Dienstag, 31. August 2010

09.05.2010 Kennst du Gottes Herzensanliegen?

Predigt über 1. Timotheus 2, 1-6a
Sonntag, 9. Mai 2010 Lobetal

1 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3 Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat für alle Menschen zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde.

Kennt ihr ein württembergisches Haustier, das gleichzeitig als wichtiges Kommunikationsmittel in existentiellen Notlagen fungiert – das „Notrufsäule“!
Nun sind die Gemeinden vielleicht so etwas als die Notrufsäulen in dieser Welt. Manchmal kommen Menschen, die nicht mehr weiter wissen und hier letzte Hilfe erwarten. Aber manchmal sind wir als Gemeinde auch eine Notrufsäule, in die Gott seine Not hineinruft.
Er ruft: „Ich will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“. Das Wort „geholfen“ ist dabei nicht wirklich eine Hilfe, um zu erfassen, worum es Gott geht. Das griechische Wort ist besser mit „retten“ zu übersetzen. „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
Gottes Menschen befinden sich in einer gefährlichen Situation. Ob sie das Leben feiern oder fürchten, ob sie unter den gegebenen Umständen leiden oder sich laben – die Menschen, die an Gott vorbei leben oder sterben, die fallen am Ende in ein großes NICHTS. Wer jetzt nicht auf Gott baut, hat im Sterben keinen Halt.
Gott setzt alle Hebel in Bewegung, dass das nicht geschieht. Er möchte, dass alle in seine gute Vaterhand fallen. Und damit sein Plan gelingt, die Menschen vor dem Nichts zu bewahren, gibt er alles. Das ist Gottes leidenschaftliches Ziel: die Menschen müssen vor dem Sturz ins Bodenlose bewahrt werden.

„Gott will, dass alle gerettet werden, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
Was ist eigentlich los, dass manche Menschen dieses Vorhaben, dass Gott will, dass alle gerettet werden, als Druck empfinden, oder als Überlastung, oder störend, als aufdringlich oder als Aufforderung, nun alle retten zu müssen?
Erst einmal muss man doch sagen: Man muss Gott eigentlich verstehen.
Wir haben 4 Kinder – Martina und ich versuchten nicht, dass einer von ihnen seinen guten Weg geht, einer Jesus kennen lernt, einer sich dem Leben stellt. Wir haben auch nicht gesagt – naja, versuchen wir mal, dass wir 1 ½ hinbekommen. Den Rest schreiben wir ab. Nein – wir wollen, dass ALLE das Leben packen, ihre Gaben entdecken und für andere einsetzen, in Jesus die Liebe Gottes entdecken und dass alle einen guten Weg gehen.
Klar, Gott will alle. Was wäre er sonst für ein Schöpfer, wenn ihm seine Geschöpfe egal sein würden?

Und nun kommen wir ins Spiel: Gott zeigt uns sein Herzensanliegen. Wozu? Was möchte er bei uns bewegen und erreichen?
Jetzt kommt Schultz von Thun ins Spiel. Der Kommunikationswissenschaftler hilft uns bei der Wahrnehmung. Schultz von Thun lehrt, dass man eine Botschaft auf vier unterschiedliche Weise hören kann.
Als Appell? Wenn wir Gottes Äußerung als Appell hören, dann etwa so: „Was sitzt ihr noch hier – auf! Ihr habt alle Hände voll zu tun. Denn das, was ich will, will ich durch euch erreichen! Ich will alle Menschen retten und das geht nur, wenn ihr euch sofort aufmacht!“
Als Information? – Gott würde uns also informieren unter dem Motto: „Übrigens: Ob ein Leben gelingt oder nicht, das hängt davon ab, dass ein Mensch die Wahrheit erkennt. Ohne diese Wahrheit geht ein Mensch verloren.“
Als Selbstaussage? Gott teilt uns etwas über sich selbst mit: „Ich bin besorgt! Ich leide, weil noch so viele Menschen mich nicht kennen und ich will nicht, dass sie verloren werden.“
Als Beziehungoffenbarung? „Ich bin auch euer Vater und ihr seid die Geschwister von den Leuten, die meine Vaterschaft noch nicht anerkennen!“

Wie ist das in unserem Wort zu verstehen? Es handelt sich um eine Selbstaussage Gottes!
Gott lässt uns in sein Herz blicken! Er öffnet sich uns in seiner großen Sehnsucht nach seinen Geschöpfen. Er sagt: „Seht, so sieht es in mir aus! Das bewegt mich ständig! Meine Geschöpfe gehen mir nicht aus dem Kopf. Ich will mich nicht damit abfinden, auch nur einen zu verlieren.“
Und es ist eine Beziehungsoffenbarung: Gott spricht uns an als seine Kinder und als die Geschwister derer, die noch nicht ihren Vater kennen und nichts wissen, von unserer gemeinsamen Verbundenheit.

Es gibt Menschen, die hören alles zuerst als Appell, als Aufforderung, dass sie tun sollen, worum es Gott geht. Sie hören also: „Was, ich soll alle retten – wie soll ich das schaffen? Ich wusste es: Gott überfordert und der Prediger hetzt.“ Ihre Reaktion: „Ich wechsle die Gemeinde!“
Nein, Gott hetzt nicht. Gott überfordert nicht.

Was sollen wir also tun:
1. Wir können Gott unterstützen! Wir können ihm sagen: „Ich verstehe dich. Ich kann das nachvollziehen. Herr, das ist gut – mach das mal!
2. Wir können Gott erlauben, dass er sein „Rettungsprogramm auch durch uns machen kann! Ich kann zu Gott sagen: „Herr, wenn ich dich dabei unterstützen kann, dann mach mir deutlich, wen du durch mich erreichen willst. Bei welchen Menschen möchtest du durch mich anklopfen?“
Das ist eine wichtige Frage. Denn es ist ja klar, dass wir einige Menschen lieber haben als andere. Mit manchen Menschen tun wir uns sogar schwer. Wir möchten gerne, dass Gott die zum Glauben überwindet, die wir lieben. Für sie beten wir. Ihnen bezeugen wir immer wieder die Liebe Gottes. Aber könnte es nicht sein, dass es in unserer Nähe jemand gibt, der sehnsüchtig auf Hilfe hofft? Wir sollen die Menschen in unserer Nähe mit den Augen Gottes sehen!
3. Gott danken, dass er das auch durch die anderen Gemeinden macht. Auch für sie beten und uns an ihnen freuen. Sekten sind nur für sich da – wir aber sind Teil von Gottes weltweiter Kirche. „Beleb dein Werk o Herr, zeig deinen starken Arm, weck durch die Wort die Toten auf, der Deinen Herz mach warm…“ Betet für starke Gemeinden. Betet für Pfarrer, dass Gott ihnen bei der Predigtvorbereitung ihr Herz öffnet und seine Herzensanliegen auf sie legt.

Wir sollen nicht hingehen und die Welt retten. Aber wir können hingehen und unser Herz öffnen, dass Gott mit seinem Herzensanliegen zu uns kommt.

Konkrete Handlungsanweisungen
1. Freut euch: Ihr seid gerettet! Ihr seid Kinder Gottes! Ihr seid befreit aus den Zwängen eines Tyrannen, nach dessen Diktat ihr leben musstet. Ihr habt Geschwister. Ihr seid geliebt. Ihr habt Zukunft. Vater hört, wenn ihr euch zu ihm wendet.

2. Schafft ein rechtes Umfeld, in dem Menschen die Wahrheit finden können
- Dieses gute Umfeld schaffen wir durch Gebet für die Obrigkeit: für die Politiker und für die Manager. Heute ist Wahl. Bete für den, den du wählst und für den, der heute zum Ministerpräsidenten gewählt wird.

3. Bezeugen – martys = ganzheitlich Zeugnis geben, dass Jesus mich befreit hat zur Liebe und zum Handeln.
Liebe Geschwister, wir können nichts bewirken – Gott bewirkt. Das ist doch das Erstaunliche in der Bibel: Gott wirkt und handelt – die Menschen werden beauftragt, sein Handeln anzusagen und sich demgemäß zu einzustellen. Mose soll nicht Israel befreien – er soll ansagen, dass Gott sein Volk befreien wird. Wenn Petrus dem Lahmen am Tempeleingang zu Jerusalem sagt: „Im Namen Jesu von Nazareth, steh auf und vertrete dir ein bisschen die Beine“!, dann sagt er das, weil Jesus handelt. Gott handelt – Gott ist da – Gott erbarmt sich über seine Menschen – das allein gibt uns Hoffnung und schenkt eine gespannte Erwartung auf das, was er weiter noch wirken wird.
Jesus hat sich über die Menschen erbarmt, die ihm begegnet sind. Als Bartimäus schrie: Herr, erbarme dich – da hat sich Gott schon längst erbarmt und Jesus konnte deshalb sagen: sei sehend, dein Vertrauen auf Gott hilft. Jesus hat nicht gesagt – geh heim und bete zu Gott. Oder „Glaube an Gott, dann wird er dir schon helfen“. Nein – weil in diesem Jesus der lebendige Gott gegenwärtig ist, deshalb gibt es gegenwärtig das Handeln dieses Gottes zu erwarten.
Die Wunder, die Jesus getan hat, waren Zeichen seiner Liebe und Zeichen seiner Vollmacht.
Er wurde ja immer wieder gefragt: in wessen Vollmacht tust du das – welche Macht wirkt da durch dich.
Liebe Geschwister, unsere Vollmacht ist die Liebe, in der wir uns den Menschen zuwenden. Die Liebe Gottes ist eine Macht. Die Liebe Gottes hilft, schenkt, teilt, heilt…
Ohne Liebe können wir machen was wir wollen – da kommt nichts heraus, was Gott segnen kann.

