Mittwoch, 13. Oktober 2010

25.07.2010 Vom Licht und seinen Folgen

Epheser 5, 8b - 14 Predigt am 25. Juli 2010 in Lobetal
8b Lebt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerech-tigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn´s vom Licht aufge-deckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus er-leuchten.
(Filmausschnitt: Clown Oleg Popov)
Der Clown lässt es sich im Licht gut gehen. Da fühlt er sich richtig wohl. Aber seltsam – das Licht bleibt nicht. Das Licht wandert. Und so macht er sich auf die Reise; er will in diesem Licht bleiben. Und am Schluss packt er es behutsam zusammen und legt es in seinen Picknickkorb. Oleg will ohne dieses Licht nicht sein.
Im Licht lässt es sich gut leben. Ohne Licht gibt’s kein Leben.

1. Von der Schönheit des Lichts
Die Berichte darüber, wie Menschen zu Jesus kommen, sind erstaunlich. Das Fazit, das man dabei ziehen kann, ist eindeutig: Zu Jesus kannst du kommen wie du bist. Du kannst alles gewesen sein. Egal. Jesus hat keine Berührungsängste. Er berührt die Aussätzigen, nimmt die Ehebrecherin an und sucht die Raffgierigen und verspricht Verbrechern den Himmel.
Diesen Jesus suchen die Leute. Sie haben damals alles durchkämmt, bis sie ihn gefunden haben. Sie mussten ihn einfach finden. Wie das Licht die Motten anzieht, so sind die Kranken und Außenseiter, die Gesetzlosen und Hilflosen fasziniert von diesen Jesus. Bei ihm sein, das ist gut. Sich in sei-ner Gegenwart aufhalten bedeutet, sich im Licht zu sonnen. Und in seinem Licht werden Menschen heil – von diesem Jesus gehen heilende Kräfte aus. In seinem Licht verbrennt man nicht - in seinem Licht wird man wie-der Mensch!

Das Alte Testament zeigt uns einen interessanten Zusammenhang. Dort steht Licht in der Verbindung mit „Heil“. „Der Herr ist mein Licht und mein Heil…“ In diesem Licht wird man heil. „Heil“ bedeutet ganz – man wird heil, weil hier jemand ist, der einen ganz annimmt. Er sucht sich nicht nur das Filetstück aus. Er nimmt nicht nur die guten Eigenschaften an. Er nimmt mich ganz an. Das tut so gut. Das ist so wohltuend, wenn man weiß: Da kennt mich jemand durch und durch und er liebt mich durch und durch. Hier ist jemand, der mich endlich „ganz“ annimmt, „ganz“ bejaht und ganz liebt.
Dieses warme Licht der Liebe Gottes ist die eine Umgebung, in der wir Menschen aufgerichtet und gestärkt werden. Nach diesem Licht haben die Menschen Sehnsucht. Und dieses Licht hat uns berührt, erleuchtet und heil gemacht.

Heilende Wirkung geht auch vom natürlichen Licht aus. Die Biophotonen sind im ultravioletten bis infraroten Spektrum des Lichts. Sie haben eine so geringe Abstrahlung, dass man den Lichtschein von 1000 Biophotonen auf einem cm² vergleichen kann mit einem Kerzenlicht, das man aus einer Entfernung von 20km sieht – es ist nicht wahrnehmbar. Dieses Licht strahlt ganz gleichmäßig. Aber unsere Zellen können es aufnehmen. Wenn eine Zelle kein Licht aufnehmen kann, wird sie krank. Wenn eine Zelle dieses Licht nicht mehr hat, ist sie tot. Ohne Licht gibt es kein Leben. Der deutsche Professor für Biophysik, Fritz Albert Popp, der dieses Phänomen erforschte, beschreibt deshalb die menschliche Existenz sehr bezeichnend. Er sagte: „Der Mensch ist ein Lichtsauger.“ Licht tut gut.
(Apropos Licht: Wisst ihr, wie man den Brunftschrei einer Leuchtstofflam-pe nennt: Neonröhren!)
Das erste, das Gott geschaffen hat, war das Licht. Seine Schöpfung erfolg-te in einem hellen und heilsamen Schein. Licht tut gut. Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Er ist wunderbar. Es tut so gut, im zu begegnen. Er hat uns angenommen – ganz! Wir dürfen als angenommene und bejahte Men-schen leben – herrlich!

2. Die Auswirkungen des Lichts
In dieses Licht kannst du also kommen, wie du bist. Man kann alles gewe-sen sein. Egal. Aber: nun kann man nicht mehr bleiben, was man gewesen ist!
Jesus sagt zu der Ehebrecherin „sündige hinfort nicht mehr“ und Za-chäus sagt zu Jesus „siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen und wenn ich jemand betrogen habe, dann gebe ich es vier-fach zurück!“ Ein Verbrecher am Kreuz sagt zu seinem Kumpel: „dieser ist unschuldig!“ und dann wendet er sich Jesus zu und bittet: „Herr, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Einer, der sich alles mit Gewalt nimmt, fängt an, ein Empfinden für „recht“ und „unrecht“ zu haben und zu bitten!

