Dienstag, 31. August 2010

20.06.2010 Entfalten oder vergeuden – ein Leben, und was man daraus ma-chen kann

Gottesdienst am 20. Juni 2010 in Lobetal
Epheser 4, 11 – 16

11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.
15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in al-len Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unter-stützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.

Kennt ihr den Unterschied zwischen Jesus und den Holländern? Jesus hat aus Wasser Wein gemacht. Die Holländer machen aus Wasser Tomaten.

Wachsen wir Christen wie Tomaten? Braucht man nur die geeigneten Wachstumsbedingungen und dann wächst unser Christsein von selbst?
Wie entfaltet sich unser Leben? Bei Tomaten geht das von selbst. Sie be-nötigen keine Motivation. Sie kommen ohne Ermahnung aus. Es wächst automatisch – automatos – das kommt als Wachstumsbeschreibung auch in der Bibel vor. Automatos – so wächst das Reich Gottes. Markus 4, 28 steht dieses Wort. „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und er aufgeht und wächst und weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm…“
Das Reich Gottes wächst automatisch. Das ist wunderbar. Es wächst, auch wenn man hier in Europa Kirchen schließt oder verkauft. Gottes Reich ist nicht aufzuhalten.

Zurück zu unserem Leben als Christen. Das wächst nicht von selbst. Ob-wohl wir durch Gott alles haben, was wir zur Entfaltung unseres Lebens benötigen, geht es nicht von selbst. Er befreit uns, damit wir ihm vertrau-en können. Er trägt die Konsequenzen dessen, was wir ohne Gott seiner Schöpfung, seinen Geschöpfen und uns selbst angetan haben und antun. Er schenkt uns seinen Heiligen Geist, damit mit nicht mehr aus uns selbst leben müssen. Aber: Jetzt tut Gott nichts mehr gegen uns, sondern mit uns. Das ist das Geheimnis eines Christenlebens: 100% wirkt Gott und 100% gibt er und doch will er nun auch 100% von uns.

Es gibt für uns zwei Wachstumsphasen. Wir werden zuerst durch Gottes Geist in seiner Gemeinde dafür geöffnet, dass wir Christus entdecken und wahrnehmen, was wir in ihm geschenkt bekommen haben.

Der zweite Wachstumsschritt führt dahin, dass wir beginnen, andern Men-schen zu helfen, Jesus zu entdecken.
Paulus benennt das Ziel, das Gottes Geist in unserem Leben setzen möch-te: „Der Leib Christi soll erbaut werden, bis wir alle hineingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollen-deten Mann, zum vollem Maß der Fülle Christi. Gottes Geist will „Premium-leben“ schaffen. Nicht kleckern – er will volle Fülle!

In diesem Sinne möchte er meine Kraft sein – wie wir es gerade gesungen haben – eine einzigartige, unvergleichliche Kraft. Er möchte mir in meiner Ohnmacht helfen, damit ich mein Leben in das Licht Gottes, in die Gegen-wart Gottes, in die Liebe Gottes stellen kann.

1. Entfalte deine Gaben ben für andere Menschen

Gottes Geist befreit dich von Mächten, die dein Leben beherrschen.
Gottes Geist beschenkt dich mit Gottes Lebensfülle – in dir ist nun eine Quelle der Zuversicht und Liebe, der Kraft und Freude.
Und nun führt dich Gottes Geist auf das Trainingsgelände, damit du mit dem Neuen gute Erfahrungen machen kannst.
Gottes Geist führt dich in seine Gemeinde – nicht als Gast, sondern als lebendige Zelle. Er führt dich in seine Familie und du bist ein Teil des Gan-zen. Du bist ein wesentlicher Bestandteil seines Leibes auf dieser Erde. Durch dich – seinen Leib, will er ja den Menschen begegnen. Durch dich will er die Menschen im Herzen berühren. Durch dich will er den Menschen Hoffnung geben. Durch dich will er die Menschen vor dem Untergang ret-ten.
Das können wir nicht sofort. Das können wir aber sofort üben. Die Liebe ist ja da, in der wir anderen begegnen. Die Kraft ist da, in der wir andere ermutigen und ihnen helfen.
Doch das Schöne ist nicht, dass ich hier nicht nur trainieren darf. Das schöne ist, dass Gott mich hier auch stark macht durch andere Menschen.

