1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder 2 und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. 4 Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung. 5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das sind Götzendiener – ein Erbteil hat am Reich Christi und Gottes. 6 Lasst euch von niemanden verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.
8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.
Wir sind auf der Suche nach einem Nachfolger (einer Nachfolgerin) für Cordelia. Das sind schon ganz schön große Schuhe, die da nun bereit stehen und ausgefüllt werden wollen. Geeignete Nachfolger zu finden ist so einfach nicht.
Momentan suchen ja einige einen Nachfolger. ZB der VfL Wolfsburg; er sucht einen Nachfolger für Armin Veeh. Gestern war eine Abordnung aus Bochum in Wolfsburg und hat 4:1 Gründe für den Interimstrainer Köstner ins Spiel gebracht. Mal sehen was wird. Die Verantwortlichen des VfL haben Interesse, jedes Spiel zu gewinnen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) muss die Stelle des Präsidenten Ende nächstes Jahr neu besetzen. Ein begehrter Posten. Ein wichtiges Amt. Viele Länder möchten gerne ihren Kandidaten als Nachfolger präsentieren. Aber alle Beteiligten wissen zu gut, dass eine zu frühe Debatte ihrem Kandidaten nur schaden kann. Man plant verdeckt, sucht Verbündete. Man will sein Schäfchen ins Trockene bringen. Man hat großes Interesse, an zentralen Stellen mit Einfluss nehmen zu können.
Übrigens Schafe: ich las eine interessante Stellenausschreibung: 100 Schafe suchen einen Schäfer. Nein, nicht Lobetal – wir wären ja nur 46. Richtige Schafe haben eine Stelle ausgeschrieben. Es gibt wenig Geld, dafür aber 365 Tage Arbeit. Geworben wird aber damit, dass eine einmalige Erfahrung in Aussicht gestellt wird: „Es ist schon ein erhebendes Gefühl, einer Herde voraus zu gehen und sie auf die Weide zu treiben“. Wer also Interesse hat, mal zu erfahren, wie es ist, wenn man eine ganzen Herde vorsteht und vorgeht, der kann sich bewerben.
Und nun sagt Gott: ich suche Nachfolger und Nachahmer. Bitte die Leute heute Morgen, sich dafür zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig. Gott sucht keinen Nachfolger für Paulus. Er sucht nicht einmal einen Nachfolger für Petrus. Er sucht einen Nachfolger für sich selbst.
Gott schickt Paulus, um das seiner Gemeinde sagen zu lassen: Ich suche Nachfolger, Imitatoren, Mimen – so das Wort, das Paulus in seinem Stellenprofil benutzt: mimneo – nachmachen, imitieren. Wir sollen so leben, dass die Menschen erkennen: Gott da!
1. Gott will unser Leben prägen
Die Welt tut so, als gäbe es Gott nicht, als wäre er tot. Aber wir sollen so leben, dass sie sehen: Gott ist da. Er ist anwesend, er ist da in unseren Familien, in unseren Ehen, in unserer Einsamkeit, in unserer Schule, an unserem Arbeitsplatz, in unseren Hoffnungen, in den Streitereien und in den Überlegungen, was wir in der kommenden Woche alles machen.
Gott hat Sehnsucht danach, dass wir miteinander so leben, dass wir als Leute erkannt werden, die man mit ihm in Verbindung bringt. Die Bibel sagt, dass Gott barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte ist. In der Liebe des Herrn Jesus ist dieses Wesen Gottes zu uns gekommen. Diese Liebe soll uns also prägen.
Es geht nicht darum, zu tun als ob Gott da wäre. Das wären Scheinheilige, die nur so tun, aber allem entbehren, was Gott auszeichnet. Sie reden und reden – aber es fließt den Menschen keine Kraft zu, es weckt keine Neugier, es schafft keinen Trost, es führt nicht zum Danken und Staunen. Gott nachmachen kann nur der, der sich von ihm überwinden lässt. Wer umkehrt und von Gott alles erwartet, wer sich von ihm füllen und segnen lässt, in dessen Leben ist Gott da.
Zwei Hinweise dazu, wie das gelingen kann, Gottes Beispiel zu folgen und in der Liebe des Herrn Jesus Christus zu leben.