Wir sollen den Menschen einen Hinweis auf Gott in der Liebe Gottes geben – unser Wort sagt dazu aber noch etwas: bezeugt das zu „seiner Zeit“. Dazu benötigen wir das Gebet. Wir dürfen Gott fragen: „Herr, wann ist deine Zeit!“ Paulus benützt das griechische Wort Kairos, um auszudrücken, worum es ihm geht. Das bedeutet: Gottes Zeitpunkt, oder „der günstige Zeitpunkt“. Auf diesen Kairos sollen wir achten und im Gebet werden wir ihn entdecken.

Wir wenden uns einem Menschen in der Liebe Gottes zu – Gott befreit in dieser Zuwendung. Wir erkennen die rechte Zeit, etwas von Gottes Rettungstag in Jesus zu bezeugen. Und im Himmel gibt’s Party mit Festessen.

Übrigens: wisst ihr, was ein Festessen für italienische Dentisten ist: Zahnpasta!
Amen

04.07.2010 Ist Gott schlau?

1. Korinther 1, 18 – 25
Gottesdienst in Lobetal am 4. Juli 2010

Gott ist wirklich schlau. Die Art und Weise, wie er verhindert hat, dass die Welt zusehen muss, wie Diego Armando Maradona in Buenos Aires nackt um den Obelisken läuft, ist einfach beachtlich.
Das Wort „schlau“ kommt vom Wort „schlüpfen“ her – es geht darum, wie etwas durch eine ganz kleine Öffnung hindurchkommt – zum Beispiel ein Kamel durch ein Nadelöhr. Das kann kein Mensch – aber Gott kann das! Gott ist genial. Seine Weisheit ist aber aus einer anderen Liga als die unsere.

1. Das Wort vom Kreuz ist das Evangelium
Paulus hat sich klar entschieden, nicht über Fußballergebnisse oder über das Wetter mit den Menschen zu reden. Paulus spricht über das Evangelium. Und das Evangelium ist das Wort vom Kreuz!
Wo liegt in diesem Wort eine frohe Botschaft versteckt? Die frohe Botschaft ist das: Ein Herrschaftswechsel hat sich vollzogen. Der neue König ist da. Am Kreuz steht es schwarz auf weiß geschrieben: „Jesus Christus, König der Juden“.
Mit diesem König kommt auch das Reich Gottes – der Herrschaftsbereich, in dem sich die Gegenwart Gottes auswirkt.

Das ist eine Tatsache. Paulus berichtet nicht über seine religiösen Vorlieben und über seine transzendenten Wünsche. Paulus stellt die Fakten fest. Inmitten einer Welt, in dem es so viele Mächte und Herrschaften gibt, die ihren Anspruch auf den Menschen postulieren, teilt er mit: Der eine Herrscher und König ist im Kommen, der jeden anderen Anspruch verblassen und verstummen lässt. Gott ist in diesem Jesus gekommen und fordert alle Mächte auf: „in Jesu Namen: lass mein Volk ziehen – gib meine Menschen frei!“
Herrschaftswechsel – das hat schon ein Pharao im alten Ägypten erfahren müssen. Er bestimmte über ein Volk, das er zur Zwangsarbeit bestimmt hat. Und da taucht eines Tages ein Mann auf und sagt im Auftrag Gottes: „Lass mein Volk ziehen.“ Und Pharao lachte, angesichts dieser kümmerlichen Gestalt des Moses. Pharao wunderte sich über so viel Kühnheit, ihn, den Repräsentanten der Götter, den Befehlshaber über Mächte und Soldaten, über Heere und Kulturdenkmäler, über ein geniales Volk und Repräsentant von Schönheit und menschliche Kraft, derart herauszufordern. Aber Gott setzte sich durch und befreite Israel.

Und nun ist da der Mann am Kreuz. Wo er verkündigt wird, wird dem Machthaber, dem „Fürsten dieser Welt“ und seinen dunklen Mächten gesagt: gib diesen Menschen frei! Jesus, dieser Mann am Kreuz, ist Gottes Sohn. Er, der Mann am Kreuz, ist der Herr, vor dem sich alle Knie beugen werden und alles am Ende der Zeit bekennen muss: Christus ist Herr!

2. Das Wort vom Kreuz ist Erweis der genialen Kraft Gottes
Die Machthaber pflegen zuweilen, ihre Macht zu demonstrieren. In großen Paraden lassen sie öffentlich ihre militärischen Truppen aufziehen und zeigen ihre Waffen zur Abschreckung.
Gott dokumentiert seine Macht der Liebe am Kreuz von Golgatha. Hier, für jedermann sichtbar, breitet er seine Arme aus und ruft: Kommt her, hier ist der Ort, an dem Leben heil werden kann.
Wie anders ist seine Macht. Wie anders sind seine Methoden. Diese Welt tötet. Das kann sie gut. Darin ist sie Weltmeister. Aber Gott kann Tote lebendig machen. Gott hat das letzte Wort. Gott setzt in völliger Ruhe und bestimmter Entschlossenheit auf das, was am Ende steht. Nach dem Abpfiff wird klar werden, wer auf dem Platz gesiegt hat – nicht vorher. Nach dem Abpfiff wird offenbar, was vorher schon verborgen gegenwärtig war.
Wer diesen König annimmt, der wählt Gotte als Herrn. Und dieser Herr macht lebendig – schenkt jetzt schon ein neues Leben und setzt sich jetzt schon gegen Mächte durch, die Leben zerstören.
Deshalb setze ich jetzt auf den Mann am Kreuz. Seine Kraft trägt mich durch. Seine Macht befreit mich aus den Klauen von zerstörerischen Mächten. Seine Gegenwart schenkt mir heute Frieden und Zuversicht. Dieser Jesus ist Herr – ein starker Herr. Er wird es nie auf die öffentliche Showbühne der Kulturhauptstadt bringen. Er wird nicht in der Öffentlichkeit umjubelt. Aber auf ihn setzen in dieser Welt die Kleinen und Schwachen, die Kinder und die Greise – und immer mehr Menschen, die von sich behaupten müssen: Ich bin mit meinem Leben überfordert.

In der Zeit der Christenverfolgungen setzten viele Christen auf diesen Gott am Kreuz. Mit dem Bekenntnis: „Christus ist unser Leben“ gingen sie in den Tod und setzten auf den, der Tote lebendig machen kann.
Als letztes Wort von einem russischen Bischof wurde folgendes überliefert – er stand 1919 vor einem sowjetischen Erschießungskommando: „Lebt wohl, ihr Toten – ich gehe zu den Lebendigen!“

3. Das Wort vom Kreuz ist Zeichen der Weisheit Gottes
Unserem menschlichen Verstand ist der Zugang zu Gott verwehrt. Es gibt keinen schlüssigen Gottesbeweis, der einen Menschen von der Existenz Gottes überzeugt. Exaktes Denken führt nicht zu Gott.
Die Religionsgeschichte beschreibt das Ergebnis menschlichen Suchens und Dankes: viele Götter.
Die Bibel beschreibt den Weg, den Gott uns zeigt: Er sucht uns in Christus und er lässt sich finden in Christus. Jesus ist der „Weg, die Wahrheit und das Leben – niemand kommt zum Vater“, außer über diesen Jesus. Gott hat diesen Weg gewählt. In großer Gelassenheit – aber höchst eindeutig, hat er diesen Weg in genialen Etappen vorbereitet. Alles, was Gott tut, kündigt er im Vorfeld an. Gott hat in das Bildnis dieser Welt eine unübersehbare Spur seiner Handschrift gezeichnet: Berufungs- und Befreiungsgeschichten, in denen wir erkennen können: Er will, dass seine Geschöpfe ihn ehren, indem sie einander in seinem Namen dienen und fördern.
Nun hat Gott ja dem Menschen einen Verstand gegeben und freut sich daran, wenn man den gelegentlich benützt. Aber unser Verstehen hat Grenzen. Unser Denken ist nicht das Maß der Dinge. Deshalb sollten wir Menschen unser Denken immer wieder kritisch überprüfen.

