Familiengottesdienst in Lobetal am 11. April 2010
1. Petrus 1, 3-5
3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbe-wahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.
Liebe Gemeinde,
heute gilt es darüber zu staunen, dass Gott uns Menschen nicht nur eine Hoffnung gegeben hat, sondern uns zu einer lebendigen Hoffnung wieder-geboren hat.
1. Wir dürfen mit „Hoffnung“ leben
Fangen wir mit der Hoffnung an. Was ist eine Hoffnung? Um das zu erklä-ren, brauche ich heute Morgen Schokolade. Wer von den Kindern hat eine Ahnung, wozu ich diese Schokolade mitgebracht habe?
Kinder bringen ihre Ideen ein. Vielleicht sagt ja einer: „Die Schokolade hast du mitge-bracht, damit wir sie essen können.“
Wenn jemand denkt: „Wau, diese Schokolade hat er für mich mitge-bracht!“, dann hat das noch nicht viel mit „Hoffnung“ zu tun. Das ist dann ein Wunsch. Da wünscht sich einer, dass er von der Schokolade etwas ab-bekommt. Aber der „Wunsch“ eines Menschen hat noch nichts mit dem zu tun, was uns Gott mit „Hoffnung“ schenken will. Hoffnung ist viel mehr als ein Wunsch.
Wenn sich jemand wünscht, von dieser Schokolade was abzubekommen, dann kann er auch Pech haben. Ich esse nämlich seit Ostersonntag wieder Schokolade. Und vor mir ist dieser zarte Schmelz einfach nicht mehr si-cher. Es könnte sein, dass er vorher in meinem Mund schmilzt. Eine Hoff-nung auf Schokolade könnt ihr erst dann haben, wenn ich euch verspre-che: „Nach dem Gottesdienst gebe ich jedem von euch von dieser Schoko-lade etwas ab!“.
Hoffnung auf etwas kann man erst haben, wenn einem jemand eine Zusa-ge gegeben hat. Wenn er sagt: „das und jenes tue ich später für dich – versprochen!“ – erst dann kann man davon reden, dass man darauf hoffen kann.
Hoffnung meint also das Warten darauf, dass jemand sein Versprechen einlöst. Gott redet immer wieder mit uns Menschen durch sein Wort. Wir können sein Wort lesen. Wir können sein Wort immer wieder entdecken. Vor allem aber werden wir entdecken, dass er uns in seinem Wort viele Zusagen geschenkt hat.
In der Bibel stehen Zusagen, die hat Gott schon erfüllt. Zum Beispiel die Zusage: „Ich will die Sünde des Volkes wegnehmen an einem einzigen Tag“, (Sacharja 3,9) hat Gott erfüllt. Jesus ist dafür gestorben, dass für uns der Weg zu Gott wieder frei ist. Die Sünde hat diesen Weg versperrt. Aber seit Karfreitag ist die Tür zu Gott wieder offen. Gott hat durch den Propheten Joel versprochen: „Ich will meinen Geist ausgießen über alle Menschen… und wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.“ (Joel 3, 1+5). Das hat Gott erfüllt. Am Pfingstfest um das Jahr 30 nach Christus haben Petrus und die anderen Jünger Gottes Geist ge-schenkt bekommen – und seither jeder, der Jesus vertrau.
In der Bibel stehen auch Zusagen, auf deren Einlösung wir noch warten. Der Prophet Jesaja sagt im 6. Jahrhundert vor Christus: „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vori-gen nicht mehr gedenken, und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe.“ (Jesaja 65, 17) Darauf warten wir noch. Mit dem Versprechen, das Gott seinen Leuten durch Jesaja gegeben hat: „Er wird den Tod verschlingen auf e-wig!“ (Jesaja 25, 8) hat es etwas Besonderes auf sich. Zum einen ist das durch das erfüllt, was Gott an Jesus am Ostermorgen getan hat. Jesus hat dem Tod den „Stachel“ (1. Kor. 15, 55f.) gezogen. Wer Jesus vertraut, der wird nicht im Tod bleiben. Aber es wird dennoch immer noch gestorben – wenn auch auf Hoffnung hin – da haben wir wieder unser Wort. Deshalb lässt uns Gott durch Paulus mitteilen: „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod!“
Weil Gott uns so wichtige Dinge sagt, die für unser Leben von großer Be-deutung sind, deshalb lesen wir in der Bibel. Da weckt Gott in uns immer wieder diese Hoffnung. Sie hilft uns in schweren Zeiten. Sie trägt uns durch leidvolle Erfahrungen. Am Ende werden wir sehen: Gott hat alles, was er uns zusagt, erfüllt.
2. Wir sind eine lebendige Hoffnung
Nun sagt unser Wort, dass wir „wiedergeboren sind zu einer lebendigen Hoffnung“. Was eine Geburt ist, das wissen wir. Zwei Menschen lieben sich und vertrauen Gott. In so eine liebevolle Geborgenheit hinein schenkt er neues Leben. Kinder bekommt man nicht übers Internet – sondern wenn zwei Menschen sich lieben und vertrauen. Dann werden sie Mama und Pa-pa eines Kindes – so wie das demnächst bei Cordelia und Simon sein wird. Was braucht so ein kleines Baby, damit er groß und stark werden kann, damit es sich freuen kann und mutig wird?
Kinder tragen Fragen zusammen
Brauchen Babys Schokolade? Brauchen Babys Spielsachen? Was ist ganz wichtig für Babys? Genau: Cordelia und Simon sind wichtig. Babys brau-chen Eltern. Babys brauchen jemand, der gut für sie sorgt, der ihnen das Richtige zum Essen gibt, der sie behütet und schützt, der sie fördert und stärkt und der ihnen immer wieder sagt: „Schön, dass es dich gibt! Ich sorge für dich!“
Bei einer Geburt kommt also ein Baby in eine Familie, und wird geliebt und umsorgt von den Eltern.
