Weihnachtsgottesdienst 2009 in Lobetal (24. Dez. 2009)
Johannes 1, 4-5 und 11-12
4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat´s nicht er-griffen.
11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf; 12 wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Anspiel: Weihnachtsmanagement
Dieser Mensch ist damit beschäftigt, das Beste aus den Feiertagen für sich herauszuholen. Er will Geschäfte machen und dabei gut abschneiden.
Gott hingegen ist damit beschäftigt, an Weihnachten das Beste für seine Menschen herauszuholen. Gott will beschenken!
Unser Weihnachtsmanager ist ein kreativer Kopf – er denkt nach, was die Leute an Weihnachten brauchen könnten und womit er mit ihnen ins „Ge-schäft“ kommen kann. Dabei ist er schon auf einer wesentlichen Spur: er versucht, den Leuten mit Weihnachten auch noch etwas Praktisches zu-kommen zu lassen. So ein „Weihnachtsmann Typ H“ ist schon nicht schlecht!
Gott hat sich auch entschlossen, uns etwas Praktisches zukommen zu las-sen. Er wollte, dass es wieder „hell“ wird, im Leben seiner Menschen. An Weihnachten ist es also hell geworden auf unserer Erde. Gott hat das „Licht“ angemacht – das ist Weihnachten. Gott hat uns Jesus geschenkt – er ist das Licht Gottes auf dieser Welt.
Wenn wir heute Kerzen anzünden und viele Lichter anmachen, dann nicht deshalb, dass es etwas wärmer oder gemütlicher wird. Kerzen und Lichter sollen vielmehr Zeichen für diesen Jesus sein.
Was bedeutet das nun, dass Jesus das Licht Gottes zu uns Menschen bringt? Sehen wir in seinem Licht etwas, das wir sonst nicht sehen?
1. sehen, dass ich wertvoll bin.
Was darf ein Geschenk kosten, das dem andern zeigt: Du bist mir wert-voll?!
Das amerikanische Magazin Robb Report ist für seine exklusive Liste mit den teuersten Weihnachtsgeschenken der Welt bekannt. Auch in diesem Jahre haben sich die Redakteure wieder Gedanken darüber gemacht, wie man möglichst viel Geld zum Weihnachtsfest los-werden kann. Einige davon sind jedoch einfach unerschwinglich: Das exklusivste Geschenk beinhaltet beispielsweise eine Yacht und einen Privat-Jet und kostet den Schenkenden min-destens 500 Millionen US-Dollar. Ein wenig realistischer ist da schon das Monaco Grand Prix Paket im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar. Darin enthalten ist ein VIP-Auftritt im Rahmen des Monaco F1 Grand Prix 2010 im Mai nächsten Jahres, eine Reise im Privat-Jet von Nord-amerika nach Nizza, ein Helikopterflug nach Monte Carlo mit einer Party für vier Personen und fünf Nächte im Monte Carlo Bay Hotel & Resort.
Reiche Leute geben für diese Dinge einen Teil ihres Vermögens aus.
Aber Gott gibt nicht einen Teil seines Vermögens – Gott schenkt uns an Weihnachten alles, was er hat. An Weihnachten wurde der Himmel arm und die Erde reich – alles, was Gott hatte, schickte er zu uns. Deshalb sind auch so viele Engel da – im Himmel war es richtig trist!
Das sollen wir wissen: wir sind Gott unendlich wertvoll! Weil wir wertvolle Menschen sind, ist es Gott nicht egal, was aus uns wird. Deshalb setzt Gott alles daran, dass wir das auch wissen. Es gibt nämlich so viele Leute, die nicht wissen, dass sie ein richtiger „Schatz“ sind. Seit Weihnachten wissen wir es wieder. Seit Weihnachten darf ich wissen: wenn irgendwas in meinem Leben daneben gegangen ist, ich eine Schulaufgabe verhaue, ein Spielzeug kaputt mache, den Braten anbrennen lasse, den Geburtstag meiner Frau vergesse oder nie die neuesten Sachen bekomme: ich bin dennoch von Gott geliebt. Bei Gottes Casting stehen wir alle auf dem Po-dest!