2. Leben mit Gott heißt: ich staune über die Liebe Christi
Um zu verstehen, was es mit dieser Liebe auf sich hat, muss man eintauchen in die Passion des Jesus Christus. „Er hat sich selbst als Gabe und Opfer gegeben, Gott zu einem lieblichen Geruch.“ Die Liebe Gottes sieht man am Kreuz. Das ist Liebe Gottes, die denen, die ihn festnageln und beseitigen wollen, von Herzen vergibt. Jesus liebt die, welche ihn annageln, bespucken, verletzen, verhöhnen und letztlich töten. Jesus hält die Liebe durch. Er bricht nicht ab und sagt: Schluss mit lustig! Jetzt könnt ihr aber was erleben! Jesus sagt: „Vater, vergib ihnen; sie wissen nicht, was sie tun!“
Wir lieben die, die uns lieben. „Wie du mir, so ich dir“, sagt der Volksmund. Wir lieben die, von denen wir uns was erhoffen. Doch Jesus liebt anders: Wie Gott mir, so ich dir! Diese Liebe erträgt Verletzungen und gibt die Hoffnung nicht auf. Diese Liebe sucht das Verlorene auch wenn es sich noch so versteckt. Es ist eine Liebe, die Silva nicht aufgibt und Roland durchträgt, die um Thorsten ringt und Thomas auf dem Herzen hat, die Florence dient. Eine Liebe, die Schuld vergibt und Versöhnung eröffnet. Eine Liebe, die „alles erträgt, alles glaubt, alles erhofft und alles erduldet.“ (1. Korinther 13, 7)
Jetzt könnte man sagen: schön und gut; aber ist das nicht etwas sentimental und weltfremd. Eine Liebe, die alles zulässt. Eine Liebe, mit der man umspringen kann, wie man will?
Nein – die Liebe Gottes ist nicht eine sentimentale Haltung des milden Wohlwollens. Sie ist eine Kraft, die auf die Beine stellt. Sie ist eine Macht, die uns wach macht für unser Leben.
3. Christus rettet und in seiner Liebe
Wenn Paulus davon spricht, dass die hingebende Liebe Jesu Gott ein lieblicher Geruch ist, dann deutet das auf den damaligen Opferritus hin. Vergebung kann nur in Verbindung mit Sühne geschehen. Denn wenn Schulden da sind, müssen die ja beglichen werden. Wenn ich einem Geld schulde, dann muss der offene Betrag ja erbracht und übergeben werden. Die Bibel sagt, dass Jesus für unsere Sünde gestorben ist. Er ist für all das aufgekommen, was wir gegen Gott und Menschen gelebt haben, was wir für uns genommen haben und wo wir Menschen ausgebeutet und verletzt haben, was wir gegen andere unternommen und sie aus dem Weg geräumt haben…
Jesus vergibt Schuld, indem er für uns bezahlt, leidet, blutet, wieder gut macht, die Folgen erträgt und die Konsequenzen auf sich nimmt.
Alle Altlasten sind getilgt und alle Verletzungen sind geheilt, alle Verfehlungen sind gesühnt und alle ausstehenden Rechnungen bezahlt. Uns ist Barmherzigkeit begegnet.
4. Christus überführt (überwindet) uns Menschen durch seine Liebe
Wer nun der Liebe Gottes begegnet, der erkennt im Licht dieser Liebe die eigene Lieblosigkeit. Man erkennt, wie berechnend und kalkulierend wir sind mit unserer Güte. Wir entdecken in welcher Situation wir uns befinden. Wir nehmen die ganze Ausweglosigkeit wahr, in die wir uns hineingelebt haben. Wenn wir Jesus in seiner Liebe begegnen, dann sind wir an dem Punkt, an dem wir uns keine Illusionen mehr über uns selbst machen. Hier sehen wir die schonungslose Wahrheit über uns. Wir wollten das Beste für andere, wenn es das Beste für uns ist. Wir wollten selbst geliebt werden. Wir wollten uns sonnen in der Nähe des andern. Wir wollten seine Zuwendung. Wir erkennen: wir sind ganz bei uns! Wir sind mit uns beschäftigt. Unsere eigene Unersättlichkeit treibt uns um. Im Verborgenen schmieden wir unsere Pläne, wie wir möglichst unauffällig auf unsere Kosten kommen. Paulus nennt das: „Leben in der Finsternis!“ Finsternis ist dort, wo Gott abwesend ist – man sucht an ihm vorbei, was das eigene Leben erfüllen soll!
5. Durch Gottes Barmherzigkeit gewinnen wir unsere Würde
Wo Menschen Jesus Christus begegnet sind, haben sie immer erkannt, in welcher ausweglosen Lage sie sich befinden. Aber dieser Jesus bringt ihnen gleichzeitig das barmherzige Handeln Gottes. In seiner Zuwendung erkennen wir unsere Wertschätzung und Kostbarkeit. Gott gibt alles, damit wir endlich zu ihm kommen und als seine Kinder zu leben beginnen. Kinder leben ganz von dem, was die Eltern ihnen geben. Gott will uns erfüllen. Die Wärme der Liebe Gottes umhüllt uns nun – und so sollen wir Gott in den Alltag bringen: seine Liebe sollen wir in unseren Alltag nehmen. Wir sollen mit ihr üben!