Gottes Weisheit ist im Kreuz erkennbar. Seine Weisheit ist gepaart mit Liebe und Wahrheit – hier können wir wahrnehmen, wer wir Menschen sind und wozu wir unsere Weisheit oft gebrauchen. Und hier kann man Gottes Weisheit erkennen, der einen Weg findet, auf dem wir Menschen heil werden und leben können.
Paulus wird später sagen: „In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis!“ Wer diesen Jesus in seinem Leben Raum gibt, der wird auch fähig werden, sein Leben in guter Weise zu führen und sich dieser Welt in Verantwortung und Liebe zu dienen.

4. Das Wort vom Kreuz ist das Kriterium des Lebens
Das ist hier nicht zu verschweigen: „Denen, die verloren gehen, sagt das Wort vom Kreuz nichts!“ Es liegt nichts in diesem Wort, was ihm helfen könnte. Er setzt lieber auf sich. Er bleibt ganz bei sich.
Diese Tatsache führt uns zum Danken und zur Fürbitten. Zum Danken, weil wir nicht Gott gesucht, sondern Gott uns überwunden hat. Zur Fürbitte, weil niemand von sich aus sich für Gott entscheiden kann – Gott hat den Zugang zum Herzen. Wir bitten Gott um sein Erbarmen und darum, dass er sich andern Menschen offenbar macht. Wir bitten Gott, dass er die Verkündigung der frohen Nachricht über Jesus Christus nützt, um Menschen „einzuleuchten“. Wir bedrängen keine Menschen. Wir bezeugen Jesus – und das eindeutigste Zeugnis ist das, von seiner Hingabe am Kreuz!

Was bleibt? Wir predigen Christus als göttliche Kraft, in der Leben erneuert werden kann und als göttliche Weisheit, in der man sein Leben neu ausrichten und gestalten kann.
Was gepredigt wird, wird nicht bestimmt durch die Probleme unserer Zeit oder die Notlage der Menschen, es wird bestimmt durch dieses eine Wort vom Kreuz, in dem die ganze Hoffnung des Lebens und die ganze Barmherzigkeit Gottes hängt.
Amen

25.07.2010 Vom Licht und seinen Folgen

Epheser 5, 8b - 14 Predigt am 25. Juli 2010 in Lobetal
8b Lebt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerech-tigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn´s vom Licht aufge-deckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus er-leuchten.
(Filmausschnitt: Clown Oleg Popov)
Der Clown lässt es sich im Licht gut gehen. Da fühlt er sich richtig wohl. Aber seltsam – das Licht bleibt nicht. Das Licht wandert. Und so macht er sich auf die Reise; er will in diesem Licht bleiben. Und am Schluss packt er es behutsam zusammen und legt es in seinen Picknickkorb. Oleg will ohne dieses Licht nicht sein.
Im Licht lässt es sich gut leben. Ohne Licht gibt’s kein Leben.

1. Von der Schönheit des Lichts
Die Berichte darüber, wie Menschen zu Jesus kommen, sind erstaunlich. Das Fazit, das man dabei ziehen kann ist eindeutig: Zu Jesus kannst du kommen wie du bist. Du kannst alles gewesen sein. Egal. Jesus hat keine Berührungsängste. Er berührt die Aussätzigen, nimmt die Ehebrecherin an und sucht die Raffgierigen und verspricht Verbrechern den Himmel.
Diesen Jesus suchen die Leute. Und sie suchen ihn. Sie haben damals al-les durchkemmt, bis sie ihn gefunden haben. Sie mussten ihn einfach fin-den. Wie das Licht die Motten anzieht, so sind die Kranken und Außensei-ter, die Gesetzlosen und Hilflosen fasziniert von diesen Jesus. Bei ihm sein, das ist gut. Sich in seiner Gegenwart aufhalten bedeutet, sich im Licht zu sonnen. Und in seinem Licht werden Menschen heil – von diesem Jesus gehen heilende Kräfte aus.

Das Alte Testament zeigt uns einen interessanten Zusammenhang. Dort steht Licht in der Verbindung mit „Heil“. „Der Herr ist mein Licht und mein Heil…“ In diesem Licht wird man heil. „Heil“ bedeutet ganz – man wird heil, weil hier jemand ist, der einen ganz annimmt. Er sucht sich nicht nur das Filetstück aus. Er nimmt nicht nur die guten Eigenschaften an. Er nimmt mich ganz an. Das tut so gut. Das ist so wohltuend, wenn man weiß: Er kennt mich durch und durch und er liebt mich durch und durch. In diesem Licht wird man heil. Und nach diesem Licht haben die Menschen Sehnsucht. Und dieses Licht hat uns berührt und erleuchtet. Wir haben dieses Licht wahr

Das ist übrigens auch beim natürlichen Licht so. Die Biophotonen sind im ultravioletten bis infraroten Spektrum des Lichts. Sie haben eine so gerin-ge Abstrahlung, dass man den Lichtschein von 1000 Biophotonen auf ei-nem cm² vergleichen kann mit einem Kerzenlicht, das man aus einer Ent-fernung von 20km sieht. Dieses Licht ist ganz gleichmäßig. Unsere Zellen nehmen dieses Licht auf. Wenn eine Zelle kein Licht aufnehmen kann, wird sie krank. Wenn eine Zelle kein Licht mehr hat, ist sie tot. Ohne Licht gibt es kein Leben. Der deutsche Professor für Biophysik, Fritz Albert Popp, der dieses Phänomen erforschte, beschreibt deshalb die menschli-che Existenz sehr bezeichnend. Er sagte: „Der Mensch ist ein Lichtsauger.“ Licht tut gut.
(Apropos Licht: Wisst ihr, wie man den Brunftschrei einer Leuchtstofflam-pe nennt: Neonröhren!)
Das erste, das Gott geschaffen hat, war das Licht. Seine Schöpfung erfolg-te in einem hellen und heilsamen Schein. Licht tut gut. Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Er ist wunderbar. Es tut so gut, im zu begegnen.

2. Die Auswirkungen des Lichts
In dieses Licht kannst du also kommen, wie du bist. Man kann alles gewe-sen sein. Egal. Aber: nun kann man nicht mehr bleiben, was man gewesen ist!
Jesus sagt zu der Ehebrecherin „sündige hinfort nicht mehr“ und Za-chäus sagt zu Jesus „siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen und wenn ich jemand betrogen habe, dann gebe ich es vier-fach zurück!“ Ein Verbrecher am Kreuz sagt zu seinem Kumpel: „dieser ist unschuldig!“ und dann wendet er sich Jesus zu und bittet: „Herr, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Einer, der sich alles mit Gewalt nimmt, fängt an, ein Empfinden für „recht“ und „unrecht“ zu haben und zu bitten!

Begegnungen mit Jesus haben Folgen. Begegnungen mit dem Licht der Welt beschreiben eine wunderbare Wandlung bei den Menschen.
Es hat erstaunliche Folgen, wenn man durch das Licht erhellt wird. Es hat Konsequenzen, wenn dieses Licht uns anscheint und annimmt. Es kommt zur Wandlung, wenn Jesus uns sein Leben schenkt, seine Liebe, seine Güte, seine Treue, seine Barmherzigkeit, seine Geduld und sein „Ja“ zu uns sagt. Und deshalb sagt Paulus in unserem Wort: „Lebt als Kinder des Lichts“. Und weiter sagt er: „habt keine Gemein-schaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis…“ – das heißt: macht nicht mehr mit, wenn es um Dinge geht, an denen Gott keine Freude hat und die nun nicht mehr zu euch passen.

Worum geht es hier eigentlich? Hier geht es um das Heil, das Gott uns schenkt und um die Folgen, die das bei uns hinterlässt. Wir haben gesagt: Gott nimmt uns ganz an!
Wir wissen, dass in dieser vollständigen Annahme auch das ganze Heil beschlossen ist, das nun unserem Leben gilt. Und deshalb sagt Jesus: Folge mir nach!

Folge mir nach heißt: Lass mich dein ganzes Leben ausfüllen und erfüllen. Halte dich mir „ganz“ hin – lass mein Licht dein ganzes Leben ausstrahlen und – gib mir dein Leben ganz. Gib mir dein ganzes Leben!
Die Halbheiten unseres Lebens sollen aufhören, weil sie nichts Gutes brin-gen. Lebe ganz mit Jesus. Eindeutig. Echt. Das Zwielichtige hat ein Ende.

Deshalb gilt es nun für uns, dass wir „wach“ leben. Das Wort „wach“ kommt von „wecken“ und bedeutet soviel wie „frisch und munter ma-chen“. Gott will nicht den Schlaf stören; er will uns erfrischen und ermuntern und wer will, dass wir unterscheiden können, was aus seinem Herzen kommt und was aus der Dunkelheit kriecht.