Was haben wir davon, dass wir wissen: ich bin ein wertvoller Mensch? Das ist eine gute Nachricht. Ich muss mich nicht erst wertvoll machen. Meinen Wert legen auch nicht andere fest! Dass ich genial bin, muss man nicht mehr an den Zeugnissen ablesen – das sieht man, wenn man mir in die Augen schaut! Ja – deine Augen gibt es nur einmal! Du bist einmalig. Viele Menschen meinen nun, sie sind nichts mehr wert. Keiner braucht sie. Beim Fußballspiel will mich keiner in seiner Mannschaft haben. Manche denken: ich habe keine Arbeit – ich bin zu nichts zu gebrauchen! Andere sind alt und schwach geworden – sie fühlen sich als Last, aber nicht als Schatz!
Es ist Weihnachten: schau, Gott gibt alles was er hat für dich! So wertvoll bist du ihm!
Jeder einzelne Mensch ist Gott so wichtig, dass er auch heute seinen Leu-ten und seiner Kirche Befehl gibt: sucht jeden Menschen und zeigt ihm, dass er mir sehr viel bedeutet.
2. wissen, dass Gott liebt
Das Zweite: Gott will, dass wir wissen, wer er ist. Mit „Gott“ benennt man auf dieser Welt vieles. Da gibt’s einen Fußballgott und einen Flankengott, da gibt es einen Naturgott und einen, mit dem man leben kann wie Gott in Frankreich. Es gibt einen Kochgott, einen Modegott, einen Literaturgott – eben einen für jede Religion. Jeder glaubt an etwas – und wenn es auch „Nichts“ ist. Wenn wir mit Menschen über Gott reden, dann müssen wir immer genau hinhören um zu erfahren, welchen Gott sie meinen.
Gott will sich zeigen. Er will aus dem Dunkel ins Licht kommen und ein-deutig werden – die Bibel nennt das „ sich offenbaren“. Gott offenbart sich uns in Jesus. Er schenkt uns Erkennungszeichen. An diesem Jesus sollen wir eindeutig wahrnehmen, wie er ist: er ist ein Gott der liebt!
Weihnachten heißt: Gott wird Mensch und zeigt, wie er ist.
Deshalb ist Weihnachten das Fest der Liebe, weil die Liebe Gottes gefeiert wird. In Jesus sehen wir, dass Gott eine unerschöpfliche Quelle der Liebe ist. Wir Menschen können ja auch lieben – aber das bisschen Liebe, das in unserem Herzen ist, das ist leider so schnell aufgebraucht. Manchmal reicht es für die Nachbarn schon nicht mehr. Manchmal ist hat man den Freund zu Beginn eines Spiels noch gerne. Aber schon kurze Zeit später will man nicht mehr mit ihm spielen. Die Liebe ist in unserem Leben so schnell aufgebraucht.
Seit Weihnachten kennen wir eine Adresse, wo wir nachtanken können. Gott kann uns von seiner Liebe immer was abgeben – dabei wird seine Liebe nie weniger!
Nun könnten wir fragen: Was hab ich von seiner Liebe? So ist Kirche: ich habe keine Arbeit und die reden von der Liebe Gottes. Ich habe keinen, der mich liebt – ich bin alleine, und nette Worte ändern auch nichts daran. Ich komme in der Schule nicht weiter und packe einfach Mathe nicht – die 6 Jahre Schule von der 1. bis zur 10. Klasse kann ich mir gleich sparen. Was hilft da die Liebe Gottes?
Die Bibel zeigt uns: die Liebe Gottes ist kein Baby geblieben – seine Liebe ist erwachsen geworden – ein Mann! In Jesus ist die Liebe Gottes den Menschen begegnet: Jesus hat sich den Menschen zugewendet und ihnen geholfen. Er hat sie gesundgemacht. Er hat Menschen angenommen, die andere abgelehnt oder ausgeschlossen haben. Er hat Menschen Schuld vergeben und eine neue Chance im Leben eingeräumt. Er hat mut ge-macht, gestärkt, manchmal auch gemahnt.