Begegnungen mit Jesus haben Folgen. Begegnungen mit dem Licht der Welt beschreiben eine wunderbare Wandlung bei den Menschen.
Es hat erstaunliche Folgen, wenn man durch das Licht erhellt wird. Es hat Konsequenzen, wenn dieses Licht uns anscheint und annimmt. Es kommt zur Wandlung, wenn Jesus uns sein Leben schenkt, seine Liebe, seine Güte, seine Treue, seine Barmherzigkeit, seine Geduld und sein „Ja“ zu uns sagt. Und deshalb sagt Paulus in unserem Wort: „Lebt als Kinder des Lichts“. Und weiter sagt er: „habt keine Gemein-schaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis…“ – das heißt: macht nicht mehr mit, wenn es um Dinge geht, an denen Gott keine Freude hat und die nun nicht mehr zu euch passen.

Worum geht es hier eigentlich? Hier geht es um das Heil, das Gott uns schenkt und um die Folgen, die das bei uns hinterlässt. Wir haben gesagt: Gott nimmt uns ganz an!
Wir wissen, dass in dieser vollständigen Annahme auch das ganze Heil beschlossen ist, das nun unserem Leben gilt. Und deshalb sagt Jesus: Folge mir nach!

Folge mir nach heißt: Lass mich dein ganzes Leben ausfüllen und erfüllen. Halte dich mir „ganz“ hin – lass mein Licht dein ganzes Leben ausstrahlen und – gib mir dein Leben ganz. Gib mir dein ganzes Leben!
Die Halbheiten unseres Lebens sollen aufhören, weil sie nichts Gutes brin-gen. Lebe ganz mit Jesus. Eindeutig. Echt. Das Zwielichtige hat ein Ende.

Deshalb gilt es nun für uns, dass wir „wach“ leben. Das Wort „wach“ kommt von „wecken“ und bedeutet soviel wie „frisch und munter ma-chen“. Gott will nicht den Schlaf stören; er will uns erfrischen und ermuntern und wer will, dass wir unterscheiden können, was aus seinem Herzen kommt und was aus der Dunkelheit kriecht. Christen leben als „Lichtsauger“ – sie strecken sich aus nach dem Licht der Liebe Gottes! Und deshalb können sie nun von diesem Licht, das sich in ihrem Leben bricht, auch etwas in ihre Umgebung reflektieren.

3. Bringt sein Licht in diese Welt!
Der Schlüssel für ein Leben in der Nachfolge ist nicht, dass wir alles richtig machen und alle Gebote befolgen. Der Schlüssel für die Nachfolge ist, dass wir Gott alles machen lassen. Der Schlüssel für unser Christsein liegt darin, dass wir uns täglich von ihm erfüllen lassen. Er will uns geben, was wir benötigen. Er will uns täglich mit seinem Licht erhellen und mit seiner Liebe erfüllen. Er macht alles gut! Darauf vertrauen wir.
Um dieses Vertrauen geht es – in diesem Vertrauen ist das ganze Ge-heimnis der christlichen Existenz beschlossen: Vater gibt mir, was ich heu-te benötige. Ich muss es mir nicht an ihm vorbei organisieren!

Seid wach für die Dinge, die euerem Leben nun nicht mehr gut tun. Gebt ihnen nicht einmal mehr Raum in eueren Gedanken. Das wissen wir doch: in den Gedanken beginnen die Taten. Deshalb ist es wichtig, dass wir un-ser Denken reflektieren. Wenn sich finstere Gedanken einstellen, dann können wir sie Gott sagen.

Wir sind herausgefordert, die Programme zu bewerten, denen wir uns heute in unserer Freizeit aussetzen. Wir sollen auf Qualität der Unterhal-tung wieder Wert legen – der Unterhaltunssendungen wie auch der Ge-spräche, die wir führen. Es gibt Sendungen, die schreien nach dem „Ausknopf“ und es gibt Gespräche, die drängen zum „Einspruch“! Wir sol-len von Gottes Güte zeugen und Grenzen achten. Die „Gürtellinie“ ist eine gute Grenze – sie sollte nicht nach „untern“ überschritten werden.
Gebt euch ganz Gott hin und lasst euch ganz von ihm erfüllen – da spricht Paulus zu Beginn des 5. Kapitels zwei Bereiche an: Porneia und Pleonexia – Unzucht und Habsucht.
Unzucht meint jede Art von Geschlechtsverkehr ohne die feste, ernst ge-meinte, öffentliche und unwiderrufliche Übernahme von lebenslanger Ver-antwortung. Habsucht – man will immer mehr haben an Geld und Einfluss und immer weniger teilen und dienen. Davon wird die Welt beherrscht. Davon werden die Sendeprogramme beherrscht. Davon lasst euch nicht beherrschen. Davon soll unter euch nicht einmal die Rede sein.

Gottes Licht hat eine reinigende Wirkung. Wir lassen nicht mehr zu, dass wir wieder „verunreinigt“ werden. Gottes Licht deckt auf und schenkt einen Austausch von Reinheit und Unreinheit. Hier wird schon vorweggenommen, was am Ende der Zeit sein wird – Gott wird diese Welt belichten! Deshalb: lebt als Kinder des Lichts!
Dieses Lied werden wir gleich singen: „Wir schauen der Gnade ins Auge“; Gnade und Wahrheit gehören bei Gott zusammen; er nimmt uns ganz an – und als angenommene Menschen dürfen wir wahrhaftig leben. Stellen wir uns ihm ganz zur Verfügung – er will uns durchdringen und prägen mit seinem Licht!
Lebt als Kinder des Lichts!
Amen

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