3. Stelle dich in sein Licht
Der Schlüssel für ein Leben in der Nachfolge ist nun nicht, dass wir alles richtig machen und ab jetzt immer die Gebote befolgen. Der Schlüssel ist, dass wir Gott alles machen lassen und das dann tun, was er vorbereitet hat. Der Schlüssel für unser Christsein liegt darin, dass wir uns täglich von ihm erfüllen lassen. Er will uns geben, was wir benötigen. Um dieses Ver-trauen geht es – in diesem Vertrauen ist das ganze Geheimnis der christli-chen Existenz beschlossen: Vater gibt mir, was ich heute benötige. Ich muss es mir nicht an ihm vorbei organisieren!

Seid wach für die Dinge, die euerem Leben nun nicht mehr gut tun. Gebt ihnen nicht einmal mehr Raum in eueren Gedanken. Das wissen wir doch: in den Gedanken beginnen die Taten. Deshalb ist es wichtig, dass wir un-ser Denken reflektieren. Wenn sich finstere Gedanken einstellen, dann können wir sie Gott sagen.

Wir sind herausgefordert, die Programme zu bewerten, denen wir uns heute in unserer Freizeit aussetzen. Wir sollen auf Qualität der Unterhal-tung wieder Wert legen – der Unterhaltunssendungen wie der Gespräche, die wir führen. Es gibt Sendungen, die schreien nach dem „Ausknopf“ und es gibt Gespräche, die drängen zum „Einspruch“! Wir sollen von Gottes Güte zeugen und Grenzen achten. Die „Gürtellinie“ ist eine gute Grenze – sie sollte nicht nach „untern“ überschritten werden.
Gebt euch ganz Gott hin und lasst euch ganz von ihm erfüllen – da spricht Paulus zu Beginn des 5. Kapitels zwei Bereiche an: Porneia und Pleonexia – Unzucht und Habsucht.
Unzucht meint jede Art von Geschlechtsverkehr ohne die feste, ernstge-meinte, öffentliche und unwiderrufliche Übernahme von lebenslanger Ver-antwortung. Habsucht – man will immer mehr haben an Geld und Einfluss und immer weniger teilen und dienen. Davon wird die Welt beherrscht. Davon werden die Sendeprogramme beherrscht. Davon lasst euch nicht beherrschen. Davon soll unter euch nicht einmal die Rede sein.
Gottes Licht hat eine reinigende Wirkung. Wir lassen nicht mehr zu, dass wir wieder „verunreinigt“ werden. Gottes Licht deckt auf und schenkt einen Austausch von Reinheit und Unreinheit. Hier wird schon vorweggenommen, was am Ende der Zeit sein wird – Gott wird diese Welt belichten! Deshalb: lebt als Kinder des Lichts!
Wir schauen der Gnade ins Auge = Gnade und Wahrheit sind zusammen; er nimmt uns ganz an – stellen wir uns ihm ganz zur Verfügung – er will uns durchdringen und prägen mit seinem Licht!
Lebt als Kinder des Lichts! Amen

20.06.2010 Entfalten oder vergeuden – ein Leben, und was man daraus ma-chen kann

Gottesdienst am 20. Juni 2010 in Lobetal
Epheser 4, 11 – 16

11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.
15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in al-len Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unter-stützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.

Kennt ihr den Unterschied zwischen Jesus und den Holländern? Jesus hat aus Wasser Wein gemacht. Die Holländer machen aus Wasser Tomaten.

Wachsen wir Christen wie Tomaten? Braucht man nur die geeigneten Wachstumsbedingungen und dann wächst unser Christsein von selbst?
Wie entfaltet sich unser Leben? Bei Tomaten geht das von selbst. Sie be-nötigen keine Motivation. Sie kommen ohne Ermahnung aus. Es wächst automatisch – automatos – das kommt als Wachstumsbeschreibung auch in der Bibel vor. Automatos – so wächst das Reich Gottes. Markus 4, 28 steht dieses Wort. „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und er aufgeht und wächst und weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm…“
Das Reich Gottes wächst automatisch. Das ist wunderbar. Es wächst, auch wenn man hier in Europa Kirchen schließt oder verkauft. Gottes Reich ist nicht aufzuhalten.

Zurück zu unserem Leben als Christen. Das wächst nicht von selbst. Ob-wohl wir durch Gott alles haben, was wir zur Entfaltung unseres Lebens benötigen, geht es nicht von selbst. Er befreit uns, damit wir ihm vertrau-en können. Er trägt die Konsequenzen dessen, was wir ohne Gott seiner Schöpfung, seinen Geschöpfen und uns selbst angetan haben und antun. Er schenkt uns seinen Heiligen Geist, damit mit nicht mehr aus uns selbst leben müssen. Aber: Jetzt tut Gott nichts mehr gegen uns, sondern mit uns. Das ist das Geheimnis eines Christenlebens: 100% wirkt Gott und 100% gibt er und doch will er nun auch 100% von uns.

Es gibt für uns zwei Wachstumsphasen. Wir werden zuerst durch Gottes Geist in seiner Gemeinde dafür geöffnet, dass wir Christus entdecken und wahrnehmen, was wir in ihm geschenkt bekommen haben.

Der zweite Wachstumsschritt führt dahin, dass wir beginnen, andern Men-schen zu helfen, Jesus zu entdecken.
Paulus benennt das Ziel, das Gottes Geist in unserem Leben setzen möch-te: „Der Leib Christi soll erbaut werden, bis wir alle hineingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollen-deten Mann, zum vollem Maß der Fülle Christi. Gottes Geist will „Premium-leben“ schaffen. Nicht kleckern – er will volle Fülle!

In diesem Sinne möchte er meine Kraft sein – wie wir es gerade gesungen haben – eine einzigartige, unvergleichliche Kraft. Er möchte mir in meiner Ohnmacht helfen, damit ich mein Leben in das Licht Gottes, in die Gegen-wart Gottes, in die Liebe Gottes stellen kann.

1. Entfalte deine Gaben ben für andere Menschen

Gottes Geist befreit dich von Mächten, die dein Leben beherrschen.
Gottes Geist beschenkt dich mit Gottes Lebensfülle – in dir ist nun eine Quelle der Zuversicht und Liebe, der Kraft und Freude.
Und nun führt dich Gottes Geist auf das Trainingsgelände, damit du mit dem Neuen gute Erfahrungen machen kannst.
Gottes Geist führt dich in seine Gemeinde – nicht als Gast, sondern als lebendige Zelle. Er führt dich in seine Familie und du bist ein Teil des Gan-zen. Du bist ein wesentlicher Bestandteil seines Leibes auf dieser Erde. Durch dich – seinen Leib, will er ja den Menschen begegnen. Durch dich will er die Menschen im Herzen berühren. Durch dich will er den Menschen Hoffnung geben. Durch dich will er die Menschen vor dem Untergang ret-ten.
Das können wir nicht sofort. Das können wir aber sofort üben. Die Liebe ist ja da, in der wir anderen begegnen. Die Kraft ist da, in der wir andere ermutigen und ihnen helfen.
Doch das Schöne ist nicht, dass ich hier nicht nur trainieren darf. Das schöne ist, dass Gott mich hier auch stark macht durch andere Menschen.

Schaut euch einmal an – scheinbar wildfremde Menschen umgeben euch. Aber durch Gott sind das nun Geschwister. Durch sie wirst du gestärkt, ergänzt, bereichert und getragen. Und da sind auch Menschen, denen du Mut machen kannst und denen du mit deinen Gaben dienen kannst.
Gottes Geist führt in die Gemeinschaft – keine Ahnung, warum manche Christen heute ihr Leben alleine gestalten. Wir beginnen einen neuen Le-bensstil: aus einem einsamen Menschen wird ein Gemeinschaftsmensch. Der andere ist mir als Stärkung zur Seite gestellt. Er ist nicht Konkurrent. Er ist nicht Vormund. Er ist nicht Belastung. Er ist ein Bruder oder eine Schwester, durch die Gott mich ergänzen und erfreuen will, vielleicht auch korrigieren – auf alle Fälle aber stärken und ermutigen.

Wir müssen nicht alles in unserem Leben alleine hinbekommen. Gott will uns fördern durch Geschwister. Gemeinde ist ein großer Übungsplatz, wo wir nun in der Liebe Gottes miteinander umgehen lernen können.
Paulus sagt in Vers 15 und 16: „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Lie-be und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Liebe Gemeinde, wir sollen in der Liebe Gottes geübter werden. Wachsen bedeutet: Lasst euch mehr und mehr bestimmen durch die Liebe Gottes.