Die Liebe Gottes ist eine Kraft, die mich für mein Leben stark macht, die mich auf die Beine stellt. Die Liebe Gottes ist kein Wunschroboter, der mir alles bringt wonach ich mich sehne. Die Liebe Gottes ist die Kraft, die mich wieder aufrichtet und mich stärkt, die mir zeigt: Gott ist an deiner Seite und geht mit.
3. erfahren, dass Gott mich begleitet
Seit Weihnachten machen Menschen die Erfahrung, dass sie nicht alleine sind. Damals waren Hirten auf dem Feld. Es war mitten in der Nacht und sie passten auf Schafe auf. Nachts muss man besonders aufpassen, denn in der Dunkelheit kommen wilde Tiere und finstere Gesellen. Deshalb ist es einem nachts manchmal etwas bange.
Und plötzlich: es wird taghell! Die Hirten sehen auf einmal Engel. Plötzlich offenbart sich ihnen, was sie vorher nicht wahrnehmen konnten. Gott ist nicht irgendwo über den Wolken. Gott ist direkt vor mir. Oh – und da be-kommen sie noch mehr Angst. Aber Gott lässt sagen: „Fürchtet euch nicht! Für euch und alle Welt gibt es Grund zur Freude. Die Liebe Gottes ist Mensch geworden und wohnt nun bei euch.“ Die Hirten erkennen plötz-lich: Gott ist mitten in ihrem Alltag, mitten in ihrer Nacht, sogar bei ihrem Job ist er da und er nimmt ihnen die Angst. Gott hat für sie seinen Sohn Jesus ins Leben geschickt, damit es hell wird bei ihnen.
Gott will dich begleiten. Du darfst Erfahrungen mit ihm machen. Er will dich stärken und fördern. Er will, dass durch dein Leben seine Liebe ande-re Menschen berührt und ermutigt. Er will, dass du in deinem Leben im-mer wieder solche Hoffnungszeichen der Liebe setzt.
Der WDR hat mit den Tafeln in NRW eine Aktion durchgeführt. Er hat auf-gerufen, bedürftigen Menschen ein Zeichen der Liebe zu schenken in ei-nem Päckchen – über 70.000 Pakete sind zusammengekommen, die heute verschenkt werden. Genial! Verschenkte Liebe macht Menschen Mut! Es sind Hoffnungszeichen. Sie machen sichtbar: Du lebst nicht allein! Du bist nicht verlassen. Gott ist an deiner Seite. Er schickt auch immer wieder seine Leute. In den Nöten des Lebens bist du nicht allein. Um die Noten des Lebens musst du nicht alleine kämpfen – lass dir helfen!
Wir brauchen nicht alleine zu leben. Gott hat es bei uns durch Jesus hell werden lassen. Und dieser Jesus begleitet uns. Wir sind durch ihn geseg-net. Gott segnet seine Menschen!
Das ist Weihnachten: Menschen empfangen den Segen Gottes!
Der Weihnachstmanager sollte einen Schnellkurs im Segnen machen.
Wer darf segnen? Jeder, der gesegnet ist!
Wie geht segnen? Kreuz über jemanden schlagen und ihm Gottes Liebe zusagen!
Kreuz – das bedeutet, dass Gott seine Liebe durchgehalten hat. Jesus hat am Kreuz nicht gesagt: jetzt ist Schluss mit Lustig! Jetzt schlage ich zu-rück. Jesus hat sich bei seinem Vater geborgen gewusst – deshalb bat er: Vater, vergib ihnen. Sie wissen nicht was sie tun. Jesus hält die Liebe durch – deshalb steht sie auch dir offen. Die Liebe Gottes ist eine Kraft, die dich für dein Leben stärken möchte.
Im Licht dieser Liebe darfst du leben!
Deshalb: Fröhliche Weihnachten! Amen.
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