Schaut euch einmal an – scheinbar wildfremde Menschen umgeben euch. Aber durch Gott sind das nun Geschwister. Durch sie wirst du gestärkt, ergänzt, bereichert und getragen. Und da sind auch Menschen, denen du Mut machen kannst und denen du mit deinen Gaben dienen kannst.
Gottes Geist führt in die Gemeinschaft – keine Ahnung, warum manche Christen heute ihr Leben alleine gestalten. Wir beginnen einen neuen Le-bensstil: aus einem einsamen Menschen wird ein Gemeinschaftsmensch. Der andere ist mir als Stärkung zur Seite gestellt. Er ist nicht Konkurrent. Er ist nicht Vormund. Er ist nicht Belastung. Er ist ein Bruder oder eine Schwester, durch die Gott mich ergänzen und erfreuen will, vielleicht auch korrigieren – auf alle Fälle aber stärken und ermutigen.

Wir müssen nicht alles in unserem Leben alleine hinbekommen. Gott will uns fördern durch Geschwister. Gemeinde ist ein großer Übungsplatz, wo wir nun in der Liebe Gottes miteinander umgehen lernen können.
Paulus sagt in Vers 15 und 16: „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Lie-be und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Liebe Gemeinde, wir sollen in der Liebe Gottes geübter werden. Wachsen bedeutet: Lasst euch mehr und mehr bestimmen durch die Liebe Gottes.


2. Ich empfange, was der Leib zu seiner Auferbauung benötigt.
Was passiert, wenn die Lasten und Blockaden aus unserem Leben hinaus-getragen werden? Was geschieht, wenn die Mächte, die mir aus den Tie-fen meines Lebens Fesseln anlegten und mich bestimmten durch Angst und Sorge, in Unsicherheit und Ohnmacht, wenn diese Mächte weichen müssen? Dann erlebe ich endlich „Freiheit“! Wo Gottes Geist ist, da ent-steht Freiheit. Gottes Geist führt in die Freiheit.
Freiheit meint dabei nicht, dass ich nun tun und lassen kann, was ich will – Freiheit ist eine Freisetzung für eine bestimmte Lebensweise: ich kann jetzt für andere da sein. Und das, was ich für diese Menschen benötige, das schenkt mir Gott.
Das ist das zweite Geschenk nach der Befreiung von Angst und Schuld: Gottes Geist erfüllt mich aus einer nie mehr versiegenden Quelle von Lie-be und Kraft, von guten Gaben, die mich nun zu einem erfüllten Menschen mache.
Ich muss mich nicht mehr selbst erfüllen und befriedigen. Ich muss nicht mehr andere gebrauchen, um erfüllt und zufrieden zu sein. Das Leben hat sich nun schlagartig gewandelt:
Früher lebte ich aus Defiziten. Ständig musste ich überlegen: Woher hole ich mir die Kraft? Woher hole ich mir die Bestätigung? Woher hole ich mir Befriedigung? Woher hole ich mir Liebe? Gottes Geist erfüllt mich nun mit Gottes guten Gaben.
Gott erfüllt mich durch sein Wort.
Gott erfüllt mich dadurch, dass er mir Dient – Gottesdienst!
Gott erfüllt mich durch seinen Geist.
Gott erfüllt mich … so wie er seinen Sohn Jesus erfüllt hat; er will, dass ich zum vollen Maß der Liebe Christi wachse.
Deshalb sind Christen sehr entspannte und frohe Menschen. Christen wer-den täglich beschenkt. Und deshalb geben Christen gerne weiter, was sie von Gott bekommen haben.

Ohne Aufgabe in der Gemeinde gibt es kein Wachstum. Wachstum im Glauben bedeutet, dass ich meinen Platz in der Gemeinde einnehme. Wir benötigen für unsere geistliche Entwicklung weder Wasser noch Dünger, sondern herausfordernde Aufgaben in der Gemeinde.
Amen

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