2. Ich empfange, was der Leib zu seiner Auferbauung benötigt.
Was passiert, wenn die Lasten und Blockaden aus unserem Leben hinaus-getragen werden? Was geschieht, wenn die Mächte, die mir aus den Tie-fen meines Lebens Fesseln anlegten und mich bestimmten durch Angst und Sorge, in Unsicherheit und Ohnmacht, wenn diese Mächte weichen müssen? Dann erlebe ich endlich „Freiheit“! Wo Gottes Geist ist, da ent-steht Freiheit. Gottes Geist führt in die Freiheit.
Freiheit meint dabei nicht, dass ich nun tun und lassen kann, was ich will – Freiheit ist eine Freisetzung für eine bestimmte Lebensweise: ich kann jetzt für andere da sein. Und das, was ich für diese Menschen benötige, das schenkt mir Gott.
Das ist das zweite Geschenk nach der Befreiung von Angst und Schuld: Gottes Geist erfüllt mich aus einer nie mehr versiegenden Quelle von Lie-be und Kraft, von guten Gaben, die mich nun zu einem erfüllten Menschen mache.
Ich muss mich nicht mehr selbst erfüllen und befriedigen. Ich muss nicht mehr andere gebrauchen, um erfüllt und zufrieden zu sein. Das Leben hat sich nun schlagartig gewandelt:
Früher lebte ich aus Defiziten. Ständig musste ich überlegen: Woher hole ich mir die Kraft? Woher hole ich mir die Bestätigung? Woher hole ich mir Befriedigung? Woher hole ich mir Liebe? Gottes Geist erfüllt mich nun mit Gottes guten Gaben.
Gott erfüllt mich durch sein Wort.
Gott erfüllt mich dadurch, dass er mir Dient – Gottesdienst!
Gott erfüllt mich durch seinen Geist.
Gott erfüllt mich … so wie er seinen Sohn Jesus erfüllt hat; er will, dass ich zum vollen Maß der Liebe Christi wachse.
Deshalb sind Christen sehr entspannte und frohe Menschen. Christen wer-den täglich beschenkt. Und deshalb geben Christen gerne weiter, was sie von Gott bekommen haben.

Ohne Aufgabe in der Gemeinde gibt es kein Wachstum. Wachstum im Glauben bedeutet, dass ich meinen Platz in der Gemeinde einnehme. Wir benötigen für unsere geistliche Entwicklung weder Wasser noch Dünger, sondern herausfordernde Aufgaben in der Gemeinde.
Amen

11.04.2010 Eine Hoffnung, die lebt!

Familiengottesdienst in Lobetal am 11. April 2010
1. Petrus 1, 3-5

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbe-wahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Liebe Gemeinde,
heute gilt es darüber zu staunen, dass Gott uns Menschen nicht nur eine Hoffnung gegeben hat, sondern uns zu einer lebendigen Hoffnung wieder-geboren hat.

1. Wir dürfen mit „Hoffnung“ leben
Fangen wir mit der Hoffnung an. Was ist eine Hoffnung? Um das zu erklä-ren, brauche ich heute Morgen Schokolade. Wer von den Kindern hat eine Ahnung, wozu ich diese Schokolade mitgebracht habe?

Kinder bringen ihre Ideen ein. Vielleicht sagt ja einer: „Die Schokolade hast du mitge-bracht, damit wir sie essen können.“

Wenn jemand denkt: „Wau, diese Schokolade hat er für mich mitge-bracht!“, dann hat das noch nicht viel mit „Hoffnung“ zu tun. Das ist dann ein Wunsch. Da wünscht sich einer, dass er von der Schokolade etwas ab-bekommt. Aber der „Wunsch“ eines Menschen hat noch nichts mit dem zu tun, was uns Gott mit „Hoffnung“ schenken will. Hoffnung ist viel mehr als ein Wunsch.

Wenn sich jemand wünscht, von dieser Schokolade was abzubekommen, dann kann er auch Pech haben. Ich esse nämlich seit Ostersonntag wieder Schokolade. Und vor mir ist dieser zarte Schmelz einfach nicht mehr si-cher. Es könnte sein, dass er vorher in meinem Mund schmilzt. Eine Hoff-nung auf Schokolade könnt ihr erst dann haben, wenn ich euch verspre-che: „Nach dem Gottesdienst gebe ich jedem von euch von dieser Schoko-lade etwas ab!“.
Hoffnung auf etwas kann man erst haben, wenn einem jemand eine Zusa-ge gegeben hat. Wenn er sagt: „das und jenes tue ich später für dich – versprochen!“ – erst dann kann man davon reden, dass man darauf hoffen kann.

Hoffnung meint also das Warten darauf, dass jemand sein Versprechen einlöst. Gott redet immer wieder mit uns Menschen durch sein Wort. Wir können sein Wort lesen. Wir können sein Wort immer wieder entdecken. Vor allem aber werden wir entdecken, dass er uns in seinem Wort viele Zusagen geschenkt hat.
In der Bibel stehen Zusagen, die hat Gott schon erfüllt. Zum Beispiel die Zusage: „Ich will die Sünde des Volkes wegnehmen an einem einzigen Tag“, (Sacharja 3,9) hat Gott erfüllt. Jesus ist dafür gestorben, dass für uns der Weg zu Gott wieder frei ist. Die Sünde hat diesen Weg versperrt. Aber seit Karfreitag ist die Tür zu Gott wieder offen. Gott hat durch den Propheten Joel versprochen: „Ich will meinen Geist ausgießen über alle Menschen… und wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.“ (Joel 3, 1+5). Das hat Gott erfüllt. Am Pfingstfest um das Jahr 30 nach Christus haben Petrus und die anderen Jünger Gottes Geist ge-schenkt bekommen – und seither jeder, der Jesus vertrau.

In der Bibel stehen auch Zusagen, auf deren Einlösung wir noch warten. Der Prophet Jesaja sagt im 6. Jahrhundert vor Christus: „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vori-gen nicht mehr gedenken, und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe.“ (Jesaja 65, 17) Darauf warten wir noch. Mit dem Versprechen, das Gott seinen Leuten durch Jesaja gegeben hat: „Er wird den Tod verschlingen auf e-wig!“ (Jesaja 25, 8) hat es etwas Besonderes auf sich. Zum einen ist das durch das erfüllt, was Gott an Jesus am Ostermorgen getan hat. Jesus hat dem Tod den „Stachel“ (1. Kor. 15, 55f.) gezogen. Wer Jesus vertraut, der wird nicht im Tod bleiben. Aber es wird dennoch immer noch gestorben – wenn auch auf Hoffnung hin – da haben wir wieder unser Wort. Deshalb lässt uns Gott durch Paulus mitteilen: „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod!“

Weil Gott uns so wichtige Dinge sagt, die für unser Leben von großer Be-deutung sind, deshalb lesen wir in der Bibel. Da weckt Gott in uns immer wieder diese Hoffnung. Sie hilft uns in schweren Zeiten. Sie trägt uns durch leidvolle Erfahrungen. Am Ende werden wir sehen: Gott hat alles, was er uns zusagt, erfüllt.

2. Wir sind eine lebendige Hoffnung
Nun sagt unser Wort, dass wir „wiedergeboren sind zu einer lebendigen Hoffnung“. Was eine Geburt ist, das wissen wir. Zwei Menschen lieben sich und vertrauen Gott. In so eine liebevolle Geborgenheit hinein schenkt er neues Leben. Kinder bekommt man nicht übers Internet – sondern wenn zwei Menschen sich lieben und vertrauen. Dann werden sie Mama und Pa-pa eines Kindes – so wie das demnächst bei Cordelia und Simon sein wird. Was braucht so ein kleines Baby, damit er groß und stark werden kann, damit es sich freuen kann und mutig wird?

Kinder tragen Fragen zusammen

Brauchen Babys Schokolade? Brauchen Babys Spielsachen? Was ist ganz wichtig für Babys? Genau: Cordelia und Simon sind wichtig. Babys brau-chen Eltern. Babys brauchen jemand, der gut für sie sorgt, der ihnen das Richtige zum Essen gibt, der sie behütet und schützt, der sie fördert und stärkt und der ihnen immer wieder sagt: „Schön, dass es dich gibt! Ich sorge für dich!“
Bei einer Geburt kommt also ein Baby in eine Familie, und wird geliebt und umsorgt von den Eltern.

