das tut weh. Und plötzlich empfinden wir einen Schmerz: wir haben zu viele Termine, zu viele Güter, zu viele sehr berechtigte Vorbehalte, zu viele Verpflichtungen, müssen doch für andere Sorge tragen, wir haben wichtige Hobbys, eine sportliche Leidenschaft, zu viele be-rufliche Pläne, wir sind viel zu erschöpft, haben viel zu starke per-sönliche Vorlieben, zu starke negative Erfahrungen, zu große per-sönliche Probleme, und, und, und.
Viel zu beladen um durch die Tür der Liebe ins Leben einzusteigen. Viel zu reich, um gerettet zu werden und nun vorbehaltlos andere auf diesen Ret-ter hinzuweisen und zum Leben einzuladen.
Und nun sind wir bei unserem Wort der Jahreslosung. Jetzt sehen wir, worum es hier geht. Lebendig in Gottes Gegenwart zu kommen, ein leidenschaftliches Herz in der Liebe Gottes zu erhalten und ande-ren zum Leben zu verhelfen – das können wir nicht. Wir können nicht selig werden. Wir können uns nicht retten. Wir haben zwar, wie der Mann in unserer Geschichte, auch unsere Vorzüge und einige Dinge, die uns durchaus auszeichnen. Aber Jesus sagt: eines fehlt dir noch… Wir tra-gen immer noch zu viel mit uns herum und es trennt noch zu viel von der Liebe Gottes und der Not der Mitmenschen. Nein, wir können nicht – nicht einmal Toyota kann – wir haben das falsche Vermögen!
Jesus sagt: Aber Gott kann! Gott hat scheinbar das rechte Vermögen. Hier steht das Wort „dynatos“ – mächtig, gewaltig, das rechte Vermögen haben. Gott ist randvoll mit dem richtigen Vermögen, das unsere Ärmlich-keit erneuern, verändern kann! Gott kann! In Gottes Herzen ist die Sprengkraft, die vor unseren versteinerten Herzen nicht kapitu-liert.
Wer am 10. Dez. beim Allianzgottesdienst mit Ulrich Parzany war, der hat erfahren, was die stärkste Waffe Gottes ist. Ulrich zitierte Wilhelm Busch, der ihn in seiner Jugend für sein Leben geprägt hat. Busch sagte: „Die stärkste Waffe Jesu ist die Schüssel!“(in Anlehnung an die Fußwaschung; Jesus wäscht die Füße der Jünger; er dient ihnen, weil er sie liebt) – das heißt: seine leidenschaftliche und dienende Liebe verändert Herzen. Keine Engelheere und keine Reden über das Endzeitgericht, keine Blitze vom Himmel sondern die Liebe aus Gottes Herzen ist die Kraft, die die Welt verändern weil sie uns Menschen verändern!
Liebe Geschwister: „Yes, HE can! He is mighty!” Das ist das Wort, mit dem uns Gott ins neue Jahr und in unser Leben, in unseren Alltag schickt! Ich möchte kurz drei Konsequenzen erwähnen:
a. wir sehen unsere Ohnmacht unter einem neuen Gesichts-punkt.
Vielleicht muss Gott in vielen Situationen unseres Leben viel zu lange war-ten, bis wir endlich ohnmächtig werden und nicht mehr weiter wissen: in unserer Gemeindearbeit, in unseren Beziehungen, in der Erziehung unse-rer Kinder, in unserer persönlichen Entwicklung. Wir stehen seinem Han-deln oft mit unseren Ideen und Strategien im Weg. Klar, das ist nicht zwangsläufig so. Aber ich denke, dass wir dort, wo wir uns ohnmächtig ganz auf seine Hilfe werfen lassen, sein Wirken und sein Können neu in unserem Leben und in unserer Gemeinde erfahren.
Ohnmacht ist nicht chic – aber in der Ohnmacht liegt die Chance, ganz auf Gottes Handeln zu hoffen, ihn nun „machen“ zu lassen. Liebe Geschwister – Gott kann! Lassen sie uns unsere Ohnmacht als Chancen begreifen – Gott hat Mittel und Wege – lassen sie ihn machen!
b. wir packen Dinge an, die kein Mensch tun kann
Weil Gott kann, können wir Dinge tun, die kein Mensch tun kann. Wir kön-nen miteinander Gemeindebauen und Menschen untereinander verbinden, die schlichtweg nicht zueinander passen und miteinander harmonieren. Wir bauen Gemeinde, obwohl wir das überhaupt nicht können. Wir tun dies nur im Vertrauen darauf, dass er dabei ist und handelt und wirkt, dass er seine Gemeinde baut zu seiner Ehre.
Wir haben uns entschieden, ProChrist in Bochum durchzuführen – obwohl wir das eigentlich nicht können. Wir haben die Zeit nicht, die Kraft schon überhaupt nicht – und vom Geld reden wir am besten nicht. Wir haben in unseren Gemeinden genug zu tun. Liebe Geschwister, wir tun das, weil Gott kann! Er kann bauen. Er kann Menschen in Bochum erneuern. Er kann durch uns wirken. Er kann dabei sogar unsere Gemeinden bauen! Ja, Gott kann! Deshalb stellten sich Petrus und Paulus auch in schwierigen Zeiten nicht ins Abseits, sondern mitten in den Berennpunkt der Zeit. Deshalb treten Christen immer wieder auf und sind mutige Mahner, lei-denschaftliche Diener der Menschen und eindeutige Bekenner der Macht Gottes.
c. wir haben Hoffnung ohne Ende
Weil Gott kann, deshalb wissen wir uns geborgen. In allen Situationen und in allen Grenzerfahrungen unseres Lebens wissen wir: Er kann! Wir wissen nicht, wie er sein Können erweisen und welche Wege er führen wird – a-ber wir wissen: Am Ende wird das Leben mit ihm in seiner Liebe und Lei-denschaft stehen. Unser Leben endet nicht mit dem Herzstillstand - son-dern weil unser Herr lebendig machen kann, führt er auch durch einen Herzstillstand zu neuem Leben und neuem Herzen.
Gestern war ich in einem Hagener Krankenhaus und habe das Abendmahl einer älteren Dame ausgeteilt, der die Ärzte am Morgen rieten: Verab-schieden sie sich von ihrer Familie. Sie lag in ihrem Bett, schwach und zerbrechlich. Aber sie strahlte über ihr Gesicht. Sie wusste: wenn die Men-schen am Ende sind, ist Gott noch lange nicht am Ende. Er führt zum Le-ben – ob noch hier in dieser Zeit oder durch den Tod in die Ewigkeit, das ist seine Sache. Aber Tatsache ist: Gott kann! Gott wird! Diese Frau war geprägt von dieser Hoffnung.
Liebe Geschwister, unsere Jahreslosung möchte uns Mut machen, damit wir uns ganz auf unseren Herrn verlassen, dass wir Dinge anpacken die wir ohne ihn nicht tun können, dass wir liebend und leidenschaftlich auf-brachen zu den Menschen in unserer Stadt und bekennen: Yes, HE can!
Amen