Wie muss man sich dann eine „Wiedergeburt“ vorstellen. Die Bibel redet davon, dass Menschen, die an Gott glauben, „wiedergeboren“ sind. Wie sollen wir das verstehen?
Es braucht Eltern, die liebevoll und stark sind. Es braucht einen Wunsch, dass man für Kinder da sein will. Es braucht ein passendes Kinderzimmer – einen Raum, wo man ganz toll spielen und lernen kann, wo man ge-schützt und geborgen ist.
Also: Gott und sein Heiliger Geist wünschen sich von Herzen, dass Men-schen ihn als liebevollen Papa erkennen und sich von ihm versorgen und erfüllen lassen. Die Gemeinde ist das Kinderzimmer, in dem man wachsen und reifen kann. Hier ist ein Ort der Geborgenheit und des Schutzes. Got-tes Geist schenkt diese „neue Geburt“, wo ein Mensch von Jesus hört und ihm vertraut. Ab diesem Augenblick ist auch Gott sein „lieber Vater“. Gott legt seine Hand auf sein Kind und sagt: „Du, ich übernehme über dein Le-ben Verantwortung! Ich bringe dich am Ende der Zeit in ein neues Leben – versprochen!“
Wir wissen ja, dass wir für eine Zeit bei unseren Eltern daheim leben. Dann, wenn wir groß sind, gestalten wir unser eigenes Leben, nehmen uns ein viel größeres Kinderzimmer, arbeiten und vielleicht heiraten wir eines Tages auch. Dann werden wir immer älter und auch unsere Eltern werden immer älter. Und irgendwann sterben auch die Menschen, die wir lieb ha-ben. Aber unser Vater im Himmel der stirbt nicht. Er begleitet uns. Er sorgt für uns.
Christen sind deshalb „Kinder Gottes“. Nicht mal ein Vorstandmitglied in Lobetal wird ein „Erwachsener Gottes“ – oder ein „Jugendlicher Gottes“. Wir bleiben immer seine „Kinder“. Kind bedeutet: „geboren, Geschlecht, Herkunft“. Kinder sind geprägt von der Herkunft und Liebe ihrer Eltern. Kinder Gottes sind geprägt von der Liebe Gottes und gehören in seine Fa-milie. Deshalb haben wir sein Versprechen, dass er im Himmel etwas auf-bewahrt hat: „ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Er-be“. Was Gott hat, wird dann uns gehören. Das ist etwas, das nicht mehr kaputt gehen kann, nicht mehr sterben kann, nicht mehr verloren gehen kann: Leben mit ihm!
Deshalb sind Christen so froh – sogar alte Leute, wenn sie Christen sind, lächeln. Sie haben ja immer noch einen Papa, der für sie sorgt!
So, und nun geht es noch darum, was eine „lebendige Hoffnung“ ist.
Mit Schokolade habe ich euch erklärt, was eine Hoffnung ist – nämlich das Versprechen von mir: Am Ende des Gottesdienstes bekommt jeder eine Schokolade.
Nun möchte ich jedem von euch fünf Schokoladen geben! Und zwar mit der Bitte: „Schenkt sie am Montag – oder schon heute Nachmittag – an jemand weiter“. Wer mir verspricht, die Schokolade weiterzugeben, der bekommt 5 Schokoladen. Und dann seid ihr für die Kids, denen ihr begeg-net, so etwas wie eine „lebendige Schokoladenhoffnung“! Die bekommen etwas von euch. Das ist richtig stark. Denen geht es so gut, dass sie euch begegnen – denn sie werden durch euch beschenkt.
Ihr bekommt von mir für Euch eine große Tafel Schokolade. Die 5 kleinen schenkt ihr weiter.
Liebe Gemeinde, ihr seid eine lebendige Hoffnung für euere Nachbarn, Schulfreunde, Verwandten, für euere Freunde, ja sogar für die, mit denen ihr eigentlich nicht viel anfangen könnt. Denn Gott hat euch so beschenkt, dass sogar diese Leute was davon haben.
Wenn jemand von ihnen nicht weiter weiß, wenn jemand von ihnen traurig ist, wenn jemand von ihnen krank ist, wenn jemand von ihnen Hilfe braucht – an euch kann er sich wenden. Bei euch weiß er: Der hilft mir gerne. Der hat einen guten Rat. Den kann ich fragen, der nimmt sich Zeit für mich!
Weil wir einen wunderbaren Vater im Himmel haben, deshalb sind auch die Menschen beschenkt, denen wir begegnen. Seid bitte hellwach dafür!
Cordelia, du hast in den letzten 3 Jahren uns geholfen bei den Entdeckun-gen, wie gut Gott für uns ist. Du bist eine starke „lebendige Hoffnung“. Und du darfst auch auf denen Vater im Himmel hoffen – er lebt und geht mit dir.
Als Zeichen dafür habe ich dir ein T-Shirt mitgebracht: „Meine Hoffnung lebt!“, steht darauf.
Ein jedes Kind ist schon eine lebendige Hoffnung. Es gibt Aufkleber, die man auf der Heckscheibe seines Kinderwagens anbringen kann: „Jedes Kind ist ein Zeichen dafür, dass Gott die Welt liebt!“
Simon, auch für dich habe ich ein T-Shirt. Auf dem steht: „Meine auch!“ Das versteht man leider nicht so ganz – da musst du vielleicht den Leuten was erklären. Aber immer wenn Du mit Cordelia zusammen wo bist, wenn ihr beide euer T-Shirt tragt, dann ist immer alles klar!
Amen
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