Wie muss man sich dann eine „Wiedergeburt“ vorstellen. Die Bibel redet davon, dass Menschen, die an Gott glauben, „wiedergeboren“ sind. Wie sollen wir das verstehen?
Es braucht Eltern, die liebevoll und stark sind. Es braucht einen Wunsch, dass man für Kinder da sein will. Es braucht ein passendes Kinderzimmer – einen Raum, wo man ganz toll spielen und lernen kann, wo man ge-schützt und geborgen ist.
Also: Gott und sein Heiliger Geist wünschen sich von Herzen, dass Men-schen ihn als liebevollen Papa erkennen und sich von ihm versorgen und erfüllen lassen. Die Gemeinde ist das Kinderzimmer, in dem man wachsen und reifen kann. Hier ist ein Ort der Geborgenheit und des Schutzes. Got-tes Geist schenkt diese „neue Geburt“, wo ein Mensch von Jesus hört und ihm vertraut. Ab diesem Augenblick ist auch Gott sein „lieber Vater“. Gott legt seine Hand auf sein Kind und sagt: „Du, ich übernehme über dein Le-ben Verantwortung! Ich bringe dich am Ende der Zeit in ein neues Leben – versprochen!“
Wir wissen ja, dass wir für eine Zeit bei unseren Eltern daheim leben. Dann, wenn wir groß sind, gestalten wir unser eigenes Leben, nehmen uns ein viel größeres Kinderzimmer, arbeiten und vielleicht heiraten wir eines Tages auch. Dann werden wir immer älter und auch unsere Eltern werden immer älter. Und irgendwann sterben auch die Menschen, die wir lieb ha-ben. Aber unser Vater im Himmel der stirbt nicht. Er begleitet uns. Er sorgt für uns.
Christen sind deshalb „Kinder Gottes“. Nicht mal ein Vorstandmitglied in Lobetal wird ein „Erwachsener Gottes“ – oder ein „Jugendlicher Gottes“. Wir bleiben immer seine „Kinder“. Kind bedeutet: „geboren, Geschlecht, Herkunft“. Kinder sind geprägt von der Herkunft und Liebe ihrer Eltern. Kinder Gottes sind geprägt von der Liebe Gottes und gehören in seine Fa-milie. Deshalb haben wir sein Versprechen, dass er im Himmel etwas auf-bewahrt hat: „ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Er-be“. Was Gott hat, wird dann uns gehören. Das ist etwas, das nicht mehr kaputt gehen kann, nicht mehr sterben kann, nicht mehr verloren gehen kann: Leben mit ihm!
Deshalb sind Christen so froh – sogar alte Leute, wenn sie Christen sind, lächeln. Sie haben ja immer noch einen Papa, der für sie sorgt!

So, und nun geht es noch darum, was eine „lebendige Hoffnung“ ist.
Mit Schokolade habe ich euch erklärt, was eine Hoffnung ist – nämlich das Versprechen von mir: Am Ende des Gottesdienstes bekommt jeder eine Schokolade.
Nun möchte ich jedem von euch fünf Schokoladen geben! Und zwar mit der Bitte: „Schenkt sie am Montag – oder schon heute Nachmittag – an jemand weiter“. Wer mir verspricht, die Schokolade weiterzugeben, der bekommt 5 Schokoladen. Und dann seid ihr für die Kids, denen ihr begeg-net, so etwas wie eine „lebendige Schokoladenhoffnung“! Die bekommen etwas von euch. Das ist richtig stark. Denen geht es so gut, dass sie euch begegnen – denn sie werden durch euch beschenkt.

Ihr bekommt von mir für Euch eine große Tafel Schokolade. Die 5 kleinen schenkt ihr weiter.

Liebe Gemeinde, ihr seid eine lebendige Hoffnung für euere Nachbarn, Schulfreunde, Verwandten, für euere Freunde, ja sogar für die, mit denen ihr eigentlich nicht viel anfangen könnt. Denn Gott hat euch so beschenkt, dass sogar diese Leute was davon haben.
Wenn jemand von ihnen nicht weiter weiß, wenn jemand von ihnen traurig ist, wenn jemand von ihnen krank ist, wenn jemand von ihnen Hilfe braucht – an euch kann er sich wenden. Bei euch weiß er: Der hilft mir gerne. Der hat einen guten Rat. Den kann ich fragen, der nimmt sich Zeit für mich!

Weil wir einen wunderbaren Vater im Himmel haben, deshalb sind auch die Menschen beschenkt, denen wir begegnen. Seid bitte hellwach dafür!

Cordelia, du hast in den letzten 3 Jahren uns geholfen bei den Entdeckun-gen, wie gut Gott für uns ist. Du bist eine starke „lebendige Hoffnung“. Und du darfst auch auf denen Vater im Himmel hoffen – er lebt und geht mit dir.
Als Zeichen dafür habe ich dir ein T-Shirt mitgebracht: „Meine Hoffnung lebt!“, steht darauf.
Ein jedes Kind ist schon eine lebendige Hoffnung. Es gibt Aufkleber, die man auf der Heckscheibe seines Kinderwagens anbringen kann: „Jedes Kind ist ein Zeichen dafür, dass Gott die Welt liebt!“

Simon, auch für dich habe ich ein T-Shirt. Auf dem steht: „Meine auch!“ Das versteht man leider nicht so ganz – da musst du vielleicht den Leuten was erklären. Aber immer wenn Du mit Cordelia zusammen wo bist, wenn ihr beide euer T-Shirt tragt, dann ist immer alles klar!
Amen

18.07.2010 Wie Gemeinde ihre Relevanz (zurück-)gewinnt

Apostelgeschichte 2, 41-47
Predigt am 18. Juli 2010 in Lobetal

41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tag wurden hinzugefügt dreitausend Menschen.
42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemein-schaft und im Brotbrechen und im Gebet. 43 Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apos-tel. 44 Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hat-ten alle Dinge gemeinsam. 45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. 46 Und sie waren täg-lich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hin und her in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen 47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zu der Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Welch eine Zusammenfassung des Gemeindelebens der damaligen Zeit. Gottes Geist wirkt auf dieser Welt und er formt Gemeinden und Gemein-deleben.
Wie werden die Lobetaler im Jahr 2500 auf unser Gemeindeleben zu Be-ginn des 21. Jahrhunderts zurückschauen und es zusammenfassen? Viel-leicht: „Die nun die verkündigte Botschaft annahmen, beantragten eine Gemeindeaufnahme. So kamen an einem Sonntag im Jahr 2010 sogar 4 Personen auf einmal dazu. Sie blieben aber treu in den ERlebt Gottesdiensten, im Bibellesen, führten Glaubenskurse durch, kamen in Kleingruppen zusammen, besuchten sich ständig zum Geburtstag und feierten sogenannte „Grillfeste“. Es überkam aber großer Schrecken alle Nachbarn, wenn die Gemeinde eine Konfinight ankündigte oder wundersame Zeichen am Grundstück befestigt wurden.“

Was meint ihr – sollten wir das schon mal für die Nachwelt aufschreiben?
Die Frage, die mich in der Vorbereitung dieser Predigt beschäftigt hat, lau-tet: Haben wir diese Relevanz, von der unser Predigtwort aus der Apostel-geschichte Zeugnis gibt? Manifestiert sich die Gegenwart von Gottes Geist in unserem Leben auch durch jenes Profil? Sind das unsere Kennzeichen: „beständig bleiben… ehrfürchtig leben… abgeben und teilen… Gemein-schaft leben, und Hausgemeinschaft und freudige Tischgemeinschaft… Ist das die Folge: eine hohe Wertschätzung durch Nachbarn und distanzierten Menschen?

Liebe Geschwister: der lebendige Christus ist in unserer Mitte und durch uns wendet er sich den Menschen in unserer Umgebung zu. Wir haben Re-levanz um Christi willen! Weil Jesus lebt hat er einen wahrnehmbaren Leib – seine Gemeinde!
Jesus sendet seinen Heiligen Geist – und er zeichnet nun diese sichtbaren Spuren auf unsere Welt. Unser Wort aus der Apostelgeschichte ist weder ein Dokument vergangener Tage noch ein verloren gegan-genes Stück urchristliche Idylle. Unsere Worte beschreiben das, was Gottes Geist heute durch uns in unsere Stadt zeichnen möch-te. Wir brauchen seinem Geist nur Raum zu geben – alles andere wird er wirken!
Drei Bereiche möchte ich kurz aufgreifen, in die sich Gottes Geist leiden-schaftlich einbringt und auswirkt:

1.Gottes Geist Raum geben durch beständiges Verweilen in der Gemeinde
Das griechische Wort könnte man vielleicht am besten mit „sich fleißig be-schäftigen mit…“ übersetzen. Diejenigen, denen die Verkündigung von Je-sus Christus durchs Herz ging, haben sich Gott zugewendet – haben ihr Leben neu ausgerichtet. Ihr Leben hat ein neues Koordinatensys-tem erhalten. Das ist gekennzeichnet durch folgende Größen: A-postolische Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebet.
Vorher wurde ihr Leben durch andere Koordinaten bestimmt. Vielleicht war es: Arbeiten, Auto, guter Urlaub und schöner Garten – oder: mein Hobby, lange Schlafen am Sonntag, sich kulturelle Leckerbissen gönnen und eine blitzsaubere Wohnung. Aber jetzt ist alles anders. Jetzt suchen diese Menschen emsig die Gottesdienste auf, lesen die Bibel in Hausge-meinschaften, stärken sich durch das Abendmahl und verankern das Ge-bet in ihrem Leben.
Diese Bereiche überlassen Christen nicht dem Zufall. Gott hat ihnen sein Heil geschenkt – die Freude darüber wirkt sich aus. Freude und Leiden-schaft prägen das Leben.
Ob sie in diesen neuen Koordinaten leben, machen Christen nicht mehr abhängig vom Wohlergehen. Es glaubt sich scheinbar gut, wenn unser Christsein mit Gesundheit und Freude gepaart ist. Was aber, wenn das nicht mehr deckungsgleich ist? Was, wenn es plötzlich hart wird in unse-rem Leben? Was, wenn viele schmerzhafte Lebensumstände einstellen? Was, wenn sich kritische Situationen weiter zuspitzen und es dramatisch wird in unserem Leben?
Dann benötigen wir die Gemeinschaft um so mehr. Uns ist nicht lebens-langes Wohlergehen zugesagt, wohl aber lebenslange Treue durch unse-ren Gott. Und uns ist eindeutig zugesagt: Am Ende wird unser Vertrauen auf ihn belohnt, weil dieser Gott treu zu seinen Zusagen steht, die er ge-macht hat.
Unser Leben ist in einen grundsätzlich neuen und heilsamen Zusammen-hang gestellt worden. Über unserem Leben steht Gottes „Ja“ und unsere Zukunft gestaltet sich als ein prall gefülltes Leben in Gemeinschaft mit Gott und seinen Menschen. Unsere Versäumnisse klagen uns nicht mehr an. Die Vergangenheit ist wie ein stilles Meer.

Was für ein Geschenk: Wir leben im Heil Gottes. Doch es gibt Menschen, die hätten lieber Heilung. Aber Christus bringt Heil. Christus schenkt, dass wir frei werden von negativen Bindungen und Gott vertrauen schenken. Es ist schon erstaunlich: Die Menschen wollen lieber Heilung. In der Bibellese haben wir das in der letzten Woche gehört. Jesus sagt zu dem Menschen, der ihn bat, seinem Sohn zu helfen: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ (Johannes 5, 48). Oder schauen wir auf die Ge-schichte, in der 4 Freunde einen Menschen zu Jesus bringen, der durch die Gicht gelähmt war. Es heißt: „Als Jesus das Vertrauen sah, das sie in ihn hatten, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ Jesus nimmt diesen Menschen an. Mein Sohn – nichts steht mehr zwischen Gott und dir. Nichts trennt dich mehr vom lebendigen Gott. Alles, was gegen dich spricht, nehme ich weg!
Und dann heißt es: „Als er ihre Gedanken erkannte – sie waren empört, dass er Schuld vergibt – sprach er: Damit ihr aber wisst, dass der Men-schen Sohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – spricht er zum Gelähmten: steh auf, nimm dein Bett und geh umher!“ Heilungen sind nur „Zeichen“ von Jesu Macht. Das Wesentliche ist, dass wir nun mit diesem Herrn leben. Er ist bei uns! Unser deutsches Wort „leben“ kommt aus dem gleichen Wortstamm wie „kleben“. Am Leben kleben ja Dinge, die man nicht abwaschen kann. Die Bibel sagt: da kleben Sünde und Tod dran. Doch Christus hat uns von diesen Bindungen erlöst und jetzt klebt er an uns. Und Leben! Und Liebe! Und Vertrauen! Und Hoffnung!
So halten wir uns fleißig zu den Gottesdiensten. Wenn wir viel zu tun ha-ben, achten wir noch genauer auf die Zeit für Gottes Wort und das Zu-sammensein mit denen,

2. Herzliches Teilen
Es heißt: sie verkauften Güter und Habe und teilten den Ertrag unter die, welche Mangel litten. Tja – was soll man von diesem „urgemeindlichen Kommunismus“ – so formulierte ein Theologe diese Haltung – halten? Ist das nicht zu abgefahren?
Aber nein. Das ist ganz normal. Wer seinem Leben eine neue Rich-tung gibt, der erfährt bald auch eine neue Haltung gegenüber an-deren Dingen. Christen sind Herren ihres Besitzes – nicht Sklaven. Weil nun Gottes Liebe durch Gottes Geist in unser Leben kommt, wird die-se Liebe uns mehr und mehr verändern. Das mag wachsen. Aber das hat begonnen und wirkt sich aus.
Weil wir von den guten Gaben unseres Gottes leben, schenken wir ande-ren von dem, was wir haben. Nicht die Besitzlosigkeit ist das Ziel - sondern der Überfluss ist die Ursache. Wir haben einfach zuviel. Wir sehen uns plötzlich als reiche Menschen. Wir sind reich an Zeit und Kraft. Wir sind reich an Erfahrungen und Kenntnissen. Wir sind reich an Geld und Gut. Wir sind reich an Liebe und Wertschätzung. Und so geben wir gerne.

Eine Welt, in die der Geist Gottes hineinkommt und Menschen prägt, wird auch an einigen Stellen verändert werden.
Wir können nicht die Not der Welt lindern und nicht jedem helfen, der um Hilfe bittet. Aber wir können Zeichen der Liebe Gottes setzen. Wir können deutlich machen, dass wir gerne teilen und austeilen, denn Gott teilt sein Leben mit uns.

3. Durch ein gemeinsames Sich-Stark-Essen
Mahlzeiten prägen nun das Leben. Wenn wir mit Menschen zu Tisch sitzen, dann lernen wir sie kennen. Hier erfährt man, wer der andere ist. Hier entdeckt man, was den andern bewegt. Wer zusammen ist, der wird auch mit der Zeit vertraut.
Von Jesus wird berichtet, dass er immer wieder mit Menschen zusammen war und mit ihnen aß. Er feierte Barbecue mit 5000 Burschen und deren Anhang. Er aß mit wohlhabenden Außenseitern und mit Freunden. Er ge-währt Tischgemeinschaft. Er möchte uns stärken und ermutigen. Er möch-te uns sättigen und erfüllen. „Sie brachen das Brot hier und dort in den Häusern und hielten die Mahlzeiten mit Freude!“ Grillfeste sind in! Mitar-beiteressen! Jeden Sonntag gibt’s hier lecker Kuchen und Keks und am Abendmahlssonntag ein geniales Mittagessen.
Wir bringen Menschen wohl kaum in unsere Bibelstunde. Aber es könnte gelingen, dass wir sie an unseren Tisch holen! Gemeinschaft entsteht um den Tisch. Hier bekommt man Gutes zu essen. Hier wird Hunger nach Le-ben und Anerkennung gestillt.
Wir haben ja heute eine Hochkonjunktur des Kochens. Promidinners ste-hen hoch im Kurs und Fernsehköche zeigen ständig neue Finessen. Essen muss zum Event werden. Tim Mälzer, Ralf Zacherl, Johann Lafer, Jamie Oliver, Sarah Wiener, Horst Lichter – und wie sie alle heißen. Man kann sich für ein Essen auch so viel Arbeit machen, dass man anschließend ka-putt umfällt und eine längere Regenerationsphase benötigt.
Ach - apropos essen: Warum können Adam und Eva keine Chinesen ge-wesen sein? Na, weil sie sonst nicht die Frucht gegessen hätten, sondern die Schlage.

Man kann Essen einfach und herzlich gestalten. Man braucht nicht viel – nur ein offenes Herz! Oder noch besser: ein erfülltes Herz.

Dieses Wort markiert also den Beginn von Willow-Creek. Bill Hybels mach-te an diesem Wort von Apostelgeschichte 2, 41ff. seine Entdeckung und fasste das Erkannte in dem Satz zusammen: „Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung für die Welt.“ Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ Darin liegt die Relevanz der Gemeinde.
Amen

25.04.2010 Das Geheimnis echter Gemeinschaft

1. Johannes 5, 1-4
Gottesdienst am 25. April 2010 Lobetal

1 Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. 2 Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. 3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. 4 Denn alles, was von Gott geboren ist, ü-berwindet die Welt; und der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Heute ist der Sonntag „Jubilate“. Doch es gibt Spieltage, nach denen ist das Jubeln ausgeschlossen. Es müsste heute schon ein Schwabe predigen, Torsten zum Beispiel, um jubelnde Klänge ertönen zu lassen. Aber nun predigt ein Franke hier. Die haben nach einem „schwarz-gelben“ Besuch auch keinen Grund zum singen. Noch schlimmer haben es momentan nur die Griechen. Bei denen ist es nur schwarz – über etwas gelb würden die sich freuen. Um den drohenden Bankrott zu entgehen, benötigen sie kurz-fristig 45 Milliarden Euro – 30 Milliarden von Europa – fast 7 Milliarden von Deutschland.
Wie ist das mit dem Grund zum Jubeln bei uns? Wie sieht es aus mit unseren Siegen? Mir geht es angesichts meiner Gegner so, wie der Ein-tracht Waltrop im Kreisliga B-Ost Spiel gegen TuS Haltern II. Der Trainer von Waltrop bat in der 66. Minute den Schiedsrichter: „Bitte brechen sie das Spiel ab. Der Gegner ist zu überlegen“. Gerade war das 0:13 gefallen und dem Trainer kamen die Tränen. Hoffnungslos überfordert!

Befindet man sich als Christen heute nicht eher in der Defensive. Glaube hat zur Zeit keine gute Presse. Überall wird mobil gemacht gegen Kirche und ihre Repräsentanten. Margot Käsmann wurde aus ihrem Amt beblitzt und Bischof Walter Mixa hat sich selbst hinausgewatscht. Die Ge-sellschaft bläst zum Angriff auf die „weißen Westen“ der Christen. Wie ist das überhaupt mit den „weißen Westen“? Haben Christen überhaupt so etwas? Oder zeichnet sie etwas ganz anderes aus?

Was macht einen Christen zum Christen? Unser Wort sagt: Eine Geburt. Der Glaube an Jesus Christus ist ein Indiz, dass man Christ ist, dass man Kind Gottes ist, neu geboren ist und mit Gott Gemeinschaft hat. Christ wird man durch eine Geburt und einen Christen zeichnet ei-ne starke Gemeinschaft aus!

1. Gemeinschaft durch neue Geburt
Warum ist Gemeinschaft mit Gott so wichtig? Weil Gott das Leben ist. Gott ist die Liebe. Gott ist alles, wonach sich der Mensch sehnt. Gott hat seine Menschen nie aufgegeben.

Nun sagt die Bibel nicht, dass der Mensch durch seine Sehnsucht die Ge-meinschaft mit Gott sucht und zum Glauben an Jesus kommt. Man wird nicht Christ durch Glück, oder durch die richtigen Eltern, auch nicht durch eigene Anstrengungen oder durch Bildung.
Christ wird man auf Grund einer Geburt. Kinder sind bei ihrer Geburt nicht beteiligt. Sie sind ganz und gar passiv – sie sind Ergebnis einer Lie-besentscheidung. Man wird nicht aus Versehen geboren – Gott sehnt sich nach seinen Menschen. Gott sucht seine Menschen durch Jesus. Gott sucht seine Menschen durch die Gemeinde Jesu.
Überall, wo diese Gemeinde etwas von der Liebe Gottes in diesen Jesus Christus bezeugt – bezeugt heißt: das habe ich erfahren – kann sich so eine neue Geburt ereignen. Plötzlich hat man einen Gott, der einen liebt.

Die frohe Botschaft von einem Gott, der mich liebt ist immer ge-paart mit dem Anspruch: gib mir dein Herz! Stell dich nun auch in ein Leben, das durch meine Gegenwart und meinen Willen geprägt wird.
Evangelium = Herrschaftswechsel!
Ich bestimme nicht mehr über mein Leben, weil ich die Überzeugung ha-be: Gott kennt mich viel besser und er will mein Leben entfalten, meine Gaben nützen, mein Herz schützen und meinem Leben Sinn verleihen. Mein „Bestimmer“ ist dieser Jesus!
Christ wird man nicht auf Grund von weißen Westen. Christ wird man nicht durch ein Leben, mit dem man sich empfiehlt. Christ wird man durch Geburt – durch den Willen Gottes. Wer Christ ist, der bekennt Jesus Christus. Christus heißt Messias – Gott, der anwesend ist, der mich befreit hat zu einem leben in guter Gemeinschaft und der nun mein Leben prägt.

So – und wie wirkt sich das dann aus? Wenn so ein „Wiedergeborener“ nun den Leuten begegnet, die ihn gestern getroffen haben, vor der Wie-dergeburt – was merken die?

- Geprägt durch die Eltern – durch einen liebenden Vater im Himmel
- Geprägt durch das Wesen und Erbe – durch den Heiligen Geist
- Freude in Gemeinschaft – durch Brüder und Schwestern dieses Got-tes

Nicht „weiße Westen“ und Heiligenschein prägen Christen, sondern eine neue Lebenskompetenz. Eine neue Lebenskraft: die Liebe Gottes.
Die Liebe Gottes ist kein Gefühl – Liebe ist eine Kraft, Liebe handelt. Liebe wirkt. Liebe heilt. Liebe stärkt. Liebe korrigiert. Liebe ermutigt. Liebe er-mahnt. Liebe erfreut. Was auch immer – Liebe ist eine treibende Kraft, dass sich der andere Mensch in der Richtung entfaltet, wie er von Gott ge-dacht und geschaffen wurde.
Christen leben in der Liebe, die Gott ihnen immer wieder neu schenkt. Christen leben miteinander, helfen einander, korrigieren einander – sie leben „Gemeinschaft“. Christen werden aus dieser Gemeinschaft immer wieder in die Welt gesandt, um diese Liebe weiterzugeben. Wie „Schaft mitten unter Wölfe“, so sendet Jesus seine Leute.

2. Wie bewährt sich nun diese neue Gemeinschaft in dieser Welt?
Die Gemeinschaft der Christen ist in dieser Welt umkämpft. In dieser Welt gibt es Mächte und Kräfte, die zerstören, die verführen, die anklagen und überführen, die stolz machen, die krank machen – Mächte, die alles dran-setzen, dass wir von diesem Jesus Christus isoliert werden. Diese Mächte wollen Gemeinschaft zerstören.
Wie also behaupten wir uns gegen diese Mächte? Unser Wort sagt: siegreich! Aber dieses Wort macht sofort deutlich, dass nicht wir über diese Mächte siegen – diese Mächte sind besiegt in diesem Jesus Christus. Er hat die Mächte entkleidet – er hat ihnen das Herr-schaftsgewand ausgezogen. An seiner Liebe sind alle Mächte zerbrochen. Sie haben gegen diese Liebe den kürzeren gezogen. Sie haben sich an der Liebe Gottes die Zähne ausgebissen. Sogar der Tot hat sich an der Liebe Gottes tödlich verschluckt. Wir siegen, indem wir ihn durch uns siegen las-sen! Wir geben ihm Raum in unserem Leben – immer mehr!

Die Strategien dieser Welt:
1. Sie zerrt uns immer wieder in das Waffenarsenal unserer Persönlich-keit: der hat dich verletzt – zahl es ihm heim und wehr dich – willst du dir das gefallen lassen! Ja – Vater vergib ihnen!
2. Sie zerrt uns immer wieder vor den Spiegel: sieh dich an! Was willst du sein? Christ? Du bist ein Looser! Nein, ich bin Gottes Kind!
3. Sie zerrt uns immer wieder auf den Olymp: siehst du all diese Dinge – ich will dir alles geben, wenn du mich anbetest. Jesus: Du sollst Gott allein anbeten! Ihm verdanken wir alles. Er ist zu ehren. Bei-spiel: Sabine Ball, die in Dresden eine erstaunliche Arbeit für Kinder und Jugendliche aufgebaut hat, sollte des Bundesverdienstkreuz empfangen. Sie lehnte es ab mit den Worten: „Was soll ich damit; es ist nicht mein Verdienst, sondern Gottes Gnade.“
4. Sie zerrt uns immer wieder weg von Gott zu den Angeboten für un-sere Sehnsüchte: du kannst dich hier bedienen und dir sofort wohl tun – ich habe jetzt Mangel – ja; aber ich weiß, dass Gott mir gibt was ich benötige und ich habe im Moment wichtiges zu tun.
5. Sie zerrt uns immer wieder ins Tribunal über den Bruder: kommst du nicht auch zu dem Ergebnis, dass der unter aller Kanone ist… - ich habe keinen Grund, Steine zu werfen.

Ein Leben als Christ ist spannend. Wir leben in Spannungen. Die Welt, die gegen Gott rebelliert ist nicht nur außerhalb von uns – sie ist auch in uns. So sind wir wie neugeborene Kinder ganz von unseren himmlischen Vater geliebt und ganz herausgefordert, uns in dieser Welt als seine Kinder zu bewähren. Wir sollen unser Leben steuern und bewusst gestalten. Herz ist das wesentliche Organ der Lebensfüh-rung = Wille, Verstand, Geist. Wir sollen es aus der Liebe Gottes gestalten.

Es gehört wesensartig zum Christsein, dass man sich dem Menschen hel-fend und stärkend zuwendet, dass man sich engagiert. Man könnte als Christ ja auch sagen: Ich muss nun mehr und mehr von der Liebe Gottes durchdrungen werden und ich muss versuchen, in die Sphäre des Voll-kommenen zu gelangen.
Aber die Liebe Gottes lässt sich nur auf dem Übungsplatz des All-tags handhaben – hier hilft sie mir und hier prägt sie mich!

Wir werden immer in der Spannung stehen, dass wir in unserer Persön-lichkeit noch viele „alte Lebensäußerungen“ zur Schau tragen und doch von Gott her als seine Kinder geliebt und gerettet sind und über uns das „Du bist mein geliebter Sohn!“ steht. Diese Spannung ertragen wir im Licht der Liebe Gottes. Wir können zu unserem Wesen stehen, an unserem Wesen leiden und unserem Wesen immer wieder auch den Kampf ansagen, indem wir uns liebend den Menschen zuwen-den. Wir können unserem Herz sagen, wenn es uns verklagt: Gott ist größer! Ja, ich habe keine „weiße Weste“ – aber „Jesus ist meine weiße Weste!“

Wir feiern heute den Sonntag „Jubilate“. Wir haben allen Grund zu feiern, denn wir leben in der Liebe Gottes. Das Geheimnis echter Gemein-schaft ist die Liebe Gottes. Er wendet sich uns in seiner Liebe zu. Er schaut auf uns – nicht kritisch, sondern herzlich und liebevoll.

Amen