Übrigens: wer in der Liebe Gottes lebt, lässt sich nicht durch andere unter Druck setzen. Nicht alles, was die Leute von einem möchten, ist auch sinnvoll und gut. Erfüllt man jemanden jeden Wunsch, dann verwöhnt man ihn – und verwöhnte Menschen sind lebensunfähig. Wichtig ist, dass wir sehen, was der andere benötigt – nicht was er vordergründig „will“. Jesus hat nicht jeder Bitte entsprochen: Die Griechen warten noch heute auf eine Audienz (Johannes 12) und die Schriftgelehrten und Pharisäer bekamen kein anderes Zeichen zu sehen, als das „Zeichen des Jona“! Wer in der Liebe Gottes lebt bleibt freies Kind dieses liebenden Vaters.
6. Konsequenzen für unseren Alltag
Nun können wir wieder mit Gott leben und alles, was er gegeben hat, aus seiner Hand nehmen. Weil Gott uns begleitet und uns erfüllt, verändert sich unser Leben Grundsätzlich. Wir werden nicht mehr bestimmt und beherrscht von Mangel – wir werden geprägt durch Gottes Gaben. Deshalb gestalten wir unser Leben.
Wir überlassen es nicht mehr dem Zufall, wie wir in den Tag hineingehen – wir erlauben Gott, uns zu erfüllen, uns zu prägen, mit uns zu reden. Deshalb starten wir in den Tag, indem wir ihn anbeten, auf sein Wort hören und ihn danken.
Weil das so ist, passt „Habsucht“ nicht mehr zu uns – Habsucht ist ja ein Zeichen dafür, dass man unerfüllt und ohne Frieden lebt und beherrscht wird von Gier und Geiz.
Wer sich Gott entgegenstreckt, der wird erwärmt von seiner Ausstrahlung und erfüllt von seiner Lebendigkeit. Er wird angesteckt durch seine Zuversicht und geprägt von seiner Liebe. Gottes gute Gaben leuchten bekommen nun wieder ihren Sinn und wirken sich wohltuend auf unser Leben aus und auf das der anderen. Gottes Gaben ehren Gott! Aber dort, wo man ihm seine Gaben aus der Hand reißt, wo man die Gaben nicht in seiner Liebe gebraucht, dort verletzt man dadurch Menschen und pervertiert die Gaben. Paulus macht das an der Sexualität klar. Sexualität wird zu etwas, das einen befriedigen muss. Man benützt sie wie eine Ware, die zu kaufen und zu erwerben ist. Dabei zerstört man aber die Würde des andern. Man sieht ihn unter dem Blickwinkel: Was hab ich von ihm? Man braucht Sexualität, bis man davon nicht mehr erfüllt ist – dann sucht man neu.
Gottes gute Gaben gewinnen zerstörerische Macht, wenn man sie von ihrem Geber trennt. Viele Menschen werden heute beherrscht von Pornographie. Sie können sich den Bildern nicht mehr entziehen und ihre Seele will ständig und unersättlich neues „Material“.
Doch Gott schenkt uns Sexualität dazu, den andern zu erfüllen und zu erfreuen. Und weil sich der andere mir schenkt, deshalb ist er auch zu schützen und zu achten. Sexualität ist nicht ein Teil des Menschen – es ist sein innerstes Wesen. Wir dürfen es als „Freudenfest“ erleben, wenn wir mit unserem Ehepartner zusammen sind. Und wir können uns in Geduld üben, bis der andere dazu bereit ist, sich uns zu schenken. Geduld ist ein wesentliche Fähigkeit, die wir benötigen. Und das wissen wir doch: ein Fest verliert seinen Charakter, wenn es zum täglichen Ritus verkommt. Wir dürfen in der Lieben den andern fördern und stärken. Das ist ein lohnendes Leben!
Leider ist in vielen Beziehungen die Sexualität ein Instrument der Macht geworden. Wir dürfen diese Gabe neu aus Gottes Hand nehmen und neu lernen, mit ihr bewusst umzugehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir wachsam sind gegenüber der Flut von Bildern, die wir durch die Medien aufnehmen. Man muss sich nicht alles ansehen – man darf sich auch nicht alles antun!
Gott will sich outen – durch uns. Er möchte, dass wir uns als erfüllte und geliebte Menschen anderen zuwenden. Menschen benötigen echtes Interessen und herzliche Zuwendung. Menschen benötigen Unterstützung und Korrektur. Menschen sollen wieder Hoffnung gewinnen – denn Gott ist ja da!
Amen