Epheser 5, 8b - 14 Predigt am 25. Juli 2010 in Lobetal
8b Lebt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerech-tigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn´s vom Licht aufge-deckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus er-leuchten.
(Filmausschnitt: Clown Oleg Popov)
Der Clown lässt es sich im Licht gut gehen. Da fühlt er sich richtig wohl. Aber seltsam – das Licht bleibt nicht. Das Licht wandert. Und so macht er sich auf die Reise; er will in diesem Licht bleiben. Und am Schluss packt er es behutsam zusammen und legt es in seinen Picknickkorb. Oleg will ohne dieses Licht nicht sein.
Im Licht lässt es sich gut leben. Ohne Licht gibt’s kein Leben.
1. Von der Schönheit des Lichts
Die Berichte darüber, wie Menschen zu Jesus kommen, sind erstaunlich. Das Fazit, das man dabei ziehen kann ist eindeutig: Zu Jesus kannst du kommen wie du bist. Du kannst alles gewesen sein. Egal. Jesus hat keine Berührungsängste. Er berührt die Aussätzigen, nimmt die Ehebrecherin an und sucht die Raffgierigen und verspricht Verbrechern den Himmel.
Diesen Jesus suchen die Leute. Und sie suchen ihn. Sie haben damals al-les durchkemmt, bis sie ihn gefunden haben. Sie mussten ihn einfach fin-den. Wie das Licht die Motten anzieht, so sind die Kranken und Außensei-ter, die Gesetzlosen und Hilflosen fasziniert von diesen Jesus. Bei ihm sein, das ist gut. Sich in seiner Gegenwart aufhalten bedeutet, sich im Licht zu sonnen. Und in seinem Licht werden Menschen heil – von diesem Jesus gehen heilende Kräfte aus.
Das Alte Testament zeigt uns einen interessanten Zusammenhang. Dort steht Licht in der Verbindung mit „Heil“. „Der Herr ist mein Licht und mein Heil…“ In diesem Licht wird man heil. „Heil“ bedeutet ganz – man wird heil, weil hier jemand ist, der einen ganz annimmt. Er sucht sich nicht nur das Filetstück aus. Er nimmt nicht nur die guten Eigenschaften an. Er nimmt mich ganz an. Das tut so gut. Das ist so wohltuend, wenn man weiß: Er kennt mich durch und durch und er liebt mich durch und durch. In diesem Licht wird man heil. Und nach diesem Licht haben die Menschen Sehnsucht. Und dieses Licht hat uns berührt und erleuchtet. Wir haben dieses Licht wahr
Das ist übrigens auch beim natürlichen Licht so. Die Biophotonen sind im ultravioletten bis infraroten Spektrum des Lichts. Sie haben eine so gerin-ge Abstrahlung, dass man den Lichtschein von 1000 Biophotonen auf ei-nem cm² vergleichen kann mit einem Kerzenlicht, das man aus einer Ent-fernung von 20km sieht. Dieses Licht ist ganz gleichmäßig. Unsere Zellen nehmen dieses Licht auf. Wenn eine Zelle kein Licht aufnehmen kann, wird sie krank. Wenn eine Zelle kein Licht mehr hat, ist sie tot. Ohne Licht gibt es kein Leben. Der deutsche Professor für Biophysik, Fritz Albert Popp, der dieses Phänomen erforschte, beschreibt deshalb die menschli-che Existenz sehr bezeichnend. Er sagte: „Der Mensch ist ein Lichtsauger.“ Licht tut gut.
(Apropos Licht: Wisst ihr, wie man den Brunftschrei einer Leuchtstofflam-pe nennt: Neonröhren!)
Das erste, das Gott geschaffen hat, war das Licht. Seine Schöpfung erfolg-te in einem hellen und heilsamen Schein. Licht tut gut. Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Er ist wunderbar. Es tut so gut, im zu begegnen.
2. Die Auswirkungen des Lichts
In dieses Licht kannst du also kommen, wie du bist. Man kann alles gewe-sen sein. Egal. Aber: nun kann man nicht mehr bleiben, was man gewesen ist!
Jesus sagt zu der Ehebrecherin „sündige hinfort nicht mehr“ und Za-chäus sagt zu Jesus „siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen und wenn ich jemand betrogen habe, dann gebe ich es vier-fach zurück!“ Ein Verbrecher am Kreuz sagt zu seinem Kumpel: „dieser ist unschuldig!“ und dann wendet er sich Jesus zu und bittet: „Herr, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Einer, der sich alles mit Gewalt nimmt, fängt an, ein Empfinden für „recht“ und „unrecht“ zu haben und zu bitten!
Begegnungen mit Jesus haben Folgen. Begegnungen mit dem Licht der Welt beschreiben eine wunderbare Wandlung bei den Menschen.
Es hat erstaunliche Folgen, wenn man durch das Licht erhellt wird. Es hat Konsequenzen, wenn dieses Licht uns anscheint und annimmt. Es kommt zur Wandlung, wenn Jesus uns sein Leben schenkt, seine Liebe, seine Güte, seine Treue, seine Barmherzigkeit, seine Geduld und sein „Ja“ zu uns sagt. Und deshalb sagt Paulus in unserem Wort: „Lebt als Kinder des Lichts“. Und weiter sagt er: „habt keine Gemein-schaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis…“ – das heißt: macht nicht mehr mit, wenn es um Dinge geht, an denen Gott keine Freude hat und die nun nicht mehr zu euch passen.
Worum geht es hier eigentlich? Hier geht es um das Heil, das Gott uns schenkt und um die Folgen, die das bei uns hinterlässt. Wir haben gesagt: Gott nimmt uns ganz an!
Wir wissen, dass in dieser vollständigen Annahme auch das ganze Heil beschlossen ist, das nun unserem Leben gilt. Und deshalb sagt Jesus: Folge mir nach!
Folge mir nach heißt: Lass mich dein ganzes Leben ausfüllen und erfüllen. Halte dich mir „ganz“ hin – lass mein Licht dein ganzes Leben ausstrahlen und – gib mir dein Leben ganz. Gib mir dein ganzes Leben!
Die Halbheiten unseres Lebens sollen aufhören, weil sie nichts Gutes brin-gen. Lebe ganz mit Jesus. Eindeutig. Echt. Das Zwielichtige hat ein Ende.
Deshalb gilt es nun für uns, dass wir „wach“ leben. Das Wort „wach“ kommt von „wecken“ und bedeutet soviel wie „frisch und munter ma-chen“. Gott will nicht den Schlaf stören; er will uns erfrischen und ermuntern und wer will, dass wir unterscheiden können, was aus seinem Herzen kommt und was aus der Dunkelheit kriecht.
3. Stelle dich in sein Licht
Der Schlüssel für ein Leben in der Nachfolge ist nun nicht, dass wir alles richtig machen und ab jetzt immer die Gebote befolgen. Der Schlüssel ist, dass wir Gott alles machen lassen und das dann tun, was er vorbereitet hat. Der Schlüssel für unser Christsein liegt darin, dass wir uns täglich von ihm erfüllen lassen. Er will uns geben, was wir benötigen. Um dieses Ver-trauen geht es – in diesem Vertrauen ist das ganze Geheimnis der christli-chen Existenz beschlossen: Vater gibt mir, was ich heute benötige. Ich muss es mir nicht an ihm vorbei organisieren!
Seid wach für die Dinge, die euerem Leben nun nicht mehr gut tun. Gebt ihnen nicht einmal mehr Raum in eueren Gedanken. Das wissen wir doch: in den Gedanken beginnen die Taten. Deshalb ist es wichtig, dass wir un-ser Denken reflektieren. Wenn sich finstere Gedanken einstellen, dann können wir sie Gott sagen.
Wir sind herausgefordert, die Programme zu bewerten, denen wir uns heute in unserer Freizeit aussetzen. Wir sollen auf Qualität der Unterhal-tung wieder Wert legen – der Unterhaltunssendungen wie der Gespräche, die wir führen. Es gibt Sendungen, die schreien nach dem „Ausknopf“ und es gibt Gespräche, die drängen zum „Einspruch“! Wir sollen von Gottes Güte zeugen und Grenzen achten. Die „Gürtellinie“ ist eine gute Grenze – sie sollte nicht nach „untern“ überschritten werden.
Gebt euch ganz Gott hin und lasst euch ganz von ihm erfüllen – da spricht Paulus zu Beginn des 5. Kapitels zwei Bereiche an: Porneia und Pleonexia – Unzucht und Habsucht.
Unzucht meint jede Art von Geschlechtsverkehr ohne die feste, ernstge-meinte, öffentliche und unwiderrufliche Übernahme von lebenslanger Ver-antwortung. Habsucht – man will immer mehr haben an Geld und Einfluss und immer weniger teilen und dienen. Davon wird die Welt beherrscht. Davon werden die Sendeprogramme beherrscht. Davon lasst euch nicht beherrschen. Davon soll unter euch nicht einmal die Rede sein.
Gottes Licht hat eine reinigende Wirkung. Wir lassen nicht mehr zu, dass wir wieder „verunreinigt“ werden. Gottes Licht deckt auf und schenkt einen Austausch von Reinheit und Unreinheit. Hier wird schon vorweggenommen, was am Ende der Zeit sein wird – Gott wird diese Welt belichten! Deshalb: lebt als Kinder des Lichts!
Wir schauen der Gnade ins Auge = Gnade und Wahrheit sind zusammen; er nimmt uns ganz an – stellen wir uns ihm ganz zur Verfügung – er will uns durchdringen und prägen mit seinem Licht!
Lebt als Kinder des Lichts